25.06.2007

DEG METRO STARS: Leners Referenzen

Familienmensch an der Bande

Slavomir Lener ist der neue Trainer der DEG Metro Stars. Doch wer ist der Mensch hinter dem Coach, der so beeindruckende Referenzen vorweisen kann? Seit fast 30 Jahren ist der 52-Jährige hinter den Banden dieser Welt tätig, betreute zunächst das Junioren-Team seines Heimatlandes Tschechien (1981-86), anschließend war er Co-Trainer der A-Nationalmannschaft, bevor er nach Kanada wechselte und Assistenztrainer der Calgary Flames wurde (1992-95).

Drei weitere Jahre, von 1999 bis 2002, war Lener wiederum als Assistenzcoach bei den Florida Panthers in der NHL aktiv, dann wurde er Chef: Zunächst der der tschechischen Nationalmannschaft, mit der er 1996 den WM-Titel und 1998 Olympisches Gold in Japan holte. Nach einem einjährigen Engagement bei Sparta Prag zog es den ehemaligen Stürmer in die erste schwedische Liga, wo er in zwei Jahren jeweils das Viertelfinale der Play-offs erreichte.

Nun ist Lener in Düsseldorf angekommen und schätzt hier einige Vorteile, die nicht einmal etwas mit der guten sportlichen Perspektive des Traditionsklubs zu tun haben. “Meine Frau Ivana ist Psychologin und ist mit mir durch die ganze Welt gereist. Jetzt hat sie aber in Prag eine Praxis, wo sie viel zu tun hat. Aber mit dem Flugzeug dauert es von Düsseldorf nach Prag nur eine Stunde. Das ist eine wirklich gute Verbindung.” Der neue Coach ist offener, direkter, bestimmter als sein oft stiller und zurückhaltender Vorgänger Don Jackson, doch beide verbindet eines: der Stellenwert der Familie. Während sich Jackson aber monatelang nicht zwischen seinem Clan und einem weiteren Engagement in Düsseldorf entscheiden konnte, bevor er nun nach Berlin wechselte, sieht Lener in seiner Arbeit in der Landeshauptstadt einen Vorteil für seine Lieben. Denn nicht nur zu seiner Frau und der 17-jährigen Tochter Suzanna, die noch zuhause in Prag wohnt, habe er es nun näher, sondern auch zu seiner 24-jährigen Tochter Theresa: “Sie ist in Amsterdam an einer Schule für modernes Tanzen und macht Ende des Monats dort ihren Abschluss. Dann komme ich wieder hier vorbei, arbeite mit Manager Lance Nethery und kann sie zwischendurch besuchen gehen”, freut sich Lener. Das Trio seiner Kinder komplettiert der 28-jährige Sohn Lucas, ein “erfolgreicher Geschäftsmann”, wie der stolze Papa versichert.

Die Nähe zu seiner Familie war neben aller sportlichen Perspektive, die die DEG und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) bieten, ausschlaggebend für Leners Engagement am Rhein. Denn in Schweden sei es nicht so einfach gewesen, seine Verwandten zu besuchen: “Du kannst zwar von Prag nach Stockholm fliegen, aber dann musst du noch vier, fünf Stunden mit dem Bus fahren, bis du in Lulea angekommen bist, wo ich trainiert habe. Das ist nicht einfach.” In Schweden habe es noch andere Punkte gegeben, an die er sich hätte gewöhnen müssen, wie zum Beispiel Nächte, in denen es nur zwei Stunden lang dunkel wird. “Das ist ja schon ziemlich nahe am Nordpol”, schmunzelt der Coach und fügt hinzu: “Wenn es so lange hell ist, ist es schwierig für die Spieler einzuschlafen. Aber für Golfer ist das ein schönes Wetter. Ich konnte abends um acht Uhr zu Abend essen und dann immer noch bis Mitternacht 18 Löcher spielen, weil es so hell war”, lacht Lener. Der neue Familienmensch hinter der Bande hat eben nicht nur Referenzen, sondern auch Humor.

Autor: Georg Amend

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