02.12.2009

Schule statt Schalke

Westermann will in Münster nach oben

Neulich ist Julian Westermann im Seniorenbereich angekommen. Beim Spiel gegen die Sportfreunde Lotte durfte er erstmals den Rasen des Preußenstadions betreten.

Und er stand direkt im Mittelpunkt - zwar nicht als Fußballer, sondern als Empfänger eines Schecks für die Nachwuchsabteilung.

Doch wenn man seinem Trainer Martin Kastner Glauben schenken darf, könnte Westermann auch bald als Aktiver bei den Großen mitmischen. „Julian ist ein absoluter Leistungsträger und ein guter Typ. Er kann das Team mitreißen“, betont der Coach.

Da ist es kaum überraschend, dass er den Youngster prompt zum Kapitän bestimmte. Schließlich weiß Westermann, wie man sich in der Bundesliga gegen die etablierten Größen behauptet. Vor zwei Jahren packte er mit der U17 der „Adlerträger“ frühzeitig den Klassenerhalt im Oberhaus und landete auf Rang neun. „Damals haben wir unser Ziel souverän erreicht“, bemerkt der Allrounder. Wohl wissend, dass er gemeinsam mit Michael Seifert und Nils Wiedenhöft der letzte verbliebene Akteur aus der damaligen Truppe ist.
[infobox-right]Zur Person
Julian Westermann (* 19. April 1991 in Münster) spielt seit 2004 bei Preußen Münster. Zuvor kickte er von 1995 bis 2004 beim SC DJK Everswinkel.[/infobox]
Dabei hätte auch Westermann längst die Chance gehabt, sich einem namhafteren Klub anzuschließen. Bereits in der C-Jugend hatte Schalke angeklopft, „aber ich wollte erst die Schule fertig machen“, berichtet der Fachabiturient. Womöglich wird der 18-Jährige bald wieder ein Thema beim Verein seines Namensvetters Heiko, schließlich kann er mit einem gewaltigen Pfund wuchern: seiner Vielseitigkeit. In dieser Saison wurde er bereits als Innenverteidiger, im defensiven und im offensiven Mittelfeld eingesetzt.

„Das sind die drei wichtigsten Positionen. Es ist sehr selten, dass ein Spieler sie alle beherrscht“, schwärmt Coach Kastner. „So ein positives Feedback ist super“, freut sich Westermann. Und er legt nach: „Die zentralen Positionen liegen mir besonders gut. Da kann ich das Spiel besser aufziehen.“ So wie sein großes Idol Xavi vom FC Barcelona. „Der kann alles am Ball. Und er hat die Fähigkeit, das Tempo schneller und langsamer zu machen“, analysiert Westermann.

Er selbst ist von den Sphären seines Vorbilds noch weit entfernt. Doch der Jungspund spürt, dass in den kommenden Monaten die Weichen für seine Zukunft gestellt werden. Der Kontrakt in Münster endet am 30. Juni 2010 und damit auch seine Zeit in der Jugend. Mit dem SCP gab es schon ein erstes Gespräch, aber bislang nichts Konkretes. „Der Verein hat schon mal nachgefragt, ob ich mir eine Vertragsverlängerung vorstellen könnte“, berichtet der gebürtige Münsteraner.

Natürlich kann er. „Es ist doch klar, dass gerade die Altjahrgänge alles zeigen wollen, um übernommen zu werden“, sagt der Jungspund. Und er weiß, dass er sich gute Chancen ausrechnen darf - wenn denn alles so klappt mit der Doppelbelastung. Seit seinem Schulabschluss im Sommer konnte sich Westermann ganz auf den Fußball konzentrieren, ab dem 1. Dezember beginnt für ihn der Ernst des Lebens. Dann startet sein Zivildienst, der äußerst sportlastig sein dürfte: Westermann wird für den DJK Fußballplätze pflegen und Hausmeistertätigkeiten übernehmen. „Ich bin gespannt, wie es wird“, kann Westermann den Start ins Berufsleben kaum abwarten.

Weit wichtiger dürfte ihm aber die aktive Seite sein, schließlich haben die Preußen nach dem Stotter-Start einiges aufzuholen. „Im Moment ist es nicht so prickelnd, aber wir hatten auch ein hartes Auftaktprogramm. Nun kommen die Gegner, die wir schlagen müssen“, betont das Talent. Schließlich weist die Statistik nicht nur ein Manko im Punktebereich ein Manko auf, sondern offenbart auch Schwächen in Offensive und Defensive. Daran hat der Allrounder gleich doppelt zu knabbern. Doch Westermann ist überzeugt: „Wir sind nicht so schlecht, wie es die Statistik aussagt.“

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