Seine WM-Premiere erlebte Neven Subotic bei der 0:1-Pleite von Serbien gegen Ghana nur als Einwechselspieler. Am Freitag dürfte er aber in der Startelf stehen.

Subotic im Interview

„Ich habe mich immer als Serben gesehen“

Matthias Dersch
15. Juni 2010, 10:47 Uhr

Seine WM-Premiere erlebte Neven Subotic bei der 0:1-Pleite von Serbien gegen Ghana nur als Einwechselspieler. Am Freitag dürfte er aber in der Startelf stehen.

Dann treffen seine Serben auf Deutschland. Für den 21-Jährigen dürfte es der vorläufige Höhepunkt seiner noch jungen Profi-Karriere sein. RevierSport sprach mit dem Dortmunder Innenverteidiger über seine Weltmeisterschaftserinnerung, die Qualitäten seines Teams und das bevorstehende Duell gegen seine Wahl-Heimat Deutschland.

Neven Subotic, Sie sind zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Was bedeutet Ihnen die Teilnahme?

Für mich ist es ein großer Erfolg. Bei einer WM sind die besten Spieler der Welt versammeln, um für ihre Länder zu spielen. Als Kind habe ich die Turniere immer vor dem Fernseher verfolgt. Jetzt darf ich selbst dabei sein. In meinen Augen gibt es für einen Fußballer nichts Besseres.

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Sie sind bekanntlich erst mit 15 Jahren beim Kicken im Park entdeckt worden. Haben Sie damals davon geträumt, einmal bei einer WM an den Start zu gehen?

Diese Frage habe ich mir damals überhaupt nicht gestellt. Das war so weit weg. Für mich war es einfach cool, die Spiele und die Tore im TV zu sehen.

Was ist der Reiz einer Weltmeisterschaft?

Die Fans legen bei einer WM noch einmal zehn Schippen drauf. Die Bundesliga ist zwar toll, eine Weltmeisterschaft ist aber viel besser. Das habe ich 2005 bei der U17-Weltmeisterschaft in Peru bereits selbst erleben dürfen. Obwohl es nur eine Junioren-WM war, war die Stimmung unglaublich.

Verknüpfen Sie eine besondere Erinnerung an das Turnier?

Wir hatten damals mit der amerikanischen Nationalelf ein Spiel gegen die Elfenbeinküste und es waren tatsächlich Fans aus Afrika mit ihren Trommeln da. Das muss man sich mal vorstellen. Es war einfach schön zu sehen, wie sich die verschiedenen Nationen zusammengetan haben, um zu feiern. Egal, woher sie kamen. Das ist das Schöne am Fußball.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/019/204-20019_preview.jpeg Neven Subotic (l.) wurde gegen Ghana nur eingewechselt (Foto: firo).[/imgbox]Bei den Junioren-Weltmeisterschaften werden Talente geboren, doch die ganz großen Momente gibt es bei den „richtigen“ Welt-Turnieren zu bestaunen. Gibt es für Sie einen speziellen WM-Moment?

Ja, den gibt es. Das Spiel zwischen Senegal und Frankreich bei der WM 2002 war ein tolles Beispiel dafür, dass bei einer WM einfach alles möglich ist. Frankreich war damals Titelverteidiger und der Senegal als Turnierneuling dementsprechend krasser Außenseiter. Das Spiel endete mit einem 1:0-Sieg für den Senegal und man konnte in den 90 Minuten sehen, dass Qualität nicht alles ist. Auch die Kampfkraft und der Einsatzwille können den Unterschied ausmachen.

Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit der Weltmeisterschaft in Südafrika, dem ersten auf afrikanischem Boden?

Ich hoffe, dass die Südafrikaner die Sicherheit in den Griff bekommen haben. Die Ereignisse beim Afrika-Cup hat jeder von uns noch in Erinnerung. Das war einfach schlimm. Davon abgesehen finde ich es gut, dass sich der Kontinent der Welt als ein guter Gastgeber präsentieren kann. Ich persönlich rechne damit, dass die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist.

[b]Auf Seite 2: Subotic über die Stärken seiner Mannschaft und das Duell gegen Deutschland [/b]

Autor: Matthias Dersch

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