Dämpfer in der Vorweihnachtszeit. Im Achtelfinale des DFB-Pokals kam das Aus für den VfL Bochum wieder einmal vorzeitig.

VFL BOCHUM - Alte Schwächen neu gepflegt

gp
22. Dezember 2006, 11:18 Uhr

Dämpfer in der Vorweihnachtszeit. Im Achtelfinale des DFB-Pokals kam das Aus für den VfL Bochum wieder einmal vorzeitig.

Dämpfer in der Vorweihnachtszeit. Im Achtelfinale des DFB-Pokals kam das Aus für den VfL Bochum wieder einmal vorzeitig. Vor 18.650 Zuschauern unterlag das Team von Marcel Koller dem VfB Stuttgart verdient mit 1:4 (0:1) und strich traditionsgemäß vorzeitig die Segel in dem lukrativen Wettbewerb. Doch bei aller Hoffnung, die nach den letzten guten Auftritten aufkeimte, ist die Partie vielleicht auch eine Warnung zur rechten Zeit. Denn Trainer Marcel Koller und den Beteiligten wurde am Dienstag-Abend eindrucksvoll vor Augen geführt, dass die Erstliga-Zugehörigkeit nur mit einem höchsten Maß an Konzentration und Engagement in der Rückrunde zu bewerkstelligen ist. Gelingt dies nicht, ist der VfL in der Liga chancenlos.

Koller merkte man auf der anschließenden Pressekonfenez an, dass die vorangegangene Vorstellung seines Teams sein Herz nicht erwärmen konnte. Offen und ehrlich gestand er ein: "Es war ein Rückfall in alte Zeiten, wir hatten enorm viele Ballverluste im Spielaufbau, haben extrem viele Fehler gemacht."

Ein Beispiel: Selbst Kapitän Thomas Zdebel, der als Vorbild meist voran geht, unterliefen in den 90 Minuten fast mehr Ballverluste als in der kompletten Hinrunde. Und dann reihten sich im Abwehrverhalten Fehler wie Perlen an einer Kette aneinander. Zuweilen waren es dilettantische Aussetzer, die es den Schwaben ermöglichten, relativ locker die nächste Runde zu erreichen.

Doch es wäre wirklich zu einfach, das Pokal-Aus an der enttäuschenden Leistung von Peter Skov-Jensen festzumachen, der zu unrecht nach dem 0:2 mit hämischen "Rein van Duijnhoven"-Sprechchören abgewatscht wurde. Hätte die Fankurve beim Defensivverhalten doch nach Lameck, Woelk und Oswald rufen können, doch die kennen die meisten ja nur noch vom Hörensagen.

Die Gegentore des VfL, eigentlich Beispiele dafür, wie man es nicht machen sollte. Und wenn es dann vorne beim Toreschießen auch nicht klappt, dann ist der VfL einfach überfordert. Im ganzen Spiel kam der VfL genau zwei Mal für eine Überraschung in Frage, kurz vor der Pause vergab Theofanis Gekas freistehend (43.), nach dem Wechsel scheiterte er an Timo Hildebrand. Koller: "Da hätten wir noch einmal zurückkommen können. Schade, aber nach dem 0:2 fehlte einfach die Kraft und die Frische." Und so verabschiedete sich der VfL aus dem Wettbewerb gegen einen Gegner, dessen Trainer Armin Veh so richtig stolz Bilanz zog: "Ich bin sehr zufrieden. Ein Sieg, der auch in der Höhe verdient war, war der Abschluss einer sehr guten Hinrunde. Die Spieler haben sich die Pause verdient." Dann verabschiedete sich der Erfolgscoach gedanklich schon einmal von Keeper Hildebrand, nachdem der Club sein Angebot für den "Goalie" zurückgezogen hat: "Timo hat für uns zuletzt sehr gut gehalten, aber es ist legitim, wenn er sich nach Ablauf des Vertrages anderweitig orientiert." Auch hier verdient die Entscheidung der Schwaben Respekt, weil man den endlosen Poker des Torhüters von sich aus entschlossen beendete.

Autor: gp

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