Das Olympische Komitee Italiens hat aus Respekt vor dem im Sterben liegenden Papst Johannes Paul alle Sportereignisse am Wochenende abgesagt. Auch die Serie A legt eine Pause ein.

Absagen in Italien aus Respekt vor dem Papst

see
02. April 2005, 19:33 Uhr

Das Olympische Komitee Italiens hat aus Respekt vor dem im Sterben liegenden Papst Johannes Paul alle Sportereignisse am Wochenende abgesagt. Auch die Serie A legt eine Pause ein.

Das Olympische Komitee Italiens (Coni) hat auf den Gesundheitszustand des Papstes reagiert und aus Respekt vor dem Heiligen Vater alle Sportereignisse am Wochenende abgesagt. Diese Entscheidung gab das Komitee am Samstag bekannt. "Mit diesem Beschluss haben sich im Verband alle einverstanden erklärt. Die Welt des italienischen Fußballs hat mit Enthusiasmus auf unseren Appell reagiert. Wir haben den einzig richtigen Beschluss gefasst", meinte Coni-Präsident Gianni Petrucci.

"Die Welt hält den Atem an"

Damit findet auch keine Begegnung des 30. Spieltages in der italienischen Serie A statt. Die Spiele wurden um eine Woche auf den 9./10. April verschoben. Der ursprünglich für diesen Termin vorgesehen Spieltag wird nun am 20. April statt des Pokals stattfinden. "Die ganze Welt hält für den Heiligen Vater den Atem. Der Sport hat die Pflicht, einem Menschen seinen Respekt zu zeigen, der sich derart für eine bessere Welt eingesetzt hat", sagte Trainer Carlo Ancelotti von Serie-A-Spitzenreiter AC Mailand. Und Gianfranco Zola, Kapitän von US Cagliari erklärte: "Es ist fair, den Sport zu stoppen. Es gibt wichtigere Dinge als Fußball."

Beim Großen Preis von Bahrain der Formel 1 geht dagegen alles weitgehend seinen gewohnten Gang. "Der Papst ist weltweit eine einmalige Persönlichkeit. Sein Zustand ist sehr kritisch, doch die Welt geht weiter. Ich denke, dass auch Johannes Paul II. gern hätte, dass alles normal weiterläuft", sagte Ferrari-Rennleiter Jean Todt.

Auch Schumacher zeigt sich betroffen

Weltmeister Michael Schumacher hatte bereits am Freitag sein tiefes Bedauern ausgedrückt. "Das betrifft jeden von uns", sagte Schumacher, der gemeinsam mit dem Ferrari-Team Anfang des Jahres eine Audienz beim Heiligen Vater hatte und dem Pontifex dabei ein Modell des Weltmeister-Autos überreichte. "Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass ich den Papst kenne, ich habe ja nur Hallo gesagt", meinte Schumacher. Trotzdem mache er sich Sorgen.

Vor der Entscheidung des Coni, sämtliche Sportveranstaltungen abzusagen, hatten bereits fast alle italienischen TV-Sender, die seit Freitagmorgen beinahe pausenlos live berichten, angekündigt, ihre jeweiligen Sportprogramme am Wochenende abzusetzen.

In Polen, dem Heimatland des 84 Jahren alten Papstes, der am Samstag immer wieder das Bewusstsein verlor, soll vor den Erst- und Zweitligaspielen am Sonntag in allen Stadien gebetet werden.

Autor: see

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