06.04.2012

FC 96 Recklinghausen

Ex-Profi Stuckmann als Aushilfstrainer

Es sollte eine einmalige Angelegenheit sein. Für ein Spiel wollte Ex-Profi Michael Stuckmann den abstiegsgefährdeten Landesligisten FC 96 Recklinghausen betreuen.

Danach sollte ein neuer Trainer gefunden sein. Inzwischen ist aber klar: Der 32-Jährige wird bis zum Saisonende auf der Bank des Grün-Gelben sitzen und gewissermaßen als Aushilfscoach tätig sein. „Es hat sich einfach so entwickelt“, berichtet Stuckmann. „Es ist extrem schwierig, in dieser Situation einen Trainer für zehn Wochen zu finden. Es wäre den Jungs auch schwer zu verkaufen gewesen, wenn sie den fünften Trainer in dieser Saison vorgesetzt bekommen hätten, zumal sie schnell Vertrauen zu mir gefasst haben?“

Übernimmt Englich zur neuen Saison?

Zustande kam die Zusammenarbeit über Stuckmanns Arbeitgeber, die Eurocon Sportmanagement, die seit einigen Wochen den im Insolvenzverfahren steckenden FC 96 unterstützt und langfristig wieder zu einem Aushängeschild der Stadt machen möchte.

Unter der Woche hat der ehemalige Spieler der SG Wattenscheid und des Wuppertaler SV wegen seines Berufs allerdings keine Zeit das Training zu leiten. „Das übernimmt meistens Karl Englich, der derzeit auch noch Trainer beim Kreisligisten Spvgg. Erle ist. Er soll dann zur neuen Saison den Trainerposten übernehmen. Noch ist es aber nicht ganz sicher. Die Gespräche laufen“, erklärt Stuckmann. Er selbst werde das Amt in der neuen Spielzeit „mit Sicherheit nicht“ ausüben, wird aber eine andere Funktion im Verein übernehmen. Welche das sein wird, darüber soll noch gesprochen werden.

Zunächst gilt die Konzentration am Hohenhorst ohnehin dem enorm schwierigen Abstiegskampf. Sieben Punkte sind es aktuell bis zu Platz zwölf, der aller Voraussicht nach zumindest zur Teilnahme an Relegationsspielen berechtigt. Stuckmann weiß, wie schwer die Aufgabe ist, die er übernommen hat. Mutlos ist er aber keineswegs: „Als erste Trainerstation hätte ich mir sicherlich etwas anderes vorgestellt, aber wir können den Klassenerhalt noch schaffen. Es sind noch genügend Punkte zu vergeben. Wir müssen nur dringend anfangen, davon einige zu holen.“

Ambitionierte Pläne für den Problemstandort Recklinghausen

Denn sollten die Gelb-Grünen sowohl das Insolvenzverfahren erfolgreich bestehen als auch die Landesliga halten, liegen - RS-Informationen zufolge - bereits große Pläne für die Zukunft in der Schublade. Dann wollen die Investoren den Hohenhorst mittelfristig zu einem Fußball-Standort mit regionaler Bedeutung aufbauen. Professionelles Management und sportliche Ambitionen inklusive. Angesichts der zahlreichen Hiobsbotschaften der letzten Jahre schwer vorstellbar.

Entscheidend wird sein, inwiefern sich das Umfeld in Recklinghausen - nicht gerade als Fußball-Hochburg bekannt - von solchen Ideen noch einmal anstecken lässt. Denn im Prinzip ist eben jener Plan seit der Gründung des FCRs vor 16 Jahren schon einmal gescheitert...

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