Exakt drei Spiele absolvierte Markus Anfang in der Saison 1997/98 für den FC Schalke 04. Nur in einem Match durfte er über die volle Distanz ran - gegen den MSV Duisburg.

Markus Anfang sieht Überraschungs-Chancen

tt
04. November 2005, 10:26 Uhr

Exakt drei Spiele absolvierte Markus Anfang in der Saison 1997/98 für den FC Schalke 04. Nur in einem Match durfte er über die volle Distanz ran - gegen den MSV Duisburg. "Wir haben 1:1 gespielt, ich habe das Führungstor von Johan de Kock nach einem Eckball vorbereitet", erinnert sich der Blondschopf.

Exakt drei Spiele absolvierte Markus Anfang in der Saison 1997/98 für den FC Schalke 04. Nur in einem Match durfte er über die volle Distanz ran - gegen den MSV Duisburg. "Wir haben 1:1 gespielt, ich habe das Führungstor von Johan de Kock nach einem Eckball vorbereitet", erinnert sich der Blondschopf.
Mittlerweile spielt Markus Anfang in Duisburg und plant am Samstag mit seinen Zebras einen Überraschungs-Coup: "Natürlich sind wir in der Außenseiter-Rolle, aber deswegen sehe ich uns noch lange nicht chancenlos. Wenn alle ans Limit gehen und einen guten Tag erwischen, ist etwas drin. Die Grundvoraussetzung ist immer, dass alle wollen müssen. So wie es gegen Wolfsburg der Fall war."
Auswärts konnte der MSV bis auf den Teil-Erfolg in Hannover (1:1) noch nicht viel reißen, die Ausgangslage vor dem Gang nach Gelsenkirchen ist deswegen klar. "Wir müssen realistisch bleiben", sagt der 31-Jährige, "wir sind gerade neu dabei, wollen die Liga halten und uns vielleicht über Jahre etablieren. Schalke mit dem MSV zu vergleichen, das geht eigentlich gar nicht. Der S04 ist bereits fest etabliert, mischt vorne mit und ist international dabei."
Das waren die "Königsblauen" auch zu der Zeit, als Markus Anfang dort anheuerte. "Schalke hatte gerade den Uefa-Cup gewonnen, die haben seinerzeit nicht einfach blind Leute ausgewählt, sondern sich schon etwas bei den Transfers gedacht", blickt der Familienvater zurück, "für mich war es etwas ganz Besonderes, beim amtierenden Cup-Sieger unter Vertrag zu stehen."
Allerdings lief es für Markus Anfang nicht optimal. "Unter Trainer Huub Stevens war es die berühmte Zeit, in der die Null stehen musste. Auf meiner Position haben Leute wie Jiri Nemec oder Marc Wilmots gespielt. Ich wollte natürlich auch spielen, habe aber keine Perspektive gesehen und den Vertrag zusammen mit Manager Rudi Assauer aufgelöst. Man muss sich einfach etwas überlegen, wenn man seine Einsatz-Minuten nicht bekommt." Als "verschenkt" sieht er das Karriere-Kapitel trotzdem nicht an. Anfang: "Nein, es war eine Super-Zeit, ich habe mich dort richtig wohl gefühlt. Es war auch keine Schande, dort bei der Spieler-Qualität nur auf der Bank zu sitzen."
Auch in Duisburg musste der technisch versierte Kämpfer lange Geduld haben, bevor er in der Zweiten Liga und jetzt in der Bundesliga zu längeren Auftritten kam. Durch seine Leistungen gegen 1860 München (2:3) und Wolfsburg hat Anfang deutliche Ausrufe-Zeichen gesetzt. "Selbstverständlich wünscht man sich, dass man auf einer Position hereinkommt und dann gesetzt ist. Wenn du hinten dran bist, musst du eben noch mehr arbeiten", nennt der einstige Düsseldorfer das Rezept. Dabei sieht er sich als Einzelperson eher in einer untergeordneten Rolle. "Ich habe das neulich ja schon Mal gesagt: Was nutzt es denn, wenn ich für ein gutes Spiel gelobt werde, wir aber als Mannschaft nicht gewinnen? Man muss alles mit dem Team-Erfolg verbinden, nur so kann es funktionieren." So wählt Markus Anfang auch bei seinem Vorausblick die "Wir-Form": "Wenn wir auf Schalke punkten, dann können wir in der 14-tägigen Pause auftanken und mit Mut zum nächsten Auswärtsspiel nach Hamburg reisen."

Autor: tt

Kommentieren