Der Urknall, den Gladbecks Coach Guido Naumann mit seinem Rücktritt via RS auslöste, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Denn urplötzlich wachten die Club-Verantwortlichen aus ihrer Lethargie auf und bewegten sich.

GLADBECK: Thorsten Sievert glücklich, 14 Mann fest

Naumann macht Rolle rückwärts

tr
15. Juni 2007, 08:50 Uhr

Der Urknall, den Gladbecks Coach Guido Naumann mit seinem Rücktritt via RS auslöste, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Denn urplötzlich wachten die Club-Verantwortlichen aus ihrer Lethargie auf und bewegten sich. "Wir haben uns mit dem Vorstand an einen Tisch gesetzt und alle Unklarheiten ausgeräumt", berichtet Defensivstratege und Co-Trainer Thorsten Sievert, der zusammen mit Naumann und Mannschaftsrats-Mitglied Danny Schnelle der Sitzung beiwohnte.

"Das ein oder andere wurde durch Dritte nicht richtig wiedergegeben. Deshalb hat sich Guido alleine gelassen gefühlt und überreagiert", berichtet Sievert. "Aber das ist geklärt. Der Vorstand wird ab sofort die Voraussetzungen für die Oberliga schaffen, Guido und ich werden für den sportlichen Bereich sorgen."

Also macht Naumann nach seinem Rücktritt eine Rolle rückwärts? "Ja", nickt Sievert und erklärt die Zusammenhänge: "Alle waren enttäuscht, als es so aussah, als ob es bei uns nicht weitergeht. Die Funktionäre wie auch die Spieler wollten das nicht. Guido hat dann alle mit seiner Maßnahme wachgerüttelt." Sievert weiter: "Wir werden uns jetzt am Riemen reißen und die Kommunikation verbessern. Jetzt stehen beide Seiten im Wort und müssen es halten."

Für Sievert wäre ein Zusammenbruch des Clubs ein Schlag ins Gesicht gewesen. Denn der ehemalige Erkenschwicker hat innerhalb des Teams große Fortschritte ausgemacht. "Der Zusammenhalt ist klasse. Alle wollten weitermachen, aber nur mit Guido. Das hat nun doch noch geklappt und wir werden uns jetzt für die Oberliga rüsten." Die Mannschaft zeigte sich mit Naumann solidarisch, lud ihren Linienchef zum Cageball ein. "Eigentlich kicken nur immer ein paar Mann von uns, doch als Guido kam, stand das gesamte Team da und hat ihn überredet zu bleiben", berichtet Sievert.

Den Vorwurf, dass die DJK nur ein zusammengekaufter Haufen sei, will der Abwehrrecke nicht im Raum stehen lassen. "Das ist Unsinn. Wir haben seit einem halben Jahr auf einen Großteil unserer Bezüge verzichtet und sind aufgestiegen. Das spricht für die Moral unserer Jungs."

Da Naumann nun endgültig seinen Wilhelm unter das Arbeitspapier gesetzt hat, haben auch die Akteure sofort reagiert und ihre Unterschrift geleistet. Für die neue Saison stehen Naumann und Sievert folgende 14 Spieler zur Verfügung: Ahmet Özkaya, Danny Schnelle, Ibo Mbaye, Marco Glenz, Levent Carabal, Nedim Djuliman, Hikmet Öztürk, Kadir Mutluer, Mesut Özkaya, Savas Turhal, Sebastian Senger, Olcan und Cenk Alakazli und Engin Yavuzaslan. "Das war eine unserer Forderungen", skizziert Sievert. "Das Formelle musste schnell erledigt werden, denn erst mit einem Vertrag haben wir alle Klarheit."

Klarheit herrscht allerdings beim Blick auf Sieverts frischoperiertes Knie. "Der Kreuzbandriss wurde geflickt und ich bin jetzt zwischen vier und fünf Stunden in der Reha. Aber es ist schon erschreckend, wie viel Kraft ein Muskel innerhalb von gerade einmal drei Wochen verliert", arbeitet der "Abräumer" akribisch an seinem Comeback, denn "die Oberliga ist für uns alle ein großer Traum".

Autor: tr

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