RW OBERHAUSEN: Exklusiv-Interview mit Neuzugang Caio

cb
20. Januar 2004, 10:35 Uhr

Sein Transfer sorgte in Oberhausen für Aufregung. Ein brasilianischer Nationalstürmer an der Landwehr. Mit RevierSport unterhielt sich Caio über seine Ziele mit dem Spitzenreiter der zweiten Liga.

Sein Transfer sorgte in Oberhausen für Aufregung. Ein brasilianischer Nationalstürmer an der Landwehr. Damit komplettiert Caio Ribeiro Decoussau das Samba-Trio der "Kleeblätter". Die Erwartungen an den Mann, der in jungen Jahren bereits sechs Mal für Inter Mailand auflief, sind dementsprechend groß. Sein Debüt im RWO-Dress wird der 28-Jährige nach erhaltener Spielgenehmigung beim heutigen Test-Kick in Offenbach geben. Mit RevierSport unterhielt sich Caio exklusiv, bereits mit ersten Ansätzen in deutscher Sprache, über seine Ziele mit dem Spitzenreiter der zweiten Liga.

Caio Ribeiro Decoussau, herzlich willkommen in Oberhausen. Wie werden Sie eigentlich im Alltag angesprochen?
Ich werde überall nur Caio genannt.

Was wissen Sie nach einigen Tagen bereits über Ihre neue Mannschaft?
Bisher wurde ein sehr guter Fußball gespielt, der mit der Tabellenführung in der Liga belohnt worden ist. Dann hat mich vor kurzem ein Freund angerufen und mir vom Interesse des Vereins erzählt. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich der Teil eines wichtigen Projekts sein will. Die Voraussetzung habe ich in Oberhausen, wo ich helfen will, in die erste Liga zu kommen. Schließlich möchte ich gerne länger hier bleiben.

Was, wenn Oberhausen den Aufstieg verpasst?
Daran denke ich nicht. Ich glaube an das Team, an jeden einzelnen Akteur.

Was gab den endgültigen Ausschlag für Oberhausen?
Alle meine Freunde haben mir zu dem Wechsel geraten. Unter anderem habe ich auch kurz mit Ze Roberto von Bayern gesprochen.

Gab es auch andere Angebote aus Europa?
Im letzten Jahr gab es Interessenten aus Spanien und Italien. Hat aber nicht geklappt.

Kannten Sie Ihren neuen Coach Jörn Andersen schon vorher?
Ich habe schon Spiele mit ihm gesehen, als er noch in der Bundesliga aktiv war. Jetzt freue ich mich, mit ihm zu arbeiten.

Der Trainer sah vor einigen Jahren die Partie Neapel - Bergamo. Sie liefen für Neapel auf. Erinnern Sie sich noch an die Begegnung?
Dunkel. Wenn ich mich nicht täusche, ging es 2:2 aus.

Sie sprechen mehrere Sprachen. Wann hört man Sie richtig Deutsch sprechen?
Ich hoffe, mich schnell verständigen zu können. Ich schaue deutsches Fernsehen, versuche die Zeitungen zu verstehen. Zudem habe ich immer ein Wörterbuch dabei. Es ist wichtig, schnell mitreden zu können. Allerdings kann ich mich in unserer Truppe schon mit vielen unterhalten. Natürlich mit den anderen Brasilianern, französisch mit Gauthier Remacle oder englisch mit den Deutschen.

Wie würden Sie den Fußballer Caio charakterisieren?
Ich denke, die Technik ist meine Stärke. Ansonsten bin ich wohl eher ein europäischer Brasilianer. Da ich nicht so groß und stark bin, versuche ich, der Mannschaft durch meine viele Laufarbeit zu helfen. Ich bin 90 Minuten ständig unterwegs.

Sie liefen bereits für die brasilianische Nationalelf auf. Wann gab es den letzten Einsatz?
Vor etwa fünf Jahren. Aktuell bin ich nicht dabei. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, nochmal dazu zu gehören.

Stehen Sie im Kontakt zu anderen Brasilianern der Profiligen?
Ich kenne Amoroso und Ewerthon aus Dortmund. Juan und Franca aus Leverkusen und Ze Roberto. Mit Marcelo Bordon aus Stuttgart bin ich gut befreundet.

Bisher haben Sie nur das kalte, stürmische Wetter in Deutschland mitbekommen. Für Sie ein Problem?
Es ist wirklich bitter kalt. Aber ich kenne das teilweise schon aus Italien. Es gibt schlimmeres.

Wird Ihre Familie Sie bald in Oberhausen besuchen?
Meine Eltern kommen im Februar. Kurz danach will auch meine Schwester hierher kommen. Meine Freundin Carla wird Oberhausen in zwei Monaten kennenlernen.

Viele Fußballer sind für frühe Hochzeiten bekannt. Sie sind 28. Gibt es schon Heiratspläne?
Ich will auf jeden Fall später vor den Traualtar treten. Aber noch nicht jetzt. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn ich wieder in Brasilien bin.

Interview: Christian Brausch

Autor: cb

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