Neue Beschäftigungen lösen mitunter neue Interessen aus. So dachte ich mir, ob meiner Kolumne, mal spontan ein »einfaches« Jugendspiel anzuschauen. Fernab vom mehr oder minder großem TamTam, von betonter Professionalität und tendenzieller Selbstüberschätzung. A- und B-Jugendspiele in den oberen Klassen kamen also nicht in Frage. Doch wie und wo fände ich wohl geeignete Spieltermine?

SPORTYVES Nr. 4

Sport, der in der Wirklichkeit stattfindet

Yves Eigenrauch
26. März 2007, 14:02 Uhr

Neue Beschäftigungen lösen mitunter neue Interessen aus. So dachte ich mir, ob meiner Kolumne, mal spontan ein »einfaches« Jugendspiel anzuschauen. Fernab vom mehr oder minder großem TamTam, von betonter Professionalität und tendenzieller Selbstüberschätzung. A- und B-Jugendspiele in den oberen Klassen kamen also nicht in Frage. Doch wie und wo fände ich wohl geeignete Spieltermine?

Tageszeitungen geben da nichts her, jedenfalls nicht, wenn ich mir weniger eine Begegnung in meiner Stadt ansehen möchte, sondern lieber eine in der Nachbarschaft. Und selbst bei den erstgenannten Spielen ist häufig nur die Spielpaarung genannt, selten auch mal die Zeit, geschweige denn der Ort. Auch Aushänge in Tankstellen oder Bäckereien kündigen nahezu ausschließlich die Spiele der 1. Mannschaften an. Wen verwundert es? Wen interessieren schon Jugendspiele – sollte es nicht gerade im Pokal zu einem Vergleich mit einer Nachwuchself eines Bundesligisten kommen.

Ich aber wollte mir doch ein Spiel einer D- oder C-Jugend ansehen und entschloss mich, nach Spielen in Herne zu suchen. Vorletzte Woche Samstag gedachte ich es mir einfach zu machen und ein Jugendspiel des DSC Wanne-Eikel zu besuchen. Die würden sicherlich eine Homepage haben, und richtig: Dank Internet wurde ich schnell fündig. Fest entschlossen, mich zum späten Mittag auf den Weg zu machen, verbrachte ich den Vormittag mit dem Ausfugen einer Mauer und hing meinen Gedanken nach. Doch schon bald begann es stark zu regnen und zu hageln. Ein gar starker Wind kam noch hinzu, so dass ich schließlich von meinem geplanten Ausflug Abstand nahm. Dann würde ich halt in der darauf folgenden Woche zu einem Jugendspiel gehen. Diese Mal wählte ich ein Meisterschaftsspiel der D2 des BV Herne Süd. Während die Internetseite der Senioren im Moment offensichtlich nicht aufrufbar ist, standen auf der Jugendseite alle Informationen zur Verfügung. Gespielt würde am Samstag auf der an der Bergstraße in Herne-Altenhöfen gelegenen Platzanlage, Anstoß sei im Anschluss an das Spiel der E2, nämlich gegen 13.45 Uhr.

Doch hatte ich an diesem Tag die Rechnung ohne meine Tochter gemacht. Auf die Frage, ob sie denn mitkäme, erwiderte sie, dass sie lieber selber Ball spielen wolle (kommt mir irgendwie bekannt vor). Also war es wieder nichts mit Jugendfußball gucken ... und es wird kommen, wie es kommen muss. Anstelle eines netten Jugendfußballnachmittags werde ich erst einmal erneut Zeuge eines Seniorenspiels werden. Diese Woche: Deutschland gegen Dänemark in Duisburg. Im Vorfeld des Spiels wird der Julius-Hirsch-Preis vergeben, den ich stellvertretend für das antirassistische Jugendbildungsprojekt »Dem ball is´ egal, wer ihn tritt« entgegen nehmen darf.

Nach den Recherchen der letzten Wochen bin ich jedoch sicher, mir bald ein Jugendspiel ansehen zu können. Das knapp vierstündige Suchen (primär im Internet) soll ja nicht umsonst gewesen sein. Und wer mehr über den Julius-Hirsch-Preis und die Initiative »dem ball is´ egal, wer ihn tritt« wissen möchte, der liest einfach auf Seite 2 weiter ...

Autor: Yves Eigenrauch

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