Viktoria 21 Bottrop und der SV Vorwärts 08 Bottrop werden in ihrer jetzigen Form am Ende der Saison von der Landkarte im Amateursport verschwinden.

Verschmelzung in Bottrop

Überlebenskampf in der Kreisliga

Chris Wendland
18. Juni 2014, 14:57 Uhr

Viktoria 21 Bottrop und der SV Vorwärts 08 Bottrop werden in ihrer jetzigen Form am Ende der Saison von der Landkarte im Amateursport verschwinden.

Doch großer Grund zur Traurigkeit besteht indes nicht, denn die beiden Vereine werden verschmelzen. Das besondere an einer Verschmelzung im Gegensatz zu einer Fusion ist, dass ein Verein den anderen aufnimmt. Bei einer Fusion lösen sich beide Vereine auf und gründen einen neuen. Damit verbunden ist eine Übergangszeit von einem Jahr, so dass eine Verschmelzung deutlich schneller bewerkstelligt werden kann.

"Einfach war gar nichts"

So kompliziert wie es sich anhört, ist es dann auch tatsächlich gewesen. "Einfach war gar nichts. Außer den Namen zu finden", erzählt der neu gewählte erste Vorsitzende Jürgen Siegmund. Denn mit dem neuen Namen "Sportfreunde 08/21" waren alle schnell einverstanden. Die Hürde, sich mit dem Konkurrenten, der ausgerechnet auch noch auf der gleichen Platzanlage spielt, zu verbinden, war auf der Ebene der beiden Vorstände schnell geklärt. Denn die Strukturen, die in beiden Vereinen bestanden, waren für ein eigenständiges Überleben nicht ideal. Vorwärts 08 war nur noch durch die erste Mannschaft und eine Altherren Abteilung vertreten und Jugendmannschaften fehlten komplett. Viel rosiger sah es bei Viktoria auch nicht aus, die mit zwei Seniorenteams, einer Mädchenmannschaft und einer Behindertenabteilung aufwarten konnten. Doch eine Einigkeit bei den Vorständen ist zum Leidwesen der beteiligten Vereine nicht ausreichend.

Mitglieder verweigern zunächst ihre Zustimmung

Die Mitgliederversammlung als höchstes Gremium muss in beiden Vereinen einer Verschmelzung zustimmen. Und genau diese wurde nicht erreicht. Es musste viel Arbeit investiert werden, um den abstimmungsberechtigten Mitgliedern die Notwendigkeit des Vorhabens zu erklären. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung konnte die erforderliche Mehrheit dann doch noch erreicht werden. Alles weitere ging dann seinen hochoffiziellen Weg. Von der Zusammenlegung der Konten bis hin zu der Beantragung der erforderlichen Steuernummer musste jeder Schritt notariell beurkundet werden.

Verschmelzung als Möglichkeit und Chance

Der Neuanfang soll also vieles besser machen. Siegmund hofft auf eine Unterstützung durch die Stadt in Form des Neubaus eines Kunstrasenplatzes. Er verweist hier auf die unannehmbare Situation für die Spieler der Behindertenmannschaft, die auf der Platzanlage trainieren, wegen der Vorgabe, nur auf Rasen spielen zu dürfen, aber nicht spielen dürfen. "Die Spiele werden auf anderen Anlagen ausgetragen und die Spieler haben Problem diese zu finden und zu erreichen", bemängelt Siegmund die derzeitige Situation. Angenehmer Nebeneffekt soll ein Zuwachs im Jugendbereich sein, da die Attraktivität durch einen Kunstrasenplatz steigen würde.

Neben dem organisatorischen Aufwand soll die sportliche Planung natürlich auch nicht zu kurz kommen. "Wir werden drei Senioren-Teams melden", betont Siegmund. Zwei werden in der Kreisliga B und die dritte in der Kreisliga C auflaufen. Siegmund: "Wenn es personell nicht reichen sollte, melden wir eine Mannschaft wieder ab." Das Ziel, den Aufstieg anzupeilen, ist nach dem dritten Platz der Viktoria in der abgelaufenen Saison auch durchaus realistisch. "Wir werden eine schlagkräftige Truppe stellen."

Autor: Chris Wendland

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