Der Trainerstuhl beim FSV Duisburg gilt als Schleudersitz. Trotzdem sagte Dietmar Schacht beim Niederrhein-Oberligisten zu. RS gegenüber erklärt er, warum.

OL NR

Darum sagte "Didi" Schacht dem Schleudersitz beim FSV Duisburg zu

Dominik Hamers
13. Oktober 2020, 13:17 Uhr
Neuer Trainer beim FSV Duisburg: Dietmar Schacht. Archivbild: Jörg Schimmel

Neuer Trainer beim FSV Duisburg: Dietmar Schacht. Archivbild: Jörg Schimmel

Der Trainerstuhl beim FSV Duisburg gilt als Schleudersitz. Trotzdem sagte Dietmar Schacht beim Niederrhein-Oberligisten zu. RS gegenüber erklärt er, warum.

Eigentlich wollte sich Dietmar Schacht nur mal wieder ein Oberliga-Spiel anschauen. Da passte es gut, dass der FSV Duisburg die Spvgg Sterkrade-Nord zuhause empfing. Denn zur Warbruckstraße musste der gebürtige Duisburger lediglich drei Minuten Zeit für die Anreise einplanen. Dass ihm die Partie und die 0:2-Niederlage des FSV ein langes Nachspiel bereiten sollten, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Doch noch am selben Abend sprach Klubboss Erol Ayar mit dem 58-Jährigen über eine mögliche Zusammenarbeit. Die Bitte des Funktionärs: Schacht soll das bislang erfolglose Team retten.

Nach einem Tag Bedenkzeit - die hatte sich „Didi“ Schacht erbeten - sagte er zu. Wohlwissend, dass die durchschnittliche Verweildauer der FSV-Trainer selten rekordverdächtig lang ist. 15 Übungsleiter beschäftigte der Verein in den vergangenen fünf Jahren. „Es ist reizvoll, zu beweisen, dass auch das Gegenteil von dem möglich ist, was hier zuletzt passiert ist“, begründet der ehemalige Duisburger und Schalker Bundesliga-Profi, warum er trotzdem zusagte.

Schacht legt Wert auf Disziplin

Schließlich sei es „überall hart, Trainer zu sein“ - das gelte nicht nur für den FSV, dessen Rang als „Nummer drei in Duisburg“ er um jeden Preis verteidigen will: „Bis Sommer werden wir sehen, ob wir den Klassenerhalt geschafft haben. Und sicher setzen wir uns vorher zusammen und schauen, ob es zwischenmenschlich passt.“ Immerhin habe Vereins-Boss Ayar gesagt, dass er allmählich nach einer langfristigen Lösung suche.

Am Dienstagabend wird Schacht zum ersten Mal mit seinen neuen Spielern sprechen. Einen Einblick in die Thematik ermöglicht er vorab: „Ich lege viel Wert auf Disziplin. Am Sonntag habe ich bei den Spielern nicht viel davon gesehen.“ Ohnehin sieht er deutlich mehr Potenzial in der Mannschaft, die nach dem vorzeitigen Aus von Daniel Sekic von Interimstrainer Markus Kowalczyk betreut wurde: „Ich denke, dass der eine oder andere zuletzt deutlich unter seinem Niveau gespielt hat.“

Nur wenige Tage hat Schacht Zeit, dem Team neue Zuversicht einzuhauchen. Denn bereits am Sonntag, 15 Uhr, gastiert der FSV bei Aufsteiger TV Jahn-Hiesfeld. Der neue Coach ist direkt als Krisenmanager gefragt. „In meinen Augen“, so der Routinier, „gibt es keine guten oder schlechten Trainer. Es gibt erfolglose und erfolgreiche. Und bei meinen bisherigen Stationen hatte ich immer Erfolg.“

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Kommentieren