In Ägypten wurden landesweit die Ultragruppen sämtlicher Fußballvereine verboten und deren Auflösung gefordert.

Ägypten

Ultas werden als Terroristen eingestuft

Lukas Schäfer
20. Mai 2015, 11:42 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

In Ägypten wurden landesweit die Ultragruppen sämtlicher Fußballvereine verboten und deren Auflösung gefordert.

Demnach werden die Fanklubs künftig als terroristische Organisationen eingestuft. Am Samstag hat Ägyptens Gericht für dringende Angelegenheiten landesweit Ultragruppen verboten und deren Auflösung gefordert. Der in den Prozess involvierte Anwalt Ashraf Farhat bestätigte auf Daily News Egypt: “Es wird ihnen nicht möglich sein während Fußballspielen aufzutreten, noch werden sie eine Stimme gegenüber dem Regime haben. Jede Person, die in deren Namen auftritt, wird verhaftet”.

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Vorangegangen war diesem Urteil laut Weltfussball die juristische Anstrengungen von Mortada Mansour, dem Präsidenten von Zamalek, einem der populärsten Klubs des Landes, gegen die “Ultras White Knights”. Der Fangruppe von Zamalek wurden Attentatspläne, Vandalismus sowie ein Naheverhältnis zur verbotenen Muslimbruderschaft vorgeworfen. Mansour gilt als Mubarak-treu. Er wurde nach Ende der Regentschaft von Muslimbruder Mursi wieder als Präsident installiert.

Seit der Revolution und dem Sturz von Mubarak 2011 ereigneten sich während Fußballspielen schwere Ausschreitungen mit zahlreichen Toten. Erst im April wurden 11 Fußballfans von einem Gericht zur Todesstrafe verurteilt. Sie sollen an den Krawallen beteiligt gewesen sein. In Ägypten gelten Ultragruppen vor allem außerhalb der Stadien als Machtfaktoren. Sie zählen zu den am besten organisierten Bewegungen des Landes.

Autor: Lukas Schäfer

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