Bei Spielen der Fußball-Regionalliga und anderen Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sind künftig zumindest theoretisch noch mehr Zuschauer erlaubt als bei Bundesliga-Spielen.

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NRW: Fußball-Regionalliga theoretisch mit mehr Zuschauern als 1. Liga

15. September 2020, 20:29 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Bei Spielen der Fußball-Regionalliga und anderen Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sind künftig zumindest theoretisch noch mehr Zuschauer erlaubt als bei Bundesliga-Spielen.

Wie die Staatskanzlei mitteilte, sind bei Sportveranstaltungen fortan mehr als 300 Zuschauer erlaubt, bei Sportstätten mit mehr als 1000 Plätzen ist bis zu einem Drittel des Fassungsvermögens möglich. Nach dieser Rechnung dürfte Alemannia Aachen am Tivoli künftig bis zu 11 000 Zuschauer empfangen. In der Fußball-Bundesliga sind bei einem künftigen Test-Betrieb von sechs Wochen 20 Prozent der Stadion-Kapazität möglich, das wären bei Bayer Leverkusen rund 6000 Besucher.

Die Landesregierung versteht ihre Entscheidung als eine für die Vereine. Man schaffe damit „ein weiteres Stück verantwortungsvolle Normalität“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). „Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen. Dabei gilt: Hygienekonzepte, Schutzmaßnahmen und ein umsichtiges Vorgehen haben Priorität.“

Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, übte jedoch Kritik. „Mit dieser Entscheidung droht das Chaos, das angesichts der Ankündigungen in der vergangenen Woche zu befürchten war“, sagte er: „Die unterschiedlichen Bemessungsgrößen für Bundes- und Regionalligisten ziehen eine Ungleichbehandlung der Sportvereine in NRW nach sich, die in dieser Form kaum haltbar sein könnte. Das wird zu großem Unverständnis bei den Betroffenen führen. Die Landesregierung ist gut beraten, dieses Chaos von vornherein zu beenden und für eine einheitliche Lösung zu sorgen.“

Der Sport sei in den letzten Monaten „auf eine harte Probe gestellt“ worden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Allen ist bewusst, dass der Sport von seinen Zuschauern und der Stimmung in den Stadien lebt. Viele haben das schmerzlich vermisst. Genauso klar ist auch: Der Infektionsschutz und damit der Schutz von Gesundheit muss oberste Priorität haben. Daher tasten wir uns jetzt vorsichtig an eine Wiederzulassung einer begrenzten Zahl an Zuschauern heran. Allerdings nur, wenn das regionale Infektionsgeschehen beachtet und besondere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sichergestellt werden.“ dpa

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16.09.2020 - 17:56 - DerOekonom

# grete Die Regelungen mit den Zuschauern sind einzig und allein den Corona Risiken geschuldet. Die sind in Dortmund, Essen oder Köln idR gleich, es ei denn, es gibt vom Infektionsgeschehen Notwendigkeiten, die Zahlen je Stadt / Region zu ändern. Nichts anders hat Kutschaty gesagt. Und wenn die Landesregierung den Regio Vereinen helfen will, weil sie eine andere Einnahmestruktur haben, dann sollte das über direkte Hilfen passieren, nicht aber über unterschiedliche Zuschauervorgaben. Man hätte z.B. den Vereinen die Sozialabgaben erstatten können, was durch die Bemessungsgrenzen rel. fair wäre. Politik hat auch was mit Gerechtigkeit und Gleichstellung zu tun.

Den Fans in Dortmund, Köln oder wo auch immer ist nicht zu erklären, warum sie zuhause bleiben sollen während in Essen oder Aachen relativ deutlich mehr ins Stadion dürfen. Und wenn das nicht überzeugt, dann stelle man sich das mal umgekehrt vor. In der Regio 20 %, in der Buli 30 %. Den shitstorm möchte ich nicht mit lesen.

16.09.2020 - 15:51 - grete

nee überhaupt nicht die landesregierung ist gut beraten das so zulassen.denn die regionaliga bekommt keine fersehgelder .

16.09.2020 - 13:20 - DerOekonom

Schön für RWE und die Regionalliga. Aber in der Sache hat Kutschaty Recht wenn ersagt: „Mit dieser Entscheidung droht das Chaos, das angesichts der Ankündigungen in der vergangenen Woche zu befürchten war“, sagte er: „Die unterschiedlichen Bemessungsgrößen für Bundes- und Regionalligisten ziehen eine Ungleichbehandlung der Sportvereine in NRW nach sich, die in dieser Form kaum haltbar sein könnte. Das wird zu großem Unverständnis bei den Betroffenen führen. Die Landesregierung ist gut beraten, dieses Chaos von vornherein zu beenden und für eine einheitliche Lösung zu sorgen.“

Politische Lösungen sollten schon gerecht und gleich sein. Sonst kommt morgen Bielefeld und beklagt, dass sie ja nur einen kleinen Teil der Fernsehgelder kriegen wie der BVB oder die Bayern. Das kann man beliebig fortsetzen.Auch wenn es RWE zum Vorteil reichen kann, ein solches System kann sich zwar an den Infektionszahlen einer Region / Stadt orientieren, nicht aber an der Ligazugehörigkeit. Aber da kommt wohl der Aachener in Herrn Laschet durch.

Toll für RWE, wenn es 5.000 werden. Schon 300 haben Stimmung gebracht und die Festung Hafenstraße diesmal siegreich gehalten, ruhmreicher Einsatz wie die 300 Spartaner an den Thermophylen, um mal in der Diktion eines Forumskollegen zu bleiben.

Bleibt die Frage, ob es neben der Stimmung auch ein wirkliches Geschäft für den Verein wird. Wenn 3T bis 4T Dauerkarten eh schon verkauft wurden, muss man diese jetzt recht aufwändig im und am Stadion betreuen. Der Stream wäre da möglicherweise deutlich günstiger.

Warten wir mal ab, was jetzt wirklich dabei rauskommt.

16.09.2020 - 13:07 - Vandalz

Fussball soll verbinden, Fussball steht für Leidenschaft und Emotionen, dazu gehört es auch sich mit seinem Kollegen/Freunde/Unbekannte sich bei einem Tor in denn Armen zu fallen, was bzw wo soll das enden, Fussball ohne Stehplätze? Ohne Emotionen und Leidenschaft? Wir wollen keinen Kommerzialisierung des Fußballs, Schluss mit der Spaltungen in einer Dreiklassengeselschaft des Fussballs !!!!

Entweder alle oder keiner

Nur der RWE

16.09.2020 - 11:24 - grete

manche Haben ja nur !000 sitzplätze und dann wären es wieder rund nur 300 plätze.

16.09.2020 - 11:23 - grete

Für Nrw Regionalliga gilt das Gesamte Fassungsvermögen davon 30prozent war heute auch schon öfters in den Wdr Nachrichten und steht auch so in der Corona Verordnung NRW von Gestern !7uhr55

16.09.2020 - 11:02 - Cronenberger

Also, nochmal zur Klarheit:
Habe gerade nochmal in die öffentliche Verlautbarung von Laumann von Gestern, 15.09.2020, im WDR reingehört!
Dort ist wörtlich die Aussage, daß ab der Regionalliga abwärts ab dieser Woche von diesen Vereinen offiziell 1/3 der Sitzplätze vergeben werden dürfen!
Nachzuhören bei WDR!

16.09.2020 - 10:55 - Cronenberger

Siehe Zuschauerkapazität zum Kölner Stadion!

16.09.2020 - 10:54 - Cronenberger

Der 1.FC Köln hat gerade bekanntgegeben, vor 9.200 Zuschauern zu spielen, gegen Hoffenheim.
Das entspricht 20% des internationla zulässigen Sitzplatzvolumens (!) von 46.195 Zuschauern in Köln!

16.09.2020 - 10:49 - grete

Regionalliga im westen !/3 des ganzen Stadions und nicht nur der Sitzplätze

16.09.2020 - 10:24 - Cronenberger

@Underground
Die Regelung ist für die Bundesligisten und die nRegionalligisten unterschiedlich:
Regionalligisten 1/3 der Sitzplatzkapazität, Bundesligisten 20 % des Fassungsvermögens!
Warum dieser Unterschied, bleibt tatsächlich jedem verschlossen.
Höchstens, weil in der Regionalliga nur wenige so hohe Sitzplatzkapazitäten haben, in der Bundesliga, von Bayer Leverkusen abgesehen, die meisten aber mindestens 40.000 - 80.000 Fassungsvermögen haben.
Bei Dortmund wären 20% ca 16.000, Wenn man nach den Sitzplätzen geht ca. 17.000 Zuschauer, macht dort also keinen großen Unterschied.
allerdings stimme ich hier einigen bei, Kutschaty sollte mal die Klappe halten!
Schließlich haben die Bundesligisten die Fernsehgelder und ganz spezielle Klubs noch LAndesbürgschaften bekommen, im Gegensatz z.B. zu RWO!

16.09.2020 - 08:23 - asaph

Wieviel kommen denn dann in die Hähnchen-Bratbude vom KFC in Düsseldorf?

16.09.2020 - 06:21 - grete

Jetzt siehts so aus das es ein driettel des gesamten Stadions erlaubt sind .wäre auch vernünftig. Auch bei Stehplätze kann man weit auseinander stehn.Herr Kutschaty soll mal bedenken das Reginalligavereine keine Fernsehgelder bekomt oder will er das in seiner Heimatstadt Rot weiss esen von der Bildfläche verschwindet.

16.09.2020 - 06:18 - Er_weh_eh

Das sehe ich auch so. Es sollten alle diszipliniert genug sein und sich am Riemen reißen und die Anweisungen befolgen können. Wenn es zum Beispiel heißt, dass auf dem gesamten Gelände Maskenpflicht herrscht, dann ist das so. Dann hilft es nicht, wenn mit dem Ordnungspersonal über Sinn oder Unsinn diskutiert wird.
Die Zuschauer am Montag, haben sich nach meiner Wahrnehmung jedenfalls korrekt und diszipliniert verhalten. Das wird auf den Stehplätzen ebenfalls möglich sein.

15.09.2020 - 23:11 - Bierchen

Alle oder keiner

15.09.2020 - 22:12 - Modefan

Die Stehplätze sollten auf jeden Fall gesperrt bleiben. Das Risiko für ein erhöhtes Infektionsrisiko ist hier zu hoch. Ein Drittel der Sitzplätze finde ich ok.

15.09.2020 - 21:52 - Freigeist

Und meist kleinere Stadien haben...... Und nun rechnen Sie mal...

15.09.2020 - 21:51 - Freigeist

Herr Kutschaty, Sie vergessen, dass Regionalligisten nicht über Millionen von Fernsehgeldern verfügen und auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind.

15.09.2020 - 21:43 - Er_weh_eh

Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, übte jedoch Kritik.

Einfach mal die Fresse halten, oder früh genug mit eigenen Ideen konstruktiv mitgestalten.

Letzteres kann die SPD nicht, also ....

15.09.2020 - 21:00 - Underground

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/corona-sport-zuschauer-100.html

15.09.2020 - 20:59 - Underground

Macht auch Sinn, weil wohl auch wieder Stehplätze erlaubt sind.

15.09.2020 - 20:57 - Underground

Der offizielle Wortlaut der Pressemitteilung sagt aber 1/3 der Gesamtkapazität.

15.09.2020 - 20:45 - Cronenberger

1/3 der Sitzplätze,

15.09.2020 - 20:40 - andy_112

Na, was denn jetzt? 1/3 der Gesamtkapazität oder 1/3 der Sitzplätze?