Die Fans des italienischen Zweitligisten SSC Neapel haben am Freitag mit Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnet die Polizei angegriffen. Nun fordern die Sicherheitskräfte die Sperrung des Stadions San Paolo.

Napoli-Tifosi schlagen erneut über die Stränge

ar
25. Januar 2004, 12:45 Uhr

Die Fans des italienischen Zweitligisten SSC Neapel haben am Freitag mit Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnet die Polizei angegriffen. Nun fordern die Sicherheitskräfte die Sperrung des Stadions San Paolo.

Die Fans des SSC Neapel bringen ihren Klub in arge Bedrängnis. Nach schweren Krawallen am Rande des Spiels zwischen den italienischen Zweitligisten Neapel und Verona am Freitag, bei dem 20 Polizisten verletzt wurden, fordern die Sicherheitskräfte in der Vesuvstadt die Sperrung des Stadions San Paolo.

Rund 300 mit Stöcken und Molotow-Cocktails bewaffnete Tifosi hatten am Freitagabend die Polizisten angegriffen, berichtet die Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Sonntag. Dabei wurden Dutzende von Personen verletzt. Vier Tifosi wurden angezeigt, einer von ihnen wurde von einem Schnellrichter zu zwei Monaten und 20 Tagen Haft verurteilt.

"Lage in Neapel ist außer Kontrolle"

"In Neapel ist die Lage außer Kontrolle geraten. Es ist nicht mehr annehmbar, dass bei jedem Spiel Hunderte von Jugendlichen die Polizei mit Stöcken, Steinen, Flaschen und Knüppeln angreifen", sagte Antonio Ascione, Sprecher der Polizeigewerkschaft Siulp. Die Gewerkschaft beschuldigte den Fußballklub Neapel, nichts zu unternehmen, um die Gewalttätigen zu isolieren. "Wenn sich die Lage nicht bessert, sind wir nicht mehr bereit, den Sicherheitsdienst für die Fußballspiele zu garantieren. Wenn es so weitergeht, muss das Stadion gesperrt werden", sagte Ascione.

Krawalle am Rande der Fußballspiele sind an der Tagesordnung in Neapel. Im September war es bei Ausschreitungen während des Spiels Avellino-Neapel zum Tode eines 20-jährigen Avellino-Fans gekommen, der von einer Tribüne gestürzt war. Im Zusammenhang mit diesem Vorfall waren 16 Personen festgenommen worden, zwei werden noch gesucht.

Autor: ar

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