11.03.2018

RWE

Bedürftiger Fan erhält Dauerkarte

Foto: Thorsten Tillmann

Sportlich mag die 2:3-Niederlage gegen Wattenscheid für RWE ein enttäuschendes Erlebnis gewesen sein. Für einen Fan erfüllte sich hingegen ein Traum.

Fan Werner, jahrelang Dauergast im alten Georg-Melches-Stadion, konnte sich zuletzt keinen Stadionbesuch mehr leisten. Das erzählte er bei einer Reportage des Fernsehsenders RTL über die Essener Tafel, die zuletzt in den Schlagzeilen war. Diesen TV-Beitrag sahen auch einige Anhänger von Rot-Weiss Essen, die sich sofort beim Verein meldeten: „Wir haben die Reportage auch selber gesehen und über unglaublich viele Kanäle Zuschriften bekommen, dass man da etwas machen muss“, berichtet Essens Vorsitzender Marcus Uhlig. Und das taten sie dann auch.

Innerhalb von nur wenigen Tagen haben die Bergeborbecker Kontakt aufgenommen und Fan Werner ins Stadion eingeladen. Vor dem Derby gegen Wattenscheid bekam jener Fan dann eine Dauerkarte bis Saisonende überreicht. „Das war schon emotional“, sagt Uhlig selbst zu dem Aufeinandertreffen. „Ich habe ihn dort kennengelernt, er ist ein guter Typ. Er hat sich sehr gefreut und war auch ein bisschen sprachlos.“

Allen Unkenrufen zum Trotz sieht man aber auch dort wieder: Auch das ist Rot-Weiss Essen. „Das zeigt, wie viel Kraft in unserem Umfeld und im Fanumfeld liegt. Wie viele sich da solidarisch gezeigt haben, das ist beeindruckend.“

Und so ist dann auch die nächste Idee entstanden. Schließlich wird Werner nicht der einzige Fan sein, der sich keinen Stadionbesuch leisten kann. Deshalb will sich der Vorsitzende in den kommenden Tagen mit eben jenen Anhängern zusammensetzen, die ihre Solidarität bekundet haben, und eine Idee entwickeln, wie mehr bedürftigen Essenern ein Stadionbesuch ermöglicht werden kann. Uhlig: „Wir wollen überlegen, wie man diese Kraft nutzen kann und Gelder einsammelt, um systematisch Tickets zur Verfügung zu stellen.“ Einen Zeitplan gibt es dafür noch nicht, aber: „Es wird demnächst passieren. Es steht auf der Agenda.“

Auch die Mitarbeiter der Essener Tafel sollen schon bald eine Einladung des Vereins erhalten, wie Uhlig berichtet: „In den letzten Tagen hatten sie viel um die Ohren. Aber sie machen einen riesigen Job. Wir werden da etwas organisieren, um den Leuten ein paar schöne Stunden zu ermöglichen. Das sind alles Gedanken, die in dieser Situation entstanden sind.“

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