Die zweite Heimpleite hintereinander, das vierte Spiel ohne Sieg in Folge. Die “Zebras” drohen, vom Kurs abzukommen. Das erste gellende Pfeifkonzert der Nordkurve gegen die eigene Mannschaft – hörbares Signal für den Negativ-Sog, in den der MSV geraten ist. “Das ist richtig”, gibt Markus Kurth ernüchtert zu Protokoll, “jetzt stecken wir wirklich in der Krise.” Die Niederlage gegen Fürth hatte einen weiteren ganz bitteren Beigeschmack:

MSV: Vorsprung und Kredit verspielt / Häme von den Fans

Kurth: “Saison fängt jetzt neu an”

16. März 2007, 11:54 Uhr

Die zweite Heimpleite hintereinander, das vierte Spiel ohne Sieg in Folge. Die “Zebras” drohen, vom Kurs abzukommen. Das erste gellende Pfeifkonzert der Nordkurve gegen die eigene Mannschaft – hörbares Signal für den Negativ-Sog, in den der MSV geraten ist. “Das ist richtig”, gibt Markus Kurth ernüchtert zu Protokoll, “jetzt stecken wir wirklich in der Krise.” Die Niederlage gegen Fürth hatte einen weiteren ganz bitteren Beigeschmack:

Der MSV zeigte einen Grotten-Kick, präsentierte sich mutlos, kopflos, ziellos, einfallslos und unsortiert.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/581-585_preview.jpeg Duisburgs Markus Kurth, hier gegen Essens Stefan Lorenz (Foto: firo). [/imgbox]
“Wir haben ein sehr schlechtes Spiel abgeliefert und waren viel zu ausrechenbar. So steigen wir mit Sicherheit nicht auf”, bestätigt Christian Weber diesen Eindruck und blickt schon auf die nächsten Partien: “Jetzt müssen wir schnellstmöglich wieder Siege einfahren und die Chance dazu haben wir schon im nächsten Heimspiel gegen Wacker Burghausen.”

“Kurthi”: “Das war sogar das schlechteste der letzten drei Matches. Keiner aus der Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir da schleunigst rauskommen. Es ist an uns, jetzt wieder die Kurve zu kriegen. Wir haben keine Zeit mehr, es ist fünf vor zwölf. Alle Teams sind wieder ganz nah an uns dran, Lautern sogar punktgleich mit uns. Den Vorsprung, den wir uns hart erarbeitet haben, ist nun komplett aufgezehrt."

Der frühere Nürnberger grübelt weiter: "Was uns zudem nachdenklich stimmen sollte, ist, dass der Gegner von unseren eigenen Fans in unserer MSV-Arena gefeiert wird.” In den letzten Minuten wurden Ballkontakte der Fürther bejubelt und vor der Arena machte sich eine kleine Gruppe mit Fangesängen ("Wir haben die Schnauze voll!") gegen die Mannschaft Luft.
Ein Umstand, den sich alle MSV-Akteure selbst zu verdanken haben. “Dafür habe ich kein Verständnis. Unsere Anhänger sollen uns Rückendeckung geben und nicht den Gast anfeuern. Das haben wir, wenn man die Saison sieht, auch nicht verdient.

Wenn das so weiter geht, dann brauchen wir uns nicht mehr auf den Platz stellen”, resümiert der Ex-Kölner und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: “Das tut schon sehr weh – aber vielleicht haben wir es derzeit nicht anders verdient, so wie wir uns im Moment präsentieren. Es passt alles zusammen: Wir haben nicht nur jeglichen Vorsprung in der Tabelle, sondern auch jeglichen Kredit bei den Fans, verspielt – und dazu unseren Trainer enttäuscht.”

Der reagierte prompt und strich erst einmal bis auf Weiteres alle trainingsfreien Tage. “Recht so”, kontert Kurth, “am besten so lange, bis es auch der Letzte bei uns in die Birne bekommen hat und wir wieder ordentlich auflaufen. Das Team, das Kollektiv ist gefordert. Wir müssen besser als Einheit, als Mannschaft auftreten und wieder den absoluten Siegeswillen an den Tag legen.”

Am Sonntag gegen Wacker Burghausen können alle beweisen, dass sie es kapiert haben. “Wir müssen einfach wieder besseren Fußball spielen. Das geht aber nicht, wenn wir nur reden. Es ist genug geredet worden”, nennt der 33-Jährige die Gründe für die derzeit indiskutablen Leistungen. Dennoch ballt er die Faust. “Unsere Saison fängt jetzt, neun Spieltage vor Schluss, wieder neu an. Jetzt kommt die heiße Phase. Nun möchte ich mal sehen, wer von den Aufstiegskonkurrenten am besten standhält und mit der neuen Situation umgehen kann.”

Autor:

Kommentieren