Landesligist FSV Duisburg trennt sich nach einer Mini-Krise von seinem Trainer Heiko Heinlein. Der neue Mann muss schon am Mittwoch ran.

FSV Duisburg

Heinlein muss gehen

Thomas Kristaniak
23. September 2015, 16:03 Uhr
Foto: Tillmann

Foto: Tillmann

Landesligist FSV Duisburg trennt sich nach einer Mini-Krise von seinem Trainer Heiko Heinlein. Der neue Mann muss schon am Mittwoch ran.

Wer die sprichwörtlichen Gesetze der Branche im allgemeinen und beim FSV Duisburg im speziellen kennt, hatte schon am Sonntag nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Viersen so eine Ahnung, was da kommen würde. Am Dienstag meldete der Fußball-Landesligist dann verlässlich Vollzug: Sieben Spiele nach Saisonbeginn wurde Trainer Heiko Heinlein in seinem zweiten Amtsjahr beurlaubt. Ganze drei Spiele ohne eigenen Treffer mit nur einem gewonnenen Punkt wurden ihm nach einem ordentlichen Start zum Verhängnis – eine Art Panikreaktion. Der Nachfolger heißt Guido Naumann.

Heinlein, im Vorjahr als Tabellenzweiter erst in der Relegationsrunde am Oberliga-Aufstieg gescheitert und noch mit einem Vertrag bis Juni 2016 ausgestattet, gab sich auf Nachfrage der Sportredaktion defensiv: „Ich bin sehr traurig, dass ich den eingeschlagenen Weg nicht mehr mitgehen darf. Letztlich bin ich Profi genug, das zu akzeptieren. Ich wünsche der Mannschaft, dass sie ihre Ziele erreichen wird.“ Die Erklärung von Vereinsseite war ähnlich knapp ausgefallen. „Aufgrund der aktuellen Tabellenplatzsituation hat der Vorstand beschlossen, dass man sich trennt“, so der sportliche Leiter Yasin Feyizoglu.

Allein im administrativen Bereich zieht der Abgang eine Kettenreaktion nach sich. Mit Heinlein gehen sein Bruder Tim als Torwarttrainer und auch Co-Trainer Deniz Kocakaya. Physiotherapeutin Christiane Kummer hatte der Coach ebenfalls mit zur Warbruckstraße gebracht, genau wie einen Teil des Teams – darunter den aktuellen Stammkeeper Julien Schneider und Ex-Profi Stephan Hennen.

Apropos Ex-Profi: Zwischen 1986 und 1992 bestritt Guido Naumann 72 Zweitligaspiele für die SG Wattenscheid 09, Eintracht Braunschweig und Stahl Brandenburg. Als Trainer war er bislang nur in Westfalen tätig, zuletzt bis 2010 beim SV Zweckel. „Ich bin aber regelmäßig auf den Plätzen unterwegs“, sagt der 47-Jährige, der sich auf die Herausforderung freut: „Der FSV ist ein Verein mit viel Potenzial und für mich sehr interessant.“ Deshalb sagte er nach der Anfrage des Vorstands auch schnell zu – und ebenso schnell muss er nun das Team auf das erste Spiel gegen den Tabellenletzten VfB Speldorf (Mittwoch, 19.30 Uhr) einstellen. „Bis auf Can Ucar, den ich aus Zweckel kenne, und Almir Sogolj ist mir die Mannschaft noch unbekannt“, so Naumann, der vor allem auf den ehemaligen Homberger Sturmtank als Erfolgsfaktor setzt: „Wenn man Almir mit Bällen von außen füttert, macht er auf jeden Fall seine Tore.“

Autor: Thomas Kristaniak

Mehr zum Thema

Kommentieren