Mit seinem glücklichen Händchen, das dem AS Rom einen schwer erkämpften Auftaktsieg bescherte, hat Rudi Völler die italienischen Gazetten auf seine Seite geholt.

Völler wird für Montella-Coup gelobt

ir
13. September 2004, 12:34 Uhr

Mit seinem glücklichen Händchen, das dem AS Rom einen schwer erkämpften Auftaktsieg bescherte, hat Rudi Völler die italienischen Gazetten auf seine Seite geholt. "Zu den vier Großen" könnte das Team unter ihm gehören.

Rudi Völler hat sich und dem AS Rom mit dem Sieg zu seinem Trainer-Einstand Kredit bei den italienischen Gazetten erarbeitet, die ihm noch einiges zutrauen. "Völlers Mannschaft hat das Zeug, zu den vier Großen zu zählen. Der fliegende Deutsche überzeugt", schrieb die Gazzetta dello Sport nach dem 1:0-Erfolg des Vizemeisters gegen Aufsteiger AC Florenz. Tuttosport meinte: "Ein gelungener Start. Die Abwehr funktioniert, und die Stürmer haben ihre Gefährlichkeit gezeigt."

Besonders glücklich konnte der 44 Jahre alte Roma-Teamchef sein, dass er in Vincenzo Montella den Siegtorschützen (54.) zur Halbzeit einwechselte. "Ich bin sehr froh, dass Vincenzo getroffen hat. Er hat sehr hart gearbeitet. Ich habe Vertrauen in ihn gesetzt, er hat es zurückgezahlt", meinte "Rudi Nazionale" nach dem Erfolg vor 60.000 Tifosi im Olympiastadion von Rom.

Völler wirkte sehr erleichtert

Nach dem Auftakt-Dreier wirkte der Coach der deutschen Vize-Weltmeistermannschaft von 2002 sehr erleichtert. Schließlich waren die Umstände seines Amtsantritts am Tiber alles andere als optimal. "Ich musste in zwei Wochen das schaffen, wozu andere Trainer acht Wochen Zeit haben", sagte Völler im kicker.

Zwar hatte der 90-malige Nationalstürmer seinen Ex-Klub, bei dem er von 1987 bis 1992 gespielt hatte, nie ganz aus den Augen verloren. Allerdings musste sich der Nachfolger des aus privaten Gründen kurzfristig zurückgetretenen Rom-Trainers Cesare Prandelli mit viel Fleiß und Akribie in die neue Materie einarbeiten. Und Völlers Joker sorgte für die Entscheidung.

Erstes Tor seit November 2003

Montella, einer der Schlüsselspieler beim Gewinn des Scudetto durch die Roma vor drei Jahren, hat eine verletzungsbedingt verkorkste vergangene Saison hinter sich. Auf Grund ständiger Knieprobleme bestritt der italienische Nationalstürmer nur elf Serie-A-Spiele. Zwar reichte es gegen die Florentina noch nicht für die Anfangsformation, aber mit Beginn der zweiten Halbzeit erhielt Montella von Völler die Chance für den schwachen Vincent Candela. Der Treffer bedeutete für ihn den ersten Torerfolg in der Liga seit November 2003.

Das "kleine Flugzeug" (L'Aeroplanino), wie Montella wegen seines Torjubels mit ausgebreiteten Armen genannt wird, macht sich nun Hoffnungen, wieder Stammakteur bei Völler zu sein. Dabei wollte ihn Manager Franco Baldini sogar im Sommer abgeben. "Das stimmt, ich wollte ihn verkaufen. Ich bin aber sehr froh, dass er mir heute bewiesen hat, dass ich falsch lag", meinte Baldini.

"Super AS Rom", titelte der Corriere dello Sport und traut dem Völler-Team zu, wieder eine gute Rolle in der Serie spielen zu können. Einziger Wermutstropfen für den Roma-Teamchef war die Rote Karte für Nationalstürmer Antonio Cassano (45.) nach dessen Attacke gegen Giorgio Chiellini. "Das war eine dumme Reaktion, die dem ganzen Team geschadet hat", schimpfte Baldini. Gästespieler William Viali (13.) hatte schon frühzeitig Rot gesehen. Aber den Vorteil der numerischen Überlegenheit besaß die Roma nur 32 Minuten.

Autor: ir

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