Die Winterpause ist die größte und mithin entscheidendste Zäsur innerhalb einer Saison. Allein deshalb kann die Unterbrechung RWE schon nicht gelegen kommen.

Rot-Weiss Essen

Winterpause zur Unzeit

Aaron Knopp
10. Dezember 2010, 12:23 Uhr

Die Winterpause ist die größte und mithin entscheidendste Zäsur innerhalb einer Saison. Allein deshalb kann die Unterbrechung RWE schon nicht gelegen kommen.

Dass die Pause nun witterungsbedingt auch noch viel zu früh den Lauf des Spitzenreiters anhält, kommt ungefähr so passend wie ein Stoppschild auf der Überholspur.

Nach dem Spiel in Köln ist nun auch der Rückrundenauftakt beim VfB Homberg am kommenden Sonntag vorzeitig abgesagt worden. Nun ist Waldemar Wrobels Kreativität gefordert. Allzu viele Alternativen bleiben dem Coach der Essener ohnehin nicht. „Auch ein Trainingsbetrieb ist ja nicht möglich, weil die Plätze gesperrt sind und wo das nicht der Fall ist, sind die trotzdem unerträglich.“ Es bleibt also nichts anderes, als sich in der Halle fitzuhalten.

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Die Zügel schleifen lässt Wrobel dennoch nicht. „Ich halte nichts davon, den Jungs über Gebühr freizugeben, weil das Risiko, in eine gewisse Lethargie zu verfallen, zu groß ist.“ Zudem steht mit dem Spiel gegen Velbert ja vor den Weihnachtsferien noch eine schwierige Aufgabe an. „Und da wird es ein entscheidender Indikator, wie wir zwischendurch gearbeitet haben.“ Und die Wetterprognosen lassen sogar die Hoffnung zu, dass die Partie tatsächlich ausgetragen wird.

Kein Geld fürs Trainingslager

Gedanken über die anstehende Winterpause macht sich der Coach aber dennoch schon mal, denn der Start ins Fußballjahr 2011 wird wiederum vorentscheidend für die gesamte Restserie. Ein Trainingslager können die Rot-Weissen zwar nicht beziehen, „aber wir schauen, dass wir irgendwo im Low-Budget-Bereich ein paar Tage unterkommen und uns zurückziehen können“, hofft Wrobel. Ganz unabhängig davon, ob das gelingt, gilt: „Es liegt allein an uns, dass wir eine vernünftige Vorbereitung aufs Tablett bringen.“

Dabei spielt auch die Psyche eine große Rolle. Schließlich sind die Essener nun die Gejagten. „Alle werden einen Riesenbock haben, uns zu schlagen“, weiß der 40-Jährige. „Aber mit dem, was wir bislang angeboten haben, mit unserem Support plus der Hafenstraße, sind wir schon gut aufstellt und man muss schon guten Fußball spielen, um uns zu schlagen.“ Daher gilt nach wie vor das Credo: „Wir werden alles tun, um unseren Platz nicht mehr herzugeben. Aber ich bin ja nicht ohne Grund derjenige, der gebetsmühlenartig darauf hinweist, wie wichtig es ist, dass wir gut aus der Pause kommen.“

„Alle haben einen Riesenbock, uns zu schlagen“

Dazu soll – bei aller Euphorie, die zuletzt auf der Mitgliederversammlung spürbar wurde – das Umfeld einen vor allem geduldigen Beitrag leisten. Zwar nehme die Mannschaft und der Trainerstab die Anerkennung wohlwollend zur Kenntnis, aber Wrobel will sich von der Stimmung nicht einlullen lassen. „Ich kann mich an ähnliche Situationen erinnern und weiß, wie schnell das in Essen geht. Aber es bekräftigen ja alle Beteiligten, dass die Zeiten, in denen die Stimmung so schnell umschlägt wie das Wetter, vorbei seien.“ Klingt ganz so, als würde der Polizeibeamte dem Braten noch nicht so recht trauen. Doch der Coach beteuert: „Ich glaube daran, weil viele Leute so denken. Und wenn der Support auch nach zwei, drei schlechten Spielen so gut bleibt und die aktuelle Konstellation das Vertrauen behält, wenn es auch mal eine Zeit lang nicht so läuft, dann können wir auch auf lange Sicht Erfolg haben.“ Winterpause hin oder her...

Autor: Aaron Knopp

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