Der Heisinger SV sorgt in der Bezirksliga für Aufsehen. Nach 15 Spieltagen hat der HSV ein unglaubliches Torverhältnis von 38:35-Treffern vorzuweisen.

Heisinger SV

"Unser Standort ist nicht von Vorteil"

Krystian Wozniak
06. Dezember 2010, 11:47 Uhr

Der Heisinger SV sorgt in der Bezirksliga für Aufsehen. Nach 15 Spieltagen hat der HSV ein unglaubliches Torverhältnis von 38:35-Treffern vorzuweisen.

"Unsere Spiele sind für die Zuschauer sehr attraktiv. Wir gewinnen nun mal lieber mit 6:4 als 2:0", erklärt Heisingens Coach Arnd Herbst.

Die acht Saisonsiege der Essener Südstädter waren nicht nur meist attraktiv für die Fans, sondern auch für die Geldbeutel der Spieler. Denn an der Uhlenstraße herrscht ein ganz besonderes Prämiensystem. "Wir haben einen Spielerrat von fünf Akteuren. Dieser handelt vor der Saison ein absolut leistungsbezogenes Entlohnungssystem aus. Bei uns bekommt niemand einen Extralohn. Beim HSV wird nur die ganze Mannschaft entlohnt", erklärt HSV-Boss Klaus-Jürgen Feldhaus das "Gehaltsprozedere" beim Heisinger SV 52/96.

Bei anderen Klubs werden die Spieler meistens monatlich bezahlt. Davon sind die Heisinger schon seit Jahren weg. "Früher sind die Kicker zu mir gekommen und wollten einen Vorschuss haben oder Geld für den Führerschein. Manch einer wollte sich dann noch einen neuen Schrank kaufen, dass geht mir zu weit. Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen, deshalb haben wir dieses System ausgetüftelt", sagt Feldhaus.

Trainer Herbst ist fest davon überzeugt, dass nicht zuletzt dieses System ein Grund dafür ist, dass eine Jungs bislang eine solch ordentliche Saison hingelegt haben. "Das alles läuft absolut leistungsbezogen ab. Wenn sich die Spieler ein bisschen Taschengeld verdienen wollen, dann müssen sie dementsprechend spielen. Wir haben dadurch auch ein noch größeres Zusammengehörigkeitsgefühl."

Heisingen liegt zwar nur sechs Punkte hinter dem Spitzenreiter TVD Velbert zurück, doch einen einen Landesliga-Aufstieg mag der Ex-TVDler trotzdem nicht glauben. "Wir haben hier wirklich begrenzte Mitte. 80 bis 85 Prozent unsere Spieler kommen aus der eigenen Jugend. Wir haben hier am Baldeneysee das Pech, dass wir nicht im Ballungsgebiet des Essener Fußballs liegen. Unser Standort ist schön, aber bestimmt nicht von Vorteil", sagt Herbst.

Geht es nach Herbst, dann solle es beim ehemaligen Klub von Nationaltorhüter Jens Lehmann erst in den nächsten Jahren in Richtung Landesliga gehen. "Vielleicht können wir dieses Unternehmen mal in zwei, drei Spielzeiten in Angriff nehmen. Vorher ist dies sicherlich nicht zu stimmen", glaubt Herbst.

Doch wer weiß, was alles mit dem "lukrativen Prämiensystem" am Baldeneysee noch alles möglich ist...

Autor: Krystian Wozniak

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