Der Ton im

DFL: Konfrontationskurs

"FIFA entfernt sich vom realen Fußball"

sid
04. September 2009, 12:42 Uhr

Der Ton im "Abstellungsstreit" um die U20-WM wird rauher. DFL-Boss Christian Seifert fährt eine Verbalattacke gegen die FIFA und prüft rechtliche Schritte.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht im erneuten Abstellungsstreit auf Konfrontationskurs zum Weltverband FIFA. "Wir als DFL werden alle juristischen Möglichkeiten prüfen, dagegen vorzugehen. Und wir werden den DFB als unseren Dachverband auffordern, dasselbe zu tun", sagte Christian Seifert als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Hintergrund ist das Bestreben von FIFA-Präsident Sepp Blatter, eine Abstellungspflicht der Vereine für die U20-WM Ende September in Ägypten durchzusetzen.

Bereits am Donnerstag, einen Tag nach Erscheinen eines Interviews mit Blatter in der Sport Bild, waren erste Klub-Vertreter Sturm gegen die Bestrebungen gelaufen. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hatte angekündigt, "sofort die Absetzung der Bundesligaspiele in dieser Zeit beantragen", sollte eine Abstellungspflicht durchgesetzt werden. Holzhäuser argumentierte, dass die U20-WM nicht im "internationalen Spielkalender" gestanden habe.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/356-360_preview.jpeg FIFA-Präsident Sepp Blatter (Foto: firo).[/imgbox]
"Die FIFA entfernt sich immer weiter vom realen Fußball-Leben. Eine U20-WM mitten im Ligabetrieb durchzuführen und - noch schlimmer - eine U17-WM in eine politisch instabile Region wie Nigeria zu vergeben - das zeigt für mich, wie abgehoben die FIFA mittlerweile ist", erklärte Seifert weiter. In Nigeria haben sich die ethnischen Konflikte in den vergangenen Jahren verschärft, vor allem zwischen der christlichen Bevölkerungsmehrheit und den Moslems im Norden des Landes.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) äußerte sich nicht konkret zu den Bestrebungen der DFL. "Wir gehen davon aus, dass wir mit dem Spielerkader bei der U20-WM antreten, den wir Anfang der Woche bekanntgegeben haben", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach dem SID. Bereits vor dem olympischen Fußball-Turnier 2008 hatte es heftige Kritik deutscher und auch europäischer Klubs an den Abstellungen gegeben. In der Bundesliga hatte besonders das Gerangel um die Brasilianer Diego von Werder Bremen und Rafinha von Schalke 04 für Aufsehen gesorgt.

Autor: sid

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren