Es ist geschafft. Nach vierjähriger Abstinenz kehrt die SpVg Erkenschwick in die Oberliga zurück.

SPVG ERKENSCHWICK - Sensationelles Märchen

tr
04. Juni 2004, 12:17 Uhr

Es ist geschafft. Nach vierjähriger Abstinenz kehrt die SpVg Erkenschwick in die Oberliga zurück.

Es ist geschafft. Nach vierjähriger Abstinenz kehrt die SpVg Erkenschwick in die Oberliga zurück. Auch beim vorletzten Auftritt in dieser Saison zeigten die Stimberg-Kicker ihre Dominanz. Beim 3:0-Erfolg in Sundern blieb das Team von Coach Michael Pannenbecker zum 17. Mal ohne Gegentreffer. 22 Siege, nur eine Niederlage und 72 Punkte zeugen von einer beeindruckenden Bilanz. "Das ist sensationell", triumphiert Pannenbecker. "Für die Stadt, die Mannschaft und mich persönlich ist ein Märchen Wirklichkeit geworden."

Thomas Schaaf lässt grüßen

Direkt nach dem Abpfiff (16.46 Uhr) ging die schwarz-rote Feierorgie los. Die Fans stürmten den Platz. Umarmungen, Freudenschreie, Partychaos. "Wir kamen aus Sundern überhaupt nicht mehr weg und haben uns erst um 19.15 Uhr auf den Heimweg gemacht." Doch die Rückfahrt dauerte länger als geplant. "Nach etlichen Pinkelpausen sind wir dann von rund 200 Anhängern fantastisch empfangen worden", kann sich der "Macher" noch an Details erinnern.

Vorsorglich hatte sich Pannenbecker den Dienstag schon einmal frei genommen. Und er sollte recht behalten. Schampus und Gerstensaft hinterlassen ihre Spuren. Doch während der Großteil der freudentaumelnden Gesellschaft ausgelassen im Clubhaus auf den Tischen tanzte, stand Pannenbecker alleine in einer Ecke. "Das brauchte ich einfach", wollte der Coach wie Bremens Thomas Schaaf die Deutsche Meisterschaft, den Erfolgs-Gipfel genießen, f. "Auch nach dem Schlusspfiff habe ich mir ein paar Minuten alleine gegönnt. Schließlich hinterlässt eine derartige Saison tiefe Spuren." Der Spitzenreiter weiter: "Das war unglaublich. Herne und Oestrich haben uns das Leben verdammt schwer gemacht. Ein großes Kompliment an beide Vereine."

Als Pannenbecker den Job vor zwei Jahren und drei Monaten von Ex-Trainer Peter Anders übernahm, erhoben viele Kritiker ihren Zeigefinger. "Natürlich waren viele Skeptiker da, aber wir haben bewiesen, dass man nicht unbedingt über Erfahrung verfügen muss", ist der 38-Jährige stolz, die Truppe perfekt motivieren zu können.

Pannenbeckers Schwindelgefühle

Auf dem Platz stehen die Leistungsträger fest. Gleiche kristallisierten sich auch während der Feierlichkeiten heraus. "Dass ein Thomas Magga oder Tobias Ritz etwas lauter waren, als die anderen, war klar", hat Pannenbecker einige Spieler von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. "Aber wie andere aus sich heraus gekommen sind, hat mich schon überrascht." Allen voran Marcel Althaus. Der "Samba-Tänzer" zeigte, was in ihm steckt. Pannenbecker schelmisch: "Ich glaube, ich habe sogar einen Hüftschwung gesehen. Hoffentlich war das nicht seine gesamte Extase."

Um 23 Uhr machte sich Pannenbecker "mit einigen Schwindelgefühlen" auf den Heimweg. Doch auch zuhause kam der Familienvater nicht zur Ruhe. "Ich habe durchgemacht, weil ich nicht schlafen konnte", wälzte sich Pannenbecker unruhig im Bett hin und her.

Aber auch ohne Schlaf laufen die Vorbereitungen für die Aufstiegsfeier auf Hochtouren. "Das gibt eine Sause", kommt Pannenbecker aus der feuchtfröhlichen Stimmung nicht mehr heraus. "Wir haben uns zwar einige Herne Zuschauer vergrault, aber ich möchte schon, dass 1.300 Besucher mit uns feiern." Im gleichen Atemzug hofft Pannenbecker, "dass die Unverbesserlichen nicht für Unruhe sorgen. Wer Randale im Hinterkopf hat, soll bloß zuhause bleiben."

Autor: tr

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