Sieht man einmal von der Verletzung von Slawo Freier ab, dann steht Trainer Friedhelm Funkel gegen Erzgebirge Aue seine geballte Angriffskraft zur Verfügung.

VfL: Wer läuft auf?

Aydin auf der Überholspur

24. Januar 2011, 09:47 Uhr

Sieht man einmal von der Verletzung von Slawo Freier ab, dann steht Trainer Friedhelm Funkel gegen Erzgebirge Aue seine geballte Angriffskraft zur Verfügung.

Ob Chong Tese, Mimoun Azaouagh, Zlatko Dedic, Mahir Saglik, Roman Prokoph, Marc Rzatkowski, Giovanni Federico, Oguzhan Kefkir oder Mirkan Aydin – alle haben das Zeug, sich gegen eine der stärksten Abwehrreihen der Liga zu behaupten. Doch weil der VfL mit dem zuletzt erfolgreichen 4-3-3-System spielen wird, muss sich der Coach auf drei Akteure festlegen.

Und dabei dürfte es eine handfeste Überraschung geben. Denn während wohl ein wiedergenesener Federico Freier vertritt und Azaouagh links erneut dabei ist, sprach in den letzten Trainingstagen vieles dafür, dass weder der vom Asien Cup zurückgekehrte Tese, noch Dedic oder Saglik von Beginn an stürmt, sondern dass Aydin erstmals von Beginn an aufläuft.

Der Angreifer, der vor dreieinhalb Jahren gemeinsam mit dem jetzigen Schalker Lukas Schmitz von der TSG Sprockhövel zum VfL wechselte, zeigt seit Jahresbeginn aufsteigende Form. Im vergangenen Juli hatte er sich bei einem Test gegen NK Kranj eine Sprunggelenks- und Außenbandverletzung zugezogen, die ihn in der Hinrunde komplett aus der Bahn warf. Aydin, der noch einen Vertrag bis zum Sommer 2012 besitzt: „Die Verletzung ist nicht mehr in meinem Kopf, das ist vergessen. Ich fühle mich gut und schaue nach vorne.“

Das hat er in der Vorbereitung bewiesen und deshalb hat ihn Funkel nicht nur gegen München in den Kader berufen, sondern ihn auch beim Stande von 1:1 gebracht. Das Happy End ist bekannt, bei seinem zweiten Ballkontakt traf er zum 2:1 und bereitete später das 3:1 vor. Aydin: „Jetzt freue ich mich auf Montag und das Spiel im rewirpowerSTADION.“ Zwar weiß der Angreifer noch nicht, ob er zum Einsatz kommt, aber selbstbewusst stellt er fest: „Ich denke, ich habe in der Woche ordentlich trainiert, da wird der Trainer schon wissen, ob er mich bringt oder nicht.“

Aydin musste lange auf seine zweite Chance warten. Denn sein erster Einsatz im Profifußball 2009/2010 in Hoffenheim war nicht vom Erfolg gekrönt. Aydin: „Die Physis war schon immer bei mir vorhanden, aber mir fehlte die Ruhe am Ball. Das hat sich mit zunehmender Routine geändert. Mittlerweile erkenne ich bestimmte Situationen früher und kann auch schneller reagieren.“

Aydin hat nach überstandener Verletzung einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht und wer Funkel kennt, der weiß, dass er solche Situationen gerne zu einem Überraschungsmoment nutzt. Die Einsätze von Rzatkowski, Vogt oder Matthias Ostrzolek gelten als Indiz dafür, warum also sollte Aydin gegen Aue nicht in der Startelf stehen? Mit Tese, Saglik und Dedic würde er drei Hochkaräter auf die Bank verdrängen. Aydin gibt sich bescheiden: „Von denen kann ich noch eine ganze Menge lernen. Bei der Qualität der Kollegen schadet es mir bestimmt nicht, wenn ich mir das ein oder andere abschaue.“

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