Sieben Spiele und sechs davon gingen verloren. Bei anderen Vereinen würde sicher der Mob toben und der Trainer könnte schon mal die Freizeit planen.

Keine Trainerdiskussion

RWO-Stadionbau: "Klar ist noch gar nichts"

Christian Brausch
21. Januar 2010, 10:08 Uhr

Sieben Spiele und sechs davon gingen verloren. Bei anderen Vereinen würde sicher der Mob toben und der Trainer könnte schon mal die Freizeit planen.

Aber RWO bleibt seiner Linie treu und daher betont Präsident Hajo Sommers vor dem Sonntags-Match gegen den FC Augsburg: „Es gibt überhaupt keine Trainerdiskussion. Wir diskutieren einiges, aber sicher nicht den Coach. Ob es jemals anders sein wird, werden wir irgendwann sehen.“ Vielmehr ist der Boss „noch genau so relaxt wie die ganze Zeit. Wir sind nie davon ausgegangen, dass wir immer gewinnen.“

Daher kann sich auch Coach Jürgen Luginger weiter der Rückendeckung der Verantwortlichen sicher sein. Seine Meinung: „Für uns alle ist es wichtig, dass wir wissen, wir können ruhig weiter arbeiten. Mit Unruhe gibt es sofort Probleme. Unser Ziel ist der Nichtabstieg, da liegen wir gut im Plan.“

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Auch wenn der Trend gegen RWO spricht. Trotzdem ist Luginger sicher, dass die Talsohle bald durchschritten ist. Helfen soll dabei Neuzugang Esad Razic, dem der Trainer „einen guten Start in Berlin attestierte. Man muss sehen, dass es sein erstes Match mit der Manschaft war. Dafür hat das gut geklappt, auch wenn sicher noch Luft nach oben ist.“

Der maximale Erfolg wurde auch beim geplanten Umbau des Stadions samt Trainingszentrum noch nicht erreicht. Trotz der Meldung, die am Dienstag durch den Medienwald geisterte und den „Präsi“ etwas erstaunt drein blicken ließ. „Ich habe gehört, dass vermeldet wurde, wir hätten Grünes Licht für den Bau eines neuen Stadions gegeben. Das hat mich doch verwundert. Das ist eine kryptische Information, von der ich nicht weiß, wo sie herkommt.“

Denn noch sind die Bagger nicht bestellt, wie Sommers erklärt: „Ich kann nur sagen, was ich immer gebetsmühlenartig zu diesem Punkt sage. Wir versuchen weiter bis zum Sommer zumindest ein Trainingszentrum anzugehen. Alles weitere steht in den Sternen. Daher wundert mich, dass irgendjemand getönt hat, dass alles klar ist. So sieht es noch längst nicht aus. Klar ist noch gar nichts. Es geht weiter um jeden Cent und einiges muss noch ins Laufen geraten.“

Wenn machbar in relativ kurzer Zeit, denn bis Ende März muss RWO Klarheit haben, weil dann auch der Lizenzierungs-Stichtag ist und die Verantwortlichen der Kleeblätter bereits an den Lizenzunterlagen arbeiten. Mit Blick auf das Trainingszentrum hat RWO vom Verband zwar einen Aufschub bekommen, der gilt aber vorerst nur bis zum Ende der Spielzeit. Und dann möchte man ganz gerne sehen, wie die Bedingungen in Zukunft verbessert werden können. Auch wenn Sommers sagt: „Wir haben ja genug Trainingsmöglichkeiten in Oberhausen. Die sind für uns nur unideal über die halbe Stadt verstreut.“

Dieses Thema brennt weiter unter den Nägeln, während der Rest der Lizenzunterlagen vom Inhalt her dem der letzten Saison sehr ähnelt. Sommers spricht Klartext: „Da tut sich überhaupt nix, der Etat bleibt genau gleich. Es sei denn, wir finden noch den russischen Erdöllieferanten.“

Der wird nicht kommen, daher wird man jede Baustelle mit Beharrlichkeit und Überzeugungsarbeit abarbeiten müssen. Sportlich den Klassenerhalt der Profis, den Aufstieg der Reserve und den Umabu des Stadions mitsamt dem angedachten Trainingszentrum. Sommers sieht die Chancen „beim ersten bei 100 Prozent, bei der U23 gehe ich zu 99 Prozent vom Aufstieg aus und beim Stadion stehen die Chancen 50:50.“

Autor: Christian Brausch

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