Essen: Tgd. besiegt RWE-Reserve mit 5:3 im Elfmeterschießen

Tgd. Essen-West Kreispokalsieger 2006

Aaron Knopp
04. Februar 2007, 02:16 Uhr

Die Turngemeinde Essen-West ist Kreispokalsieger 2006 im Kreis Essen-Nordwest im Fußballverband Nordrhein. Mit einer taktisch disziplinierten und kämpferisch starken Leistung zwang der Landesligist die klassenhöhere RWE-Reserve ins Elfmeterschießen und hatte schließlich das glücklichere Ende für sich.

Da beide Mannschaften bereits durch den Finaleinzug für den Verbandspokal qualifiziert waren, hatte die Begegnung jedoch zum Teil eher Freundschaftsspielcharakter.
So einigten sich beide Teams auf ein erhöhtes Wechselkontingent von fünf Spielern und gingen nach der regulären Spielzeit ohne Umwege direkt ins Elfmeterschießen. Zumindest taktisch erinnerte in Halbzeit eins trotzdem so einiges an ein „echtes“ Endspiel. Die erste Viertelstunde darf man getrost als „gegenseitiges Abtasten“ einordnen und schnell wieder vergessen. Das taktische Konzept der Gleis-Elf wurde schnell deutlich: Bei Ballbesitz igelten sich die „Wester“ in der eigenen Hälfte ein und lauerten auf Konter. Dementprechend waren die Nachwuchskicker des Zweitligisten in der ersten Hälfte klar feldüberlegen.

Diese Überlegenheit schlug sich zwar auch in einigen Torgelegenheiten nieder, die jedoch allesamt das Gehäuse verfehlten. Zudem fanden die RWE-Kicker in Tgd-Schlussmann Issam Said oft ihren Meister. In der 33. Minute durfte sich aber auch Said bei Fortuna bedanken, als es weder Christos Karakitsos noch Said Chamdin gelang, den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie zu drücken. Zweimal rettete ein Abwehrbein des Landesligisten, dann stand der Pfosten im Weg. „Ich habe besonders die berücksichtigt, die sonst eher selten spielen und musste zu der Erkenntnis kommen, dass ich auf den ein oder anderen einfach nicht verzichten kann. Die sorgen dann eben dafür, dass wir solche Chancen auch nutzen“ resümierte Kulm.

So blieb die eigentlich verdiente Führung für die U 23 aus. „Wir hatten das Glück, das man eben auch mal braucht, um einen klassenhöheren Gegner zu besiegen“, befand Tgd-Trainer Thomas Gleis. Denn das Glück blieb dem Außenseiter weiter treu. So landete die erste echte Offensivaktion des Landesligisten überhaupt prompt im gegnerischen Tor. Volkan Yilmaz versenkte einen Freistoß aus knapp 20 Metern (48. Minute). Zwar kam RWE noch zum verdienten Ausgleich durch Said Cahmdin (65.), zur Führung in der ersten Hälfte reichte es aber nicht mehr. „In der zweiten Hälfte habe ich komplett durchgewechselt“, machte Michael Kulm einen der Gründe für die mangelnde Durchschlagskraft fest.

Im Elfmeterschießen machte dann schließlich Martin Trener, der den kurz zuvor verletzt ausgeschiedenen Issam-Said im Tgd-Tor ersetze, den Unterschied aus. Nachdem Emrah Uzun in Trener seinen Meister fand, scheiterte Jaroslaw Stankiewicz am Pfosten und besiegelte den 5:3-Erfolg der Gleis-Elf. „Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und sind auch für unseren Fleiß belohnt worden“, freute sich Tgd-Trainer Gleis. „Auch wenn wir mit dem Erreichen des Endspiels eigentlich schon unser Ziel erreicht haben, ist das schon eine schöne Sache.“

RWE-Trainer Kulm zollte dem Gegner ebenfalls Respekt für das couragierte Auftreten: „Wenn jemand so dagegen hält, muss man das auch mal akzeptieren.“

Autor: Aaron Knopp

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