Es gab Gesprächsbedarf beim WSV Borussia, verdammt viel sogar nach dem Fehlstart mit nur einem Zähler aus drei Partien. Die Spieler diskutierten unter sich, dann der Mannschaftsrat mit Präsident Friedhelm Runge und schließlich auch die Entscheidungs-Gremien untereinander, unter Mitwirkung des ehemaligen Sportlichen Leiters Dietmar Grabotin.

WSV BORUSSIA: Runge als Bewährungshelfer

"Keine Ablösungs-Forderungen,aber großer Korrektur-Bedarf"

02. März 2007, 10:06 Uhr

Es gab Gesprächsbedarf beim WSV Borussia, verdammt viel sogar nach dem Fehlstart mit nur einem Zähler aus drei Partien. Die Spieler diskutierten unter sich, dann der Mannschaftsrat mit Präsident Friedhelm Runge und schließlich auch die Entscheidungs-Gremien untereinander, unter Mitwirkung des ehemaligen Sportlichen Leiters Dietmar Grabotin.

"Wir waren an vielen Fronten tätig, sowohl Trainer als auch Akteure und technische Leitung sind in der jetzigen Situation gefordert. Wir sind mit allen drei Gruppen übereingekommen, dass es weitergeht und dass wir das Ziel Aufstieg auch künftig verfolgen", umschreibt Runge.

Somit genießt Chef-Coach Uwe Fuchs bis Saisonende eine Job-Garantie. Ob sein bis 2008 laufender Vertrag erfüllt wird, darüber möchte sich Runge noch kein Urteil bilden: "Fakt ist, die Partie am Samstag in Ahlen wird für niemanden ein Schicksalsspiel sein. Aber der Fußball ist eine kurzlebige Sache, was heute gut ist, kann morgen schon schlecht sein." Wobei sich auch derzeit nicht alles positiv darstellt, wie Runge nach der Befragung des Mannschaftsrates feststellen musste: "Es wurden keine Forderungen über eine Ablösung des Trainers gestellt, aber es wurde klar, dass einige größere Dinge korrigiert werden müssen. Wenn wir die abstellen, können wir unseren Ambitionen weiter nachgehen."

Auch Manuel Bölstler, der gemeinsam mit Michael Stuckmann, Mike Rietpietsch, Christian Maly und Markus Ortlieb den Mannschaftsrat bildet, betont: "Wir haben beschlossen, wir wollen die ganze Sache abhaken und nur noch nach vorne blicken. Die Saison ist noch lange nicht gelaufen, man sieht, wie schnell es gehen kann." Ein durchaus berechtigter Eindruck, schließlich liegen die Bergischen gerade mal einen Punkt hinter den Aufstiegsrängen, auch wenn sie schon ein Spiel mehr als die Konkurrenz auf dem Konto stehen haben.

Das sich für die Rückkehr in die Erfolgsspur spielerisch einiges ändern muss, ist aber auch Bölstler bewusst: "Wir hatten zuletzt große Löcher zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Jeder sollte sich Gedanken machen, woran das liegt, und sich an die eigene Nase packen." Vor allem der Begriff "Druck" macht immer wieder die Runde, wenn man auf die Probleme des WSV zu sprechen kommt. Doch der Defensiv-Allrounder stellt fest: "Es darf keine Ausreden mehr geben. Was passiert denn, wenn wir vor 40.000 Zuschauern in Köln antreten? Da müssen wir auch mit dem Druck klarkommen."

Und tatsächlich erkennt der frühere Darmstädter schon erste Fortschritte im Training: "Die Lockerheit der letzten Wochen ist raus, bei den Einheiten geht es härter zur Sache. Wer das nicht packt, ist halt raus." Zur Stimmungs-Verbesserung ist allerdings ein Erfolg in Ahlen zwingend notwendig, zumal der Kontakt nach oben nicht frühzeitig abreißen sollte. Bölstler: "Ahlen hat einen richtigen Lauf, das könnte uns sogar zugute kommen. Im Anschluss geht es gegen Osnabrück, Düsseldorf und Dresden, danach wissen wir, wohin der Weg für uns führt." Zumindest ist schon mal geklärt, mit wem er beschritten wird.

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