Am 15. Spieltag der Primera Division schaut ganz Spanien auf das Stadion Nou Camp nach Barcelona, wo die

"Barca" fordert Real im "ewigen Duell"

tw
06. Dezember 2003, 14:15 Uhr

Am 15. Spieltag der Primera Division schaut ganz Spanien auf das Stadion Nou Camp nach Barcelona, wo die "Erzrivalen" FC Barcelona und Real Madrid ihre Kräfte messen. Für jede Menge Zündstoff ist gesorgt.

Das "Giganten-Treffen" erinnert momentan eher an das Duell "David gegen Goliath". In Spaniens Klassiker FC Barcelona gegen Real Madrid scheinen die Rollen am Samstag klar zugunsten der "königlichen" Gäste verteilt. Zehn Punkte Vorsprung des Meisters und Spitzenreiters auf den Tabellenachten "Barca" verbieten zumindest auf dem Papier die Bezeichnung Spitzenspiel.

Dennoch plant Reals "Weltauswahl" einmal mehr geradezu historische Taten. Beim bislang letzten Triumph des Rekordchampions beim Erzrivalen in der Saison 1983/84 vor 20 Jahren (2:1 durch Tore von Juanito und Carlos Santillana) stand sogar noch der damalige Europameister Ulli Stielike in der Real-Elf. "Zwei Jahrzehnte Warten sind genug. Wir haben am Mittwoch das Derby gegen Atletico Madrid 2:0 gewonnen und sind es unseren Fans jetzt schuldig, ihnen das Hochgefühl zurückzugeben, auch Barcelona erobert zu haben", gibt Madrids Präsident Florentino Perez denn auch die Marschrichtung vor.

Schlechte Erinnerungen bei Luis Figo

Für Reals Superstars Ronaldo und David Beckham bedeutet der Schlager die Rückkehr an eine wichtige Station ihrer schillernden Laufbahnen. Der brasilianische Weltmeister trug 1996/97 das Trikot der Katalanen und war der erklärte Liebling der Fans, und "Becks" feierte 1999 in Barcelona mit Manchester United im schon legendären Champions-League-Finale gegen Bayern München mit dem 2:1-Sieg seinen bislang größten Erfolg.

Ein Schicksal seines Teamkollegen Luis Figo, den militante "Barca"-Fans in der vergangenen Saison wegen seines Wechsels von den Katalanen nach Madrid bei einem Eckball sogar mit einem Schweinekopf bewarfen, fürchtet Ronaldo nicht. "Ich habe keine Angst, denn ich habe keine Feinde in Barcelona", meint der Weltfußballer. Auch Beckham, mittlerweile beim Tabellenführer für Eckstöße zuständig, bleibt gelassen: "Ich mache meinen Job. Es gibt keinen Grund, das in Barcelona zu ändern."

500 Sicherheitskräfte schützen Madrid

Die moderaten Töne passen zum Schmusekurs der Vereins-Bosse. "Barca"-Chef Joan Laporta und Perez haben das Verhältnis der lange verfeindeten Erzrivalen spürbar entspannt und die Partie auch wegen ihres gemeinsamen Kampfes gegen die Gewalt im spanischen Fußball zum "Derby des Friedens" ausgerufen.

Ganz trauen die Katalanen ihrem Anhang, der zuletzt wegen Barcelonas Problemen in der Liga sogar Morddrohungen an Laportas Haus schmierte, allerdings nicht über den Weg. Ein Großaufgebot von 500 Sicherheitskräften aus Polizei und privaten Wachdiensten soll sowohl Madrids Mannschaft und Präsidium als auch die Schiedsrichter von ihrer Ankunft bis zur Abreise vor Übergriffen schützen.

Die Gefahr von Ausschreitungen besteht im Falle eines Misserfolgs durchaus. Denn "Barca" läuft der Musik in der Primera Division weit hinterher, holte aus den vergangenen drei Spielen nur einen Punkt und kassierte am vergangenen Mittwoch beim FC Malaga mit 1:5 seine höchste Pleite seit neun Jahren. Doch Trainer Frank Rijkaard, der gegen Real wohl weiter auf den noch verletzten Weltmeister Ronaldinho verzichten muss, bekommt demonstrative Rückendeckung von Laporta: "Wir ziehen unser Projekt mit Rijkaard durch. Er hat eine schwere Aufgabe und bekommt von uns alle Zeit, die er braucht. Unser Ziel bleibt Platz vier."

Der 15. Spieltag der Primera Division im Überblick:

CA Osasuna Pamplona - Celta Vigo, R.S. San Sebastian - Betis Sevilla, Deportivo La Coruna - FC Malaga (alle heut, 19.30 Uhr), FC Barcelona - Real Madrid (heute, 21.30), FC Sevilla - Real Saragossa SAD, Real Mallorca - Real Valladolid, Albacete Balompie - Real Racing Santander, Real Murcia - FC Villarreal (Sonntag, 17.00), Atletico Madrid - Espanyol Barcelona (Sonntag, 19.00), FC Valencia - Athletic Bilbao (Sonntag, 21.30)

Autor: tw

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