Der ehemalige Oberligist TV Kalkum-Wittlaer hat nach dem sensationellen Oberliga-Aufstieg einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach einer 0:9-Niederlage in Berghausen ist der Verein nun Letzter in der Bezirksliga.

TV Kalkum-Wittlaer

0:9, Bezirksliga-Letzter! Der Absturz eines ehemaligen Oberligisten

Stefan Loyda
02. Dezember 2019, 15:38 Uhr

Foto: Jörg Schimmel

Der ehemalige Oberligist TV Kalkum-Wittlaer hat nach dem sensationellen Oberliga-Aufstieg einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach einer 0:9-Niederlage in Berghausen ist der Verein nun Letzter in der Bezirksliga.

Vier Jahre ist es her, als der TV Kalkum-Wittlaer den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte feierte. Unter Trainer Giuseppe Montalto schafften die Düsseldorfer den Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die Oberliga Niederrhein, arbeiteten sich im Niederrheinpokal bis ins Viertelfinale vor und scheiterten dort am Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen. Die Gegenwart ist jedoch deutlich finsterer.

Nach 24 Punkten in der Oberliga-Saison und elf Punkten in der Landesliga stieg der Verein zweimal in Serie als Tabellen-Letzter ab. In der vergangenen Saison erreichten die Landeshauptstädter immerhin noch Rang acht. Am Sonntag unterlag der Verein, der mittlerweile wieder in der Bezirksliga gelandet ist, dem SSV Berghausen mit 0:9 und wurde auf den letzten Tabellenrang durchgereicht. Dies dürfte einen neuen Tiefpunkt in der Post-Oberliga-Ära des TVKW bedeuten.

„Die meisten Spieler sind nach den Abstiegen gegangen“, erklärt Wittlaers sportlicher Leiter Holger Sturm, woran sie am meisten zu knabbern hatten. „In zwei Jahren haben wir 40 Spieler verloren. Das aufzufangen ist schwierig. Wir sind ein gallisches Dorf, das finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.“ 


Nach den Abstiegen etwas wieder aufzubauen, das habe im ersten Bezirksliga-Jahr gut funktioniert. Schließlich sei dies auch die Spielklasse, in der sich die Verantwortlichen mit dem Klub sehen und was sie gut stemmen können. „Eigentlich ist die Mannschaft auch potenziell stärker“, sagt Sturm. „Aber im Moment wohl nur auf dem Papier.“

Gut möglich also, dass nun Veränderungen kommen. Unter der Woche will sich Sturm mit der Mannschaft zusammensetzen, einige Gespräche führen und die „katastrophale“ Niederlage in Berghausen aufarbeiten: „Wir haben schon viel gesprochen, jetzt wird das intensiver, um herauszufinden, wie die Mannschaft die Situation sieht.“ 

Auch Neuverpflichtungen im Winter werden angestrebt: „Der Markt ist nicht übersät und dann kommt auch noch die finanzielle Geschichte dazu. Wir wollen auch kein Geld verbraten.“ Ein Abstieg in die Kreisliga A würde jedoch wohl endgültig das Sensations-Jahr in der Oberliga vergessen lassen.

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