Die Ausschreitungen nach dem Derby zwischen Lippstadt und Gütersloh haben bundesweit für Aufsehen gesorgt. Beide Klubs haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Klubs wehren sich

"Kriminelle werden nicht toleriert"

12. November 2009, 10:26 Uhr

Die Ausschreitungen nach dem Derby zwischen Lippstadt und Gütersloh haben bundesweit für Aufsehen gesorgt. Beide Klubs haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Die Erklärung im Wortlaut:

Die Vereine FC Gütersloh 2000 und SV Lippstadt 08 verurteilen jede Form von Gewalt und distanzieren sich damit ausdrücklich auch von deren Verursachern. Wir stehen für eine faire sportliche Rivalität auf und außerhalb des Platzes. Natürlich sind wir nicht realitätsfern und wissen um die stets aufkommenden Emotionen während eines Derbys in beiden Fanlagern. Diese konnten wir bis dato durch präventive Maßnahmen in Form von Sicherheitsabsprachen zwischen den Vereinen und mit den örtlichen Polizeibehörden sowie kostenintensive Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien bündeln, so dass es zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen und damit kein Besucher ernsthaft zu Schaden kam. Im Übrigen pflegen wir einen sehr engen Kontakt zu unseren jeweiligen Fangruppen und können dadurch auch deeskalierend einwirken.

Rückblick: Vor der Partie griffen mehr als 80 vermummte Personen mit Eisenstangen und Baseballschlägern einen Fanbus der Gäste an. Daraufhin lieferten sich ebenfalls vermummte Businsassen mit den Angreifern eine Schlägerei, bei der fünf Personen leicht verletzt wurden. Die Polizei nahm insgesamt 15 Personen fest. Nach Polizeiangaben soll es sich bei den Festgenommenen unter anderem um Handballhooligans aus Minden sowie Hooligans aus Ahlen, Beckum, Münster und Gelsenkirchen handeln.

Der Eskalation der Gewalt vor dem Spiel am Freitagabend standen beide Vereine jedoch machtlos gegenüber, da es sich um regelrecht „durchorganisierte Angriffe“ sogenannter „Gewalttouristen“ handelte, die keinem der beiden Vereine zuzuordnen sind.

Der FC Gütersloh 2000 und der SV Lippstadt 08 lassen sich von diesen Gewalttätern jedoch nicht instrumentalisieren:
[i]
Wir werden es nicht tolerieren das Kriminelle - und als nichts anderes sind diese Personen zu bezeichnen - unsere ehrenamtliche Vereinsarbeit und die damit verbundene soziale Verantwortung gegenüber zahlreichen Kindern und Jugendlichen zerstören, indem sie uns mit ihrem Gewaltstempel brandmarken. Wir werden gegen jeden, der uns diesbezüglich bekannt wird, rechtliche Schritte einleiten und damit nochmals klarstellen, dass diese Person in unseren Vereinen keine Daseinsberechtigung hat.

Unabhängig von unseren generellen Pflichten und weiterem Vorgehen, erwarten wir aber auch von den lokalen Polizeibehörden eine Aufklärung darüber, wie der brutale Angriff auf die Fanbusse des SV Lippstadt 08 außerhalb des Stadions überhaupt möglich war. In diesem Zusammenhang verweist der SV Lippstadt 08 noch einmal ganz explizit auf die bereits im Vorfeld geäußerten Warnungen an die Lippstädter Polizei, dass es zu massiven Ausschreitungen, unter anderem durch oben genannte 'Gewalttouristen', kommen könnte. Diese Warnungen basierten auf Informationen aus der Lippstädter Fanszene und wurden durch die Lippstädter Polizei ordnungsgemäß verifiziert.

Es ist daher vollkommen unverständlich, warum gerade beim Eintreffen der Lippstädter Fanbusse am Heidewaldstadion keine Polizeikräfte vor Ort gewesen sind und diese auch erst nach dem Angriff dort eintrafen. Der uns vorliegende Pressebericht der Polizei Gütersloh lässt vermuten, dass es ggf. Kommunikationslücken oder -missverständnisse zwischen den Polizeibehörden in Lippstadt und Gütersloh hinsichtlich der Anreise der Lippstädter Fans gegeben hat.[/i]

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