Stimmung und Trainingslager waren klasse, überall wurde die Harmonie und konzentrierte Arbeit gelobt. Jetzt gibt es die ersten dunklen Wolken am Vorbereitungs-Himmel der Oberhausener.

RWO - Andersens Sorgen

cb
20. Juli 2004, 10:19 Uhr

Stimmung und Trainingslager waren klasse, überall wurde die Harmonie und konzentrierte Arbeit gelobt. Jetzt gibt es die ersten dunklen Wolken am Vorbereitungs-Himmel der Oberhausener.

Stimmung und Trainingslager waren klasse, überall wurde die Harmonie und konzentrierte Arbeit gelobt. Jetzt gibt es die ersten dunklen Wolken am Vorbereitungs-Himmel der Oberhausener. Grund: Die Liste der Ausfälle. RWO-Coach Jörn Andersen zählte kurz durch, um am Samstag nach dem Training Bilanz zu ziehen. "Ich hatte nur 14 Mann an Bord, die gehen nach der Vorbereitung ziemlich auf dem Zahnfleisch. Der Kader ist aktuell ziemlich dünn, da mache ich mir schon Gedanken."

Speziell, da am Sonntag im Rahmen der Saisoneröffnungs-Feier an der Landwehr mit dem FC Litex Lovech der erste härtere Gegner wartete. Bei dem amtierenden bulgarischen Pokalsieger kickt der ehemalige Oberhausener Dimtcho Beliakov.

Hugo Costa fällt nach seinem doppelten Bänderriss in der Schulter (auch Tossi 2 genannt) noch mindestens zwei Wochen aus. Ungefähr dieselbe Zeit benötigt Salif Keita, um wieder mit der Mannschaft zu trainieren. Die Verletzung, die sich der Angreifer in Eisenach zugezogen hat, stellte sich doch als Muskelfaserriss heraus. Bedeutet: Etwa 14 Tage Pause. Wann mit Benjamin Reichert gerechnet werden darf, steht noch in den Sternen. Nach der Meniskus-Verletzung ist nur klar: Schnell wird es wohl nicht gehen.

"Das ist schon bitter", stöhnt Andersen, "14 Mann können alles mitmachen, sind top dabei. Leider fallen aber viele andere aus, so dass wir auf einigen Positionen kaum Alternativen haben." Besonders in der Deckung und im Sturm. Zu den bekannten Blessuren kam unter der Woche der Angriffs-Hammer. Der Brasilianer Leandro Simioni kam mit einem Krankenschein an, der über sechs bis acht Wochen gehen soll. Hintergrund: Die Handgelenks-Verletzung, zugezogen in Brasilien, bedarf einer solch langen Auszeit. Im Training demonstrierte der Leidgeprüfte, worum es sich handelt. "Ich darf in keinen Zweikampf gehen. Die verletzte Stelle darf kaum berührt werden." Für den Beobachter zu erkennnen, die Hand ist noch fast steif. Der Linksfuß muss sich auf leichte Laufübungen beschränken, bis die angeschlagene Stelle wieder belastbar ist.

Die komplette Personalnot wurde ausgelöst, da am Samstag auch Thomas Cichon nicht bei der Arbeit erschien. Eine Grippe legte den Ex-Kölner flach. "Bei ihm hoffe ich, dass er heute wieder mitwirken kann", erklärt der Trainer. Auch der Einsatz von Ümit Ertural scheint fraglich, konnte der ehemalige Osterfelder doch bei der Samstags-Einheit die finalen Laufrunden nicht absolvieren. Andersen: "Für ihn scheint die Belastung etwas zu hoch zu sein. Zuerst hatte er Probleme mit den Schuhen, gestern gab es Knieprobleme." Apropos Knie: Unter den letzten Aufrechten war auch Anthony Tieku, der aber laut seines Coaches "erst bei 70 Prozent ist, da nach so einer Verletzung auch der Kopf mitmachen muss. Daher benötigt er noch etwas Zeit."

Die brauchen natürlich auch die drei Nachzügler Alassane Ouedraogo, Nassirou Ouro-Akpo und Moustapha Salifou, die durch ihre Länderspiel-Reisen die bisherige Vorbereitung fast komplett versäumten.

Nicht verletzt oder verspätet, dennoch bei der Eröffnungs-Veranstaltung nicht anwesend, ist der Russe Maxim Zinovijev, der noch in Russland weilt.

Autor: cb

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