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Raul explodiert:
Ein Tor für jedes Geburtstagskind

Raul explodiert: Ein Tor für jedes Geburtstagskind

Schalkes Weltstar Raul hielt seine Trophäe fest im Arm wie ein kleiner Junge - und flüchtete dann, als sei der Leibhaftige persönlich hinter ihm her.

Nach seiner Gala tauchte der Torjäger zunächst katzengewandt unter einer Absperrung durch, hastete dann eine Treppe hoch und legte mit einem Koffer im Schlepptau schließlich einen Sprint in einen Aufzug der Schalke-Arena hin. Dies alles mit dem Spielball, den seine Teamkollegen signiert hatten. Denn auf keinen Fall wollte Raul ein Wort mit den spanischen Journalisten reden, mit denen er über Kreuz liegt.

Gesprochen hatte er zuvor dennoch - über seine Lieben. "Es ist eine Herzensangelegenheit, den Ball, mit dem ich drei Tore erzielt habe, meinen Kindern und meiner Frau mitzubringen. Unsere Zwillinge (Hector und Mateo, d. Red.) hatten vor drei Tagen Geburtstag, unser Sohn Hugo heute. So konnte ich jedem ein Tor schenken", sagte Raul. Für die deutschen TV-Sender ließ er sich dolmetschen, den Spaniern gönnte er nicht mal ein Foto. Den nassen Wuschelkopf versteckte der 33-Jährige hinter seiner Schalke-Jacke.


So mussten in der Heimat eben die Statistiker bemüht werden. Und da Statistiker selbst wissen, wann ein Spieler mit Hutgröße 58 am Geburtstag seiner Oma bei leichtem Rückenwind zuletzt aus 47,345 Metern getroffen hat, waren die Zahlen schnell beschafft. Der zehnte Dreierpack in Rauls Karriere soll es gewesen sein, die erste "Tripleta" nur mit dem rechten Fuß, die erste seit dem 26. April 2009 beim 4:2 mit Real Madrid in Sevilla. "Genial!", sagte Trainer Felix Magath.

Raul, Raul, Raul, un, dos, tres. 22. Minute: Fehler von Tim Wiese, Raul staubt ab zum 2:0. 56. Minute: Querschläger von Per Mertesacker, Raul ist da, 3:0. 72. Minute: Raul stibitzt Daniel Jensen den Ball, schickt dem Lupfer sein strahlendstes Lächeln hinterher, 4:0. 79. Minute: Raul wird ausgewechselt, die Zuschauer erheben sich. Das Ende der Schalker Krise.

Auch das Ende der Diskussionen um Raul? Wochenlang wurde recht heftig gestritten, wo der mannschaftsdienliche Starspieler am besten einzusetzen sei. Möglichst nah am gegnerischen Tor, meinte so ziemlich jeder, eher etwas hinter den Spitzen, meinte Raul. Magath ließ ihn gewähren, vertrat aber nach dem Sieg gegen Werder Bremen einen klaren Standpunkt. "Man hat gesehen, dass Raul weiter vorne seine Fähigkeiten am besten entfalten kann. Das war richtig stark."

Und für Raul so eindrucksvoll, dass er den Schiedsrichter bekniete. Knut Kircher war anscheinend mit den spanischen Gepflogenheiten nicht vertraut. "Er musste erst ziemlich lachen, hat mir den Ball aber mit einer sehr netten Geste doch noch ausgehändigt", berichtete Raul lächelnd.

Am Mittwoch in der Champions League soll es genauso weitergehen. Schalke steht unter Zugzwang und muss siegen, wenn es noch ins Achtelfinale einziehen will. Schlechte Nachrichten für Olympique Lyon: Raul hat insgesamt fünf Kinder. Jorge und Maria wollen sicher nicht benachteiligt werden.

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