Die Tage von Roberto Di Matteo als Trainer des FC Schalke 04 sind gezählt.

Trainer Di Matteo muss gehen

Wen holt Schalke jetzt?

Andreas Ernst
25. Mai 2015, 10:35 Uhr
Foto: firo

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Die Tage von Roberto Di Matteo als Trainer des FC Schalke 04 sind gezählt.

Doch wer könnte auf Di Matteo folgen? Wir haben eine Liste möglicher Nachfolgekandidaten zusammengestellt. Das Job-Profil ist klar: Der neue Schalke-Trainer soll für einen mitreißenden Fußball stehen und sehr gut mit Talenten umgehen können.

Norbert Elgert: Wunschlösung der Schalke-Fans! Der U19-Erfolgstrainer und königsblaue Talentschmied kann sich eine Rückkehr ins Profigeschäft vorstellen - zumindest kokettiert er mit dieser Aussicht seit Jahren. Aufgrund seines bundesweiten Standings und seiner Beliebtheit bei allen Schalkern sollte die Vereinsführung mit Elgert sprechen. Allerdings würde es Elgert viel Überwindung kosten, die harmonische "Knappenschmiede" zu verlassen, um die chaotische Profiabteilung umzubauen. Und er würde seinen Status als Vereinsheld aufs Spiel setzen.

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Marc Wilmots: Wunschlösung Nummer zwei! Auch der "Eurofighter" wäre sofort der Liebling der Massen. Allerdings dürfte Wilmots seinen sicheren Job als Nationaltrainer in Belgien nicht ein Jahr vor der Europameisterschaft mit einem Schleudersitz bei den Königsblauen tauschen. Zu reizvoll ist die Aussicht, im Sommer 2016 die beste belgischen Elf aller Zeiten um Courtois, Kompany, Hazard, De Bruyne und Lukaku in Frankreich zum Titel zu führen. Zudem steht er bis 2018 unter Vertrag.

Huub Stevens: Bekommt der Jahrhunderttrainer eine dritte Amtszeit? Trotz Stevens' Erfolg beim VfB Stuttgart ist das undenkbar. Auch Stevens wäre nicht der richtige Mann, um eine Schalker Profimannschaft zu entwickeln - die letzte Amtszeit endete nach wochenlangem Rumpelfußball in einer Entlassung. Dass der inzwischen 61-jährige Stevens in einer anderen Funktion einsteigt, ist eher möglich. Langfristig soll er ohnehin in den S04-Aufsichtsrat.

Mike Büskens: Ein denkbares Modell wäre auch ein "Eurofighter"-Trainerteam - mit Mike Büskens an der Spitze. Büskens' Vertrag in Fürth endet im Juni, er wäre verfügbar, ist Schalker durch und durch, kennt "seinen" Verein wie nur wenige andere. Zuletzt scheiterte Büskens aber sowohl bei Fortuna Düsseldorf als auch in Fürth. Seine Qualitäten als Trainer hat er seit längerer Zeit nicht mehr nachgewiesen.

Mirko Slomka: Ja, er erreichte mit Schalke 2006 das Halbfinale des Uefa-Cups und hätte S04 2007 beinahe zur Meisterschaft geführt. Ja, er ist zu haben und hat einen guten Draht zu Vereinsboss Clemens Tönnies. Allerdings gab es gute Gründe, Slomka 2008 zu feuern. Es war unter seiner Leitung keine Entwicklung zu erkennen.

Christian Streich: Der Freiburger Abstiegstrainer war schon einmal der Wunschkandidat der Schalker Vereinsführung, sagte aber ab. Streich steht beim SC Freiburg aber bis 2016 unter Vertrag und deutete unmittelbar nach dem Abstieg an, diesen erfüllen zu wollen - auch in der 2. Bundesliga. Es ist schwer vorstellbar, dass Emotionsmaschine Streich nur vier Wochen nach dem Abstieg mit voller Kraft ein schwieriges Projekt in Gelsenkirchen angeht. Die Idee, Streich nach Schalke zu locken, hätte aber Charme - denn er könnte wie kein Zweiter außer Elgert für ein Nachwuchskonzept stehen.

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Sascha Lewandowski: Der Leverkusener Nachwuchschef ist so etwas wie der neue Thomas Tuchel. Bevor Tuchel beim BVB unterschrieb, war er bei allen trainersuchenden Klubs im Gespräch - nun ist es Lewandowski. Ein reizvoller Kandidat, allerdings ist er sehr mit der Stadt Dortmund verbunden. Er wurde in Dortmund geboren, wuchs dort auf, war lange Spieler und Trainer bei Dortmunder Klubs. Lewandowski betonte zwar, nie BVB-Fan gewesen zu sein - mit Gelsenkirchen verbindet ihn aber wenig. Ob das ein Hindernis ist?

André Breitenreiter: Trotz des Abstiegs spielte er mit dem SC Paderborn eine beeindruckende Saison. Der SC war immerhin, wie Breitenreiter das formulierte, "der krasseste Außenseiter aller Zeiten". Breitenreiter hat sich noch nicht entschieden, ob er auch in der 2. Bundesliga bleiben möchte, hat zudem nach unseren Infos eine Ausstiegsklausel. Allerdings wäre der Sprung nach Trainerjahren beim Amateurklub Havelse und im beschaulichen Paderborn sehr groß - zu groß?

Markus Weinzierl: Horst Heldt schätzt den Augsburger Erfolgstrainer - das erklärte er mehrfach! Doch Weinzierl verlängerte seinen Vertrag beim FCA vor wenigen Wochen, darf mit seinem Klub Europa League spielen - da wird er sein Idyll nicht verlassen.

Markus Gisdol: Das gilt auch für Hoffenheims Coach Gisdol. Der verlängerte auch unlängst seinen Vertrag und ist ebenfalls der unumstrittene Boss bei seinem Verein. Gisdol erklärte aber mehrfach, ein Schalke-Fan zu sein. Er könnte das Schalke-Gefühl glaubhaft verkörpern.

Armin Veh: Er ist ein Kumpel von Heldt - und genau das spricht gegen ihn. Sollte Heldt den neuen Trainer noch auswählen dürfen, würde er Veh auf keinen Fall verpflichten. Sonst stünde der Vorwurf der Cliquenwirtschaft im Raum. Zudem schmiss Veh zweimal in Folge (Frankfurt, Stuttgart) selbst die Brocken hin. Einen wankelmütigen Coach kann Schalke nicht brauchen.

Stefan Effenberg: Ein Rookie auf der Bank? Heldt sprach zwar vor zwei Jahren mit Effenberg, allerdings wäre es ein zu großes Risiko, einem Anfänger diese schwierige Aufgabe anzuvertrauen.

Jürgen Klopp: Es ist unvorstellbar, Menschen zum Jupiter zu schicken - und Jürgen Klopp als Trainer nach Gelsenkirchen zu holen.

Autor: Andreas Ernst

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