Als Germania Windeck die Verpflichtung von Ervin Skela bekanntgab, haben sich alle vor allem eines gefragt: wie konnte der Klub solch einen Mann an Land ziehen?

Skela in Windeck

"Brauche Spielpraxis für mein Land"

Krystian Wozniak
08. Februar 2011, 08:57 Uhr

Als Germania Windeck die Verpflichtung von Ervin Skela bekanntgab, haben sich alle vor allem eines gefragt: wie konnte der Klub solch einen Mann an Land ziehen?

„Ich wollte das halbe Jahr nicht faul auf der Couch liegen. Die albanische Nationalmannschaft braucht mich. Um meinen Land zu helfen, brauche ich Spielpraxis. Zudem liegt Windeck in der Nähe von meinem Wohnort Bonn“, gibt der 34-jährige Nationalspieler die Antwort.

Vorfreude auf RWE

Skela, der zuletzt bei der TuS Koblenz aktiv war, freut sich, dass er in Windeck einem alten Bekannten über den Weg läuft. „Ich habe mit Mariusz Kukielka drei Jahre in Cottbus gespielt. Nun treffen wir uns bei einem Fünftligisten wieder. Der Fußball schreibt schon kuriose Geschichten“, lächelt der Familienvater. Gut gelaunt ist Skela auch, wenn er über seine Heimat Albanien spricht. Man merkt es dem Ballkünstler an, wie wichtig ihm die Berufungen für die Nationalmannschaft sind. „Ich bin unheimlich stolz, dass ich das albanische Trikot tragen darf. Der Coach hat mir gesagt, dass ich es schwer haben würde, wenn ich ein halbes Jahr ohne Klub bin. Nun kann ich meinen Körper wieder richtig in Schwung bringen und meinem Land in der EM-Qualifikation helfen“, erklärt Skela.

Dass er dabei um den Aufstieg in die Regionalliga kickt, kommt ihm natürlich entgegen. „Ich habe mich bislang nicht viel mit der NRW-Liga auseinandergesetzt. Doch ich weiß schon, was man in Windeck vorhat. Zudem gibt es in dieser Liga namhafte Klubs“, sagt Skela und hat Rot-Weiss Essen im Kopf. „Es ist schon bemerkenswert, wenn ein Klub in der fünften Liga einen Zuschauerschnitt von knapp 7.000 Fans hat. Ich freue mich jetzt schon auf den Hexenkessel an der Hafenstraße.“

"Ervin bringt uns enorm weiter"

Doch die NRW-Liga besteht nicht nur aus RWE. Skela hat es auch mit weniger prominenten Vereinen wie Westfalia Rhynern oder SV Schermbeck zu tun, was für den bundesligaerfahrenen Kicker absolutes Neuland ist. „Es macht Fußballern immer mehr Spaß, wenn man vor gut besuchten Tribünen spielt. Doch auch wenn nur 100 Leute kommen, verändert sich das Spiel nicht. Ich denke, dass ich auch dann mit der Motivation keine Probleme haben werde, wenn ein Stadion nicht so voll ist.“

In Windeck sind sie jedenfalls über ihren neuesten Transfercoup begeistert. „Ervin bringt unsere Mannschaft enorm weiter. Die jungen Spieler können sich einiges bei ihm abschauen. Ich freue mich unglaublich, dass die Verpflichtung geklappt hat“, sagt Coach Heiko Scholz. Die Freude wäre noch größer, wenn Skela über den Sommer hinaus in Windeck bleiben würde. „Man muss abwarten, wie sich hier alles entwickelt. Bei einem Aufstieg kann man sicherlich reden. Ich weiß ja, dass in Windeck einiges aufgebaut werden soll“, will Skela nichts ausschließen. Der Ex-Frankfurter will auf jeden Fall noch einige Jahre Fußballspielen. „Ich hatte in meiner Karriere keine großen Verletzungen. Mein Körper ist topfit, warum sollte ich nicht noch drei, vier Jahre spielen.“

"Allein mit Namen erreicht man nichts"

Doch das sind Zukunftspläne, zunächst will Skela seinen Beitrag dazu leisten, dass der aktuelle Tabellenzweite am Ende der Saison sein Ziel erreicht. Skela: „Wenn man Leute wie Kukielka, Nehrbauer und auch mich in einer Mannschaft hat, dann muss man eigentlich hochkommen. Doch wir müssen unsere Qualitäten auf dem Platz zeigen. Allein mit deinem Namen kannst du nichts erreichen. Du musst Taten sprechen lassen.“

Geht es nach ihm, dann werden diese auch folgen. „Wir haben eine gute Mannschaft, die ein Ziel verfolgt. Ich werde alles dafür tun, dass wir am Ende der Saison etwas zu Feiern haben werden.“

Autor: Krystian Wozniak

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