Mit der Forderung von Rudi Völler auf Wiedergutmachung für die Rumänien-Pleite ist die deutsche Nationalmannschaft in die EM-Vorbereitung gestartet. Bereits im nächsten Test gegen Malta soll Kredit zurückgewonnen werden.

Völler fordert Wiedergutmachung in EM-Vorbereitung

beb
25. Mai 2004, 14:57 Uhr

Mit der Forderung von Rudi Völler auf Wiedergutmachung für die Rumänien-Pleite ist die deutsche Nationalmannschaft in die EM-Vorbereitung gestartet. Bereits im nächsten Test gegen Malta soll Kredit zurückgewonnen werden.

Auch wenn der EM-Auftakt gegen die Niederlande das wichtigste Ziel bleibt, ist die deustche Nationalmannschaft mit der Forderung von Teamchef Rudi Völler auf Wiedergutmachung für die Rumänien-Pleite in die Vorbereitung auf die Endrunde in Portugal gestartet. "Wir müssen gleich damit beginnen, den Kredit, den wir verloren haben, wieder zurückzugewinnen. Die Mannschaft steht in der Pflicht", sagte Völler vor dem Länderspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/live in der ARD) in Freiburg gegen Malta.

EM-Startschuss mit Leistungstest

Einen Tag nach der Nominierung des zunächst 22-köpfigen Aufgebots für die Europameisterschaft (12. Juni bis 4. Juli) traf sich der Vize-Weltmeister am Dienstag wie bereits vor der WM 2002 wieder im "Elztal-Hotel Schwarzbauernhof" in Winden - und startete nach einer kurzen Ansprache von Völler an seine Stars, in denen der Teamchef die EM-Spielregeln festlegte, am Nachmittag bei traumhaften Wetter und besten Bedingungen gleich mit einem Ausdauer- und Schnelligkeitstest in die heiße Phase.

"Das hat bei den Spielern zwar wie immer keine Hurra-Stürme ausgelöst, aber so ein Leistungstest ist ganz wichtig", betonte der Teamchef: "Da können wir feststellen, bei wem wir im Training reduzieren müssen oder wer noch etwas Druck braucht. Beim einen muss man die Form konservieren, den anderen muss man an die Topverfassung erst heranführen." Alles sei auf den "Tag X", den EM-Auftakt gegen die Niederlande am 15. Juni in Porto, ausgelegt, "da müssen wir topfit sein, um die Holländer zu schlagen." Schon jetzt sei deshalb das erste Vorrundenspiel "bei allen in den Köpfen".

Völler will taktische Defizite verbessern

Doch nicht nur auf die optimale Fitness, so Völler weiter, würde es gegen die Niederlande ankommen. Man müsse nach dem blamablen 1:5 in Rumänien vor allem auch taktische Defizite während der Vorbereitung im Schwarzwald aufarbeiten. Nach dem Malta-Spiel will er deshalb "die eine oder andere Einheit so gestalten, dass wir die Dinge, die nicht so geklappt haben, verbessern". In Bukarest habe hauptsächlich die Ordnung im Mittelfeld gefehlt, "in dem Moment waren die hinten die ärmsten Säue. Wenn das nicht stimmt, wird es auch bei der EM nicht funktionieren."

Beim Benefizspiel für die DFB-Stiftung Egidius Braun gegen Malta im Freiburger Dreisam-Stadion, für das am Dienstag 17.000 Tickets verkauft waren, erwartet Völler deshalb bereits eine klare Steigerung und erste Fingerzeige. Allerdings wird er nicht seine EM-Wunschformation aufs Feld schicken, die er nach eigenen Angaben schon im Kopf hat.

EM-Startelf noch offen

Alle hätten im Trainingslager und in den Länderspielen gegen Malta, am 2. Juni in Basel gegen die Schweiz und am 6. Juni in Kaiserslautern gegen Ungarn noch die Chance, sich in die EM-Startelf zu spielen. "Das ist noch ein langer Weg, da kann sich durch Verletzungen oder Formschwankungen noch viel ändern", sagte Völler auch in Richtung Thomas Brdaric. Der Angreifer von Hannover 96 war die einzige Überraschung im EM-Kader und gilt bisher eher als EM-Joker.

Ob Brdaric am Donnerstag gegen Malta sein zweites Länderspiel bestreiten wird, ist noch fraglich. Der 29-Jährige laboriert an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Definitiv wird der Hamburger Christian Rahn fehlen, den nach wie vor die Folgen eines Muskelfaserrisses in der Wade behindern. Auch die beiden Bremer Fabian Ernst und Frank Baumann, die mit Werder am Samstag noch das DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Aachen bestreiten, stehen nicht zur Verfügung. Sie werden am Sonntag im "Elztal-Hotel Schwarzbauernhof" in Winden erwartet.

Autor: beb

Kommentieren