Laute Worte sind nicht sein Ding. Deshalb ist Yassine Labiadh unglaublich froh, dass sein Debüt als neuer Spielertrainer des Lüner SV beim 2:0 in Herford nicht in die Hose ging.

LÜNEN - Notlösung Yassine Labiadh als „Dauerbrenner“?

hb
21. April 2005, 12:02 Uhr

Laute Worte sind nicht sein Ding. Deshalb ist Yassine Labiadh unglaublich froh, dass sein Debüt als neuer Spielertrainer des Lüner SV beim 2:0 in Herford nicht in die Hose ging.

Laute Worte sind nicht sein Ding. Deshalb ist Yassine Labiadh unglaublich froh, dass sein Debüt als neuer Spielertrainer des Lüner SV beim 2:0 in Herford nicht in die Hose ging. „Ich war vor dem Spiel ziemlich aufgeregt und habe den Jungs gesagt: Ich bin ein ganz normaler Spieler, kein Chef-Trainer“, schlüpfte der Kapitän zwar nicht unfreiwillig, aber etwas gegen sein ruhiges Naturell in die Verantwortung.

Nach dem plötzlichen Weggang von Oswald Semlits zur Hammer SpVg (siehe Interview!) könnte Labiadh dennoch von einer „Notlösung“ zum „Dauerbrenner“ werden. „Unser Vorsitzender Dieter Wiefelspütz hat mir nach dem Abpfiff gesagt, dass ich das bis zum Saisonende weiter machen soll“, bestätigt der 29-Jährige Mittelfeldler.

Schließlich setzt Labiadh ganz auf die Karte Fußball, nachdem er eine Ausbildung zum Kaufmann mitten in der Lehre abgebrochen hatte. „Ich habe mich für den nächsten Trainer-Lehrgang, der im Januar 2006 in Kaiserau beginnt, angemeldet“, berichtet der Tunesier.

Vor knapp sechs Jahren war er aus Nordafrika nach Deutschland gekommen, um hier als Fußballer Geld zu verdienen. Der Plan ging bisher nicht auf. 1999 wagte er den Schritt nach Europa und wechselte von seinem Heimatclub Espérance Sportive Zarzis (erste tunesische Liga) für 100.000 DM Ablöse zu Hannover 96. „Dort sollte ich oben spielen, habe aber einen Vertrag als Amateur unterschrieben. Das ging nicht, weil ich vorher Profi war und bin von der FIFA erst einmal für ein halbes Jahr gesperrt worden“, vermisste Labiadh bei seinem Fehlstart in der fremden Umgebung die Fachkenntnis eines Beraters. 2001 kehrte er zunächst nach Tunesien zurück und kickte bei AS Djerba und erneut in Zarzis, ehe er über den Spielervermittler Rolf Müller in der hiesigen Oberliga Nordrhein bei Borussia Wuppertal landete.

Seit 2004 kickt Labiadh in Lünen und fühlt sich dort heimisch. Auch dank seiner Frau Ute, die an der Uni Wuppertal Wirtschafts-Wissenschaften studiert. „Mein Vertrag beim LSV läuft noch bis 2007. Wenn ein neuer Trainer kommt, mache ich wie vorher als Spieler weiter“, hätte Labiadh kein Problem, wieder ins zweite Glied zu rücken.

Autor: hb

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