Anthar Yahia hatte gestern nach der Rückkehr aus München allen Grund zur Freude.

BOCHUM: Neue Defensive konnte an der Isar überzeugen

gp
01. Februar 2007, 16:10 Uhr

Anthar Yahia hatte gestern nach der Rückkehr aus München allen Grund zur Freude.

Anthar Yahia hatte gestern nach der Rückkehr aus München allen Grund zur Freude. Der 24-Jährige, den der VfL in einer Blitzaktion bis zum Saisonende vom französischen Erstligisten Nizza ausgeliehen hat, feierte im VfL-Trikot einen gelungenen Einstand. Yahia: "Als sich am Wochenende abzeichnete, dass ich beim VfL spielen werde, habe ich mich schon mit der Partie beim FC Bayern München auseinander gesetzt. Ich hoffe, dass man dies von der ersten Minute an gesehen hat. Es war ein guter Auftritt der Mannschaft." Und dann fügte der gebürtige Algerier, der auch einen französischen Pass besitzt, an: "Das Team hat vom ersten Tag den Eindruck einer gewachsenen Einheit hinterlassen. Ich möchte schnell ein Teil davon sein." Yahia, mit Korsin Alexandra verlobt, hatte vor seinem Engagement in Nizza beim FC Bastia gespielt, war dann nach dem Abstieg gewechselt. Der Neue: "Korsika ist und bleibt für mich der schönste Platz auf der Welt." Dabei hat der Elsässer noch eine zweite große Liebe: "Mein favorisiertes Urlaubsziel ist New York, da könnte ich immer hinfliegen."

Wohin er in der nächsten Woche fliegt, ist noch ungewiss, denn bisher weiß der VfL nur mündlich, dass Yahia für die algerische Nationalelf für das Testspiel am kommenden Mittwoch gegen Lybien nominiert ist. Trainer Marcel Koller gestern: "Wir haben noch nichts schriftlich." Dagegen konnte der Schweizer Trainer über die Leistung von Yahia nicht klagen: "Für das erste Spiel hat er seine Sache sehr gut gemacht und alles bestätigt, was wir über ihn wussten und beim Test gegen Graz gesehen haben."

Die Qualitäten des Rechtfußes, der auch mit dem linken umzugehen weiß: Ein gutes Stellungs- und sicheres Kopfballspiel, tolle Technik und eine Portion Schnelligkeit. Noch wohnt der Defensive in einem Bochumer Hotel, sucht aber fieberhaft nach einer Wohnung. Dann wird auch die Freundin dafür sorgen, dass er sich in Bochum noch wohler fühlt. An der Blitzverpflichtung spielte neben Stefan Kuntz auch noch die ganze Geschäftsstelle mit. Sebastian Westerhoff, Erkenschwicker Torjäger, düste sogar nach Hagen, um für Yahia noch schnell einen passenden Clubanzug zu besorgen. Montag-Mittag um 12 Uhr waren alle Papiere beim DFB, der Premiere von Yahia, der in Frankreichs Liga 102, in der Nationalelf 20 Spiele absolvierte, stand nichts mehr im Wege.

Gegen Yahia ist Jaroslav Drobny in Bochum fast schon ein alter Hase. Dass er gleich in seiner zweiten Begegnung, ausgerechnet bei den Bayern ohne Gegentor blieb, ist sicher etwas, an das sich der 27-Jährige noch länger erinnern wird. Torwarttrainer Peter Greiber stellte ihm jedenfalls nach dem Punktgewinn ein prima Zeugnis aus: "Er hat den guten Eindruck der Trainingseinheiten bestätigt, er war vor allem in der ersten Halbzeit sehr präsent. Auch bei Ecken und Standards. Mit der Aktion gegen Mark van Bommel hat er die Null gehalten."

Auch abseits des Platzes gibt es für den Tschechen nur Bestnoten: "Er ist ein positiver Typ, verhält sich super gegenüber den Kollegen und geht auf die Leute zu, wann immer er etwas zu sagen hat", erzählt Greiber. Der Keeper, der keinen Hehl daraus macht, dass er im Sommer am liebsten wieder in England spielen wurde, sucht schnellstens eine Wohnung, um seine Frau aus Griechenland nachkommen zu lassen. Bis dahin ist er Untermieter bei Pavel Drsek in Duisburg. Nach seinem Match bekam er von seinen Teamkameraden einheitlich Lob. Thomas Zdebel: "Es ist eine unglaubliche Sicherheit von Jaro ausgegangen, das überträgt sich auf die ganze Mannschaft."

Autor: gp

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