Holland und Eishockey - das will meist nicht so richtig zusammenpassen.

Moskitos Essen

Skandalöses Erlebnis in Eindhoven

13. September 2015, 22:11 Uhr
Foto: ESC Moskitos Essen

Foto: ESC Moskitos Essen

Holland und Eishockey - das will meist nicht so richtig zusammenpassen.

Und dass Frank Gentges, Trainer der ESC Wohnbau Moskitos Essen, kein Freund des holländischen Eishockeys ist, daraus macht der gebürtige Kempener auch hinsichtlich der Eingliederung der Tilburg Trappers in die deutsche Oberliga Nord kein Geheimnis. Die Erlebnisse des vergangenen Wochenendes brachten das Fass beim erfahrenen Coach aber zum Überlaufen.

So eine Peinlichkeit habe ich 44 Jahren Eishockey nicht erlebt
Frank Gentges

Denn das ursprünglich für Sonntag, 17 Uhr angesetzte Testspiel der Stechmücken gegen die Eindhoven Kemphanen Dolphins musste kurzfristig abgesagt werden. Der Grund dafür ist eigentlich kaum zu glauben: Die Gastgeber schafften es nicht, einen Arzt sowie die Minimalanzahl an Sanitätern zum Spiel bereitzustellen. „So eine Peinlichkeit habe ich in 44 Jahren Eishockey noch nicht erlebt. So etwas würde sich wohl nicht mal ein Kegelklub leisten. Wir gingen dann auf eigenes Risiko auf die Eisfläche, um zumindest etwas Eiszeit zu haben. Jetzt sind wir erst einmal aus dem Rhythmus", meinte Gentges angesäuert.

Noch dazu hielten es die Niederländer nicht für nötig, den Moskitos Verpflegung anzubieten. Obwohl sie beim völlig einseitig verlaufenen Hinspiel am Freitag (17:0 für Essen) in der Eishalle am Westbahnhof noch vom ESC verköstigt wurden. „Da stellt sich der Präsident von denen noch vor unsere Kabine und erzählt uns, dass er unser Essen schon abbestellt hat, weil er dachte, wir wären schon weg. Das ist unterste Schublade und absolut respektlos“, sagte Gentges.

Ebenfalls mehr als ärgerlich: Stürmer Eugen Alanov wurde im Hinspiel von einem Schläger am Kopf verletzt. „Ihm wurde am Freitag in einer Szene ein Schläger ins Gesicht reingezogen. Er hat danach zwei Nächte lang nicht geschlafen, musste sich übergeben und hat starke Kopfschmerzen“, erklärt der Trainer. Eine Untersuchung am Montag soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung des Deutsch-Kasachen geben.

Bleibt ihm und dem Team zu wünschen, dass er in den abschließenden beiden Testspielen vor dem Saisonstart gegen den Viertligisten aus Zweibrücken vielleicht schon wieder mit von der Partie sein kann. Freitag um 20 Uhr gastieren die Hornets am Westbahnhof, Sonntag findet das Rückspiel in Zweibrücken statt. "Gegen Eindhoven hätten wir auch 30:0 gewinnen können, die konnten nicht mal richtig geradeaus laufen. Zweibrücken ist ein ambitionierter Viertligist, der aufsteigen will", erwartet der 50-Jährige einen angemessen starken Gegner für die "Generalprobe".

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