Ja, geht das denn schon wieder los? Mit einem 1:1 gegen personell stark dezimierte Frankfurter leistete sich der FC Schalke am gestrigen Samstag einen Fehlstart in die 44. Bundesliga-Saison.

Schalker Fehlstart trotz guter Leistung beim 1:1 gegen Frankfurt

hb
13. August 2006, 12:05 Uhr

Ja, geht das denn schon wieder los? Mit einem 1:1 gegen personell stark dezimierte Frankfurter leistete sich der FC Schalke am gestrigen Samstag einen Fehlstart in die 44. Bundesliga-Saison.

Ja, geht das denn schon wieder los? Mit einem 1:1 gegen personell stark dezimierte Frankfurter leistete sich der FC Schalke am gestrigen Samstag einen Fehlstart in die 44. Bundesliga-Saison.

Das, obwohl die Königsblauen über 60 Minuten lang eine teilweise begeisternde spielerische Vorstellung ablieferten, die durchaus schon Anlass zu kühnsten Meisterschafts-Träumen gab. "Wenn man nur das Ergebnis sieht, dann ist das für Schalke 04 ein enttäuschender Auftakt", schüttelte Trainer Mirko Slomka den Kopf. "Wenn man nicht die Konsequenz nach vorne hat und das Spiel nicht frühzeitig entscheidet, kann man Pech haben und ein Tor kassieren. Das macht uns sicher nicht glücklich."

Es war Ioannis Amanatidis, der in der 72. Minute mitten ins blau-weiße Herz stach. Eine Flnake von Christoph Spycher erwischte der Grieche perfekt mit dem Kopf, Frank Rost blieb im Schalker Kasten ohne Abwehrchance. Bis dahin hatten die Gelsenkirchener die Partie nach Belieben bestimmt und in vielen Szenen schon die Forderung Slomkas vom grundlegend veränderten Drang nach vorne mit Leben füllen können. "Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, schnell und mit einem Ballkontakt in die Offensive gespielt", lobte Manager Andreas Müller.

Weil aber lediglich Halil Altitnop bei seinem Meisterschafts-Debüt für Schalke traf, Gustavo Varela, Kevin Kuranyi, Lincoln per Strafstoß und der eingewechselte Gerald Asamoah mit einem kläglichen Kopfball vier hundertprozentige Möglichkeiten vergaben, drehte sich das Match nach dem Ausgleich. "Nach dem verschossenen Elfmeter kam ein Bruch ins Spiel. In den letzten zehn Minuten haben wir das Spiel nicht mehr kontrolliert nach vorne geführt, das war zu sehr Hauruck und nicht einer Spitzen-Mannschaft würdig", kritisierte Slomka, während sein Kollege Friedhelm Funkel gern einen Zähler mit nach Frankfurt nahm. "Ich bin mit diesem glücklichen Unentschieden natürlich zufrieden, aber mit der Leistung meiner Mannschaft nicht einverstanden. Wir wollten den Gegner nicht so ins Spiel kommen lassen, aber Schalke hat das mit den zwei Sechsern im Mittelfeld auch geschickt gemacht", analysierte der Ex-Duisburger und gab seiner Truppe mit auf den Weg: "Wir müssen noch viel arbeiten, um künftig weitere Punkte holen zu können."
Ein gutes Stichwort für Slomka, der seinem Team versprach, auch noch "viel arbeiten zu müssen, um so eine Vorstellung wie in den ersten 45 Minuten über die ganze Distanz zeigen zu können." Müller forderte ebenfalls, "stabiler zu werden und unsere Leistung über 90 Minuten abrufen."

Nach dem ersten Spieltag war's das wohl schon mit der totalen Dominanz der Schalker. Spielerisch mit wichtigen Fortschritten gegenüber dem Vorjahr, aber im Abschluss genau so schwächelnd, geht der selbst ernannte Titel-Aspirant gleich mit einem Rückstand von zwei Punkten auf Bayern in die Serie. Während der Hamburger SV ebenfalls nicht aus den Schuhen kam, kann Werder Bremen heute in Hannover unter Beweis stellen, dass der beeindruckende Auftritt beim 2:0 im Ligapokal-Finale gegen München kein Strohfeuer war.

Es wird dauern, um beurteilen zu können, dass der FC Schalke in dieser Saison wirklich zu Großem berufen ist. Trotz des vom nackten Resultat ernüchternden Starts will Müller jedenfalls den Anspruch totale Dominanz aufrecht erhalten. "Wieso soll ich nach einem Spiel davon abrücken? Wir haben uns das in der Vorbereitung erarbeitet und halten daran fest. Zumindest in der ersten Halbzeit haben wir den Fußball gespielt, den wir uns für die Zukunft vorstellen", bekräftigte der "Eurofighter" von 1997. "Wenn wir stabil bleiben, kommen auch die Ergebnisse."

Autor: hb

Kommentieren