Beim Lüner SV läuft die Vorbereitung erst seit zehn Tagen, und dennoch herrscht am „Schloss Schwansbell“ schon wieder das nackte Chaos. Der Verein will sich von Yassine Labiadh trennen, obwohl der noch einen bis zum 30. Juni 2007 gültigen Kontrakt hat.

LÜNEN - Labiadh sauer: „Die werden bluten”

hb
30. Juli 2005, 13:19 Uhr

Beim Lüner SV läuft die Vorbereitung erst seit zehn Tagen, und dennoch herrscht am „Schloss Schwansbell“ schon wieder das nackte Chaos. Der Verein will sich von Yassine Labiadh trennen, obwohl der noch einen bis zum 30. Juni 2007 gültigen Kontrakt hat.

Beim Lüner SV läuft die Vorbereitung erst seit zehn Tagen, und dennoch herrscht am „Schloss Schwansbell“ schon wieder das nackte Chaos. Der Verein will sich von Yassine Labiadh trennen, obwohl der noch einen bis zum 30. Juni 2007 gültigen Kontrakt hat.

„Ich habe mich immer korrekt verhalten und jetzt kommen die mir so“, ereifert sich 29-Jährige. „Mein Berater will mit dem Lüner Vorstand eine Lösung finden, aber ohne Abfindung werde ich keinen Auflösungsvertrag unterschreiben. Ich habe seit drei Monaten kein Geld vom Verein gesehen, daher werden die jetzt bluten!“

Rückblende: Im April schlüpfte Labiadh etwas ungewollt in die Rolle des Spielertrainers, nachdem Oswald Semlits den LSV ohne Vorwarnung in Richtung Hamm verlassen hatte. „Ich glaube, dass ich damals einen guten Job gemacht habe, aber die Mannschaft war nicht diszipliniert genug, um mit einem vormaligen Teamkollegen als neuem Vorgesetzten klar zu kommen. Komisch, als Manfred Balcerzak das Amt übernahm, haben alle wieder ein anderes Gesicht gezeigt“, erinnert sich der Tunesier, der 1999 aus seiner Heimat nach Deutschland auswanderte und seitdem bei Hannover 96 sowie bei Borussia Wuppertal sein Fußball-Glück suchte.

Nun steht der in Wuppertal lebende frühere afrikanische Profi wieder vor dem Nichts. „Warum haben die Verantwortlichen nicht im April oder Mai mit mir darüber gesprochen. Die Art und Weise gefällt mir überhaupt nicht“, regt sich Labiadh auf. „Jetzt haben alle Vereine ihre Kader schon zusammen. Es ist schwer, etwas zu finden“, kommt dem Mittefeld-Spieler äußerst ungelegen, dass er bisher voll auf die Karte Fußball gesetzt hat. „Es wird Zeit, dass ich mich um einen Beruf kümmere“, nickt Labiadh, dessen Frau Ute als Studentin der Wirtschafts-Wissenschaften an der Uni Wuppertal ebenfalls kein geregeltes Einkommen in den gemeinsamen Haushalt einbringen kann.

Immerhin: Schon liegen Labiadh drei Anfragen von interessierten Clubs vor, eins aus der Oberliga Nordrhein sowie jeweils eines aus der Verbandsliga Westfalen II und Mittelrhein.

Autor: hb

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