Nach einem Gespräch unter vier Augen sind Nationalspieler Michael Ballack und Günter Netzer

Ballack und Netzer begraben das Kriegsbeil

ar
11. Oktober 2003, 11:22 Uhr

Nach einem Gespräch unter vier Augen sind Nationalspieler Michael Ballack und Günter Netzer "wieder im Reinen". Der Bayern-Star betonte jedoch, dass ihn die Diskussion um seine Rolle "nervt".

Die Wogen zwischen Nationalspieler Michael Ballack und Ex-Sport-Bild-Kolumnist Günter Netzer haben sich geglättet. "Wir haben inzwischen miteinander geredet, das Ergebnis bleibt aber unter uns. Nur soviel: Wir sind miteinander im Reinen", sagte Deutschlands "Fußballer des Jahres" in einem Interview mit der Welt. Ex-Nationalspieler Netzer hatte Ballack in einem Beitrag Führungsqualitäten abgesprochen und seine Einschätzung vor allem damit begründet, dass der 27-Jährige seine fußballerische Ausbildung in der ehemaligen DDR absolviert habe.

Angebliche Differenzen mit Kahn "Unsinn"

Der Mittelfeldstar von Bayern München betonte allerdings zum wiederholten Male, dass ihn die Diskussion um seine Rolle ärgert: "Dieses Thema hat mich wirklich genervt. Mir wäre es auch egal gewesen, wenn jemand gesagt hätte: "Er ist kein Führungsspieler!" Wenn damit die Diskussion beendet gewesen wäre."

Dasselbe gelte für die Spekulationen über die Hierarchie bei seinem Klub, wo er angeblich Differenzen mit Nationalmannschafts- und Bayern-Kapitän Oliver Kahn wegen der Chefrolle gehabt haben soll. "Das ist Unsinn. Wir wollen beide das Beste für die Mannschaft. Mir ist es nicht wichtig, dass in der Zeitung steht: Der Ballack ist der Chef. Wenn es dem Team hilft, okay. Aber Olli und ich lachen über die so genannten Konflikte, die da konstruiert werden. Wir verstehen uns gut, wir reden über viele Themen, auch abseits des Fußballs. Da wird immer nach versteckten Streitereien gesucht, die es nicht gibt."

Von eigenen Stärken überzeugt

Ballack selbst ist von seinen Stärken ohnehin überzeugt: "Mir ist es nicht wichtig, wo mich andere in irgendwelche Hierarchien einordnen. Ich weiß, dass ich ein wichtiger Spieler bin. Das reicht mir." Der Vize-Weltmeister will auch in Zukunft offen seine Meinung sagen, auch wenn er damit wie schon in der Vergangenheit mal bei seinen Vorgesetzten aneckt: "Ich habe in diesen Fällen einfach meine Meinung gesagt. Wenn man eine hat, sollte man die auch vertreten."

Autor: ar

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