Weggeweht! Wattenscheids Auftakt in Wuppertal wurde von

WATTENSCHEID 09 - Zahlen-Geflecht überrascht

tt
01. März 2004, 10:19 Uhr

Weggeweht! Wattenscheids Auftakt in Wuppertal wurde von "General Winter" vehement verhindert.

Weggeweht! Wattenscheids Auftakt in Wuppertal wurde von "General Winter" vehement verhindert. "Der WSV wollte die Partie unbedingt durchführen, man hatte schon den Platz im Zoo-Stadion geräumt, aber dann kamen die Schneemassen. Schade, meine Jungs waren gut drauf und hätten gerne gespielt. Wir waren vorbereitet", sagt SG-Trainer Hannes Bongartz, der jetzt auf einen Top-Start gegen die HSV-Amateure am kommenden Samstag hofft. "Ich werde mir Hamburg am Montag Abend gegen Eintracht Braunschweig ansehen. Wir dürfen nichts unversucht lassen und müssen gegen die Hanseaten dringend etwas machen. Jeder Punkt zählt."

Statt Punkte-Kribbeln stand gestern auf dem weiß getünchten Aschenplatz an der Lohrheide eine intensive Einheit am Samstag Mittag auf dem Programm. Verspätungen gab es keine, alle Akteure fanden den Weg nach Wattenscheid pünktlich. "Wir haben zwei Stunden lang gearbeitet, der Spaßfaktor war hoch", zeigte sich der 52-Jährige zufrieden.

Wie schon in der gesamten Vorbereitung präsentierte sich Danny Thönes auch am Samstag wieder von seiner besten Seite. "Er ist bei uns ein absoluter Aktivposten. Wie er selbst auf Schneeboden, der nicht unbedingt seine Welt ist, hantiert, das ist schon schön anzusehen. Der Junge hat einfach Spaß", sieht der Ex-Nationalspieler deutliche Fortschritte.

Bongartz gibt zu: "Danny war im letzten Sommer mit der erste Spieler, den wir verpflichtet hatten. Ich wusste zwar, dass er Verletzungs-Probleme hatte, bin aber nicht davon ausgegangen, dass es so schlimm sein würde. Man zweifelt dann schon irgendwann an sich selbst. Deswegen freue ich mich umso mehr über die aktuelle Entwicklung." Da sich auch Tim Jerat, der zusammen mit Thönes aus Leverkusen kam, als Verteidiger-Alternative empfehlen konnte, stellt der Coach fest: "So falsch haben wir mit den beiden offenbar doch nicht gelegen."

Während sich Thönes nach dem 8:1-Kantersieg im Pokal über Meinerzhagen noch zögerlich über eine mögliche Zukunft im Revier äußerte, scheint Hannes Bongartz auch nach dieser Saison auf den beidfüßigen Techniker zu setzen: "So einen Spieler werde ich voll unterstützen. Ich sehe es nicht so, dass für Danny hier das Abschieds-Halbjahr ansteht. Nach der beschissenen ersten Saisonhälfte gibt es doch jetzt ganz andere Ziele."

Die Ausgangslage für Wattenscheid bleibt klar - Bongartz: "Für mich zählt nur die Mannschaft und der Klassenerhalt. Wir müssen über Stock und über Stein zur angestrebten 40-Punkte-Grenze gelangen. Eine Negativ-Serie, wie sie uns in der Vorrunde passiert ist, darf sich nicht wiederholen. Bis zum Juni wartet eine ganz heiße Kiste auf uns." Trotzdem blickt der Familienvater zuversichtlich nach vorne: "Man merkt, dass ein ganz anderer Geist in der Truppe herrscht. Ich kann jetzt nicht noch zusätzlich Druck ausüben, der ist schon genug vorhanden."

Auch bei der Zusammenstellung des Zahlen-Geflechts für die Lizenzierung scheint es bei der SG 09 nicht so dramatisch auszusehen, wie nach der geplatzten Schalke-Kooperation zunächst angenommen. "Es sieht eher positiv als negativ aus, ich war sogar selbst etwas überrascht", gibt der Trainer zu, "es gibt von der Vereinsführung eine klare Marschrichtung: Die erste Mannschaft wird weiter Regionalliga spielen, die Reserve bleibt in der Oberliga, die Damen sollen mindestens in die Zweite, am Besten sogar in die Bundesliga. Auch die A-Jugend soll in der höchsten Klasse weitermachen. Das hört sich insgesamt alles gut an, jetzt müssen wir nur noch sportlich drin bleiben." Präsident Dr. Rüdiger Knaup schrieb zwar "kleine Zahlen" in die Lizenzierungs-Unterlagen, stellte aber bei erfolgreicher Sponsoren-Aquise die Möglichkeit zum Nachbessern in Aussicht. So steigen auch die Chancen, künftig nicht als Sparrings-Partner, sondern als ambitioniertes Team in der dritten Liga mitzumischen.

Autor: tt

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