10.11.2015

Was war da los?

FSV Duisburg bezieht Stellung zu Vorwürfen

Foto: firo

Am Montag berichteten wir über den Spielabbruch in Meiderich. Heute bezog der hauptbeteiligte Spieler des FSV Duisburg ausführlich Stellung zu den Vorwürfen.

In der Kreisliga B2 Duisburg-Mülheim-Dinslaken kam es am Sonntag beim Spiel Spvgg Meiderich gegen den FSV Duisburg zu einem Spielabbruch. Von Meidericher Seite wurden Manipulationsvorwürfe laut, dass rassistische Äußerungen zu einem Tumult geführt hätten, wurde hingegen zurückgewiesen. Heute bezog der unmittelbar an den Vorfällen beteiligte FSV-Spieler Serkan Piricek Stellung und zeichnete dabei ein komplett anderes Bild der Vorfälle.

Serkan Piricek (Spieler des FSV Duisburg):

"Ich war derjenige, der für das Foul in der 88. Minute verantwortlich war. Dafür wurde ich vom Schiedsrichter auch ganz ordnungsgemäß mit einer Gelben Karte abgestraft. Vom Seitenrand wurden von einem gerade erst ausgewechselten Meidericher Spieler, der die Nummer 11 trug, im Zuge des Foulspiels folgende rassistische Äußerungen laut: "Hört mal, ihr scheiß Türken, ihr gehört da hinten hin." Daraufhin ging einer meiner Mitspieler auf ihn zu und hakte noch mal nach, was er da gesagt habe. Auch ich habe mich ihm zugewandt und ein paar Wörter mit ihm gewechselt.

Die Situation verschärfte sich, als sich ein Zuschauer einmischte und ebenfalls rassistische Worte fallen ließ. Da war ich natürlich auf 180 und bin zu ihm hin. Angespuckt habe ich ihn aber nicht und berührt habe ich ihn schon gar nicht. Wie es in Rage schon mal passiert, habe ich aufgrund der Wut bei der Aussprache ein wenig gesabbert, dabei mag vielleicht der eine oder andere Tropfen den Weg zum Zuschauer gefunden haben, denn ich stand nur wenige Zentimeter von ihm entfernt. Beabsichtigt war das aber definitiv nicht und vom Anspucken kann dabei eigentlich keine Rede sein. Als ich mich schon wieder von ihm abgewandt hatte und weggehen wollte, nahm der Zuschauer den Weg unter die Barriere, stellte mir nach und schlug mir mit der Faust in den Nacken. Das war es dann auch, was letztlich zu dem Spielabbruch geführt hat, wie mir der Schiedsrichter nach dem Spiel auf Nachfrage versicherte.

Ich selbst bin nach dem Schlag direkt in unsere Kabine, um meinen Nacken zu kühlen, der Co-Trainer vom SC Fintrop, dessen Mannschaft später noch ein Spiel gegen die erste Mannschaft der Meidericher ausgetragen hat, kann das bestätigen, denn er versorgte meinen Nacken mit Eis. Inzwischen habe ich bei der Polizei auch Anzeige erstattet gegen die Person, die mich geschlagen hat. Außerdem hat mir das Krankenhaus bestätigt, dass ich als Folge eines Faustschlags Muskelverspannungen davongetragen habe. Übrigens bin ich selbst Schiedsrichter und hätte nach der Begegnung gegen Meiderich eigentlich noch das Spiel der Kreisliga B2 Neuenkamp gegen Beek 05 leiten sollen, was aufgrund meiner Verletzung aber nicht möglich war und dazu geführt hat, dass das Spiel abgesagt werden musste. Es liegen also reichlich Belege für meine hier vorgetragene Aussage vor. Die Krankenakte und die Anzeige habe ich schließlich schwarz auf weiß vorliegen.

Erst nach dem Schlag kam es zu richtigen Rudelbildungen, allerdings von beiden Seiten als mir meine Mitspieler zur Hilfe eilen wollten. Da lief die Situation dann auch ein wenig aus dem Ruder. Aber wie gesagt, erst nach dem Schlag und zwar von beiden Seiten. Das ist aber ja auch ganz normal, dass einem die Mitspieler in so einer Situation beistehen. Wer weiß, ob der Zuschauer nicht weiter auf mich eingeschlagen hätte.

Unser Verein hat jahrelang keine Probleme gehabt. Umgekehrt sind die Zuschauer der Meidericher bekannt für solche Aktionen. Wir haben 4:0 zurückgelegen und können eh nicht mehr Meister werden, wieso sollten wir so etwas absichtlich herbeiführen? Dafür, dass sich der Zuschauer provoziert fühlte, als ihn beim Wortgefecht womöglich einige Tropfen aus meiner Richtung erwischten, habe ich ja noch Verständnis. Die Reaktion des Zuschauers ist aber überzogen und besonders entsetzt bin ich über die verzerrte Darstellung von Meidericher Seite. Das macht mich wütend.“

Autor: Christian Lock

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