Der Coup ist perfekt. Die Germania steht in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Nach dem Sensations-Dreier gegen den Ligagefährten und Aufsteiger Bonner SC herrscht in Dattenfeld der Ausnahmezustand. „Das ist unglaublich“, strahlt Michael Boris wie ein Honigkuchenpferd.

Dattenfeld: „Köln wäre super, S04 und Dortmund okay“

Boris wie Curtis

15. Juni 2009, 10:07 Uhr

Der Coup ist perfekt. Die Germania steht in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Nach dem Sensations-Dreier gegen den Ligagefährten und Aufsteiger Bonner SC herrscht in Dattenfeld der Ausnahmezustand. „Das ist unglaublich“, strahlt Michael Boris wie ein Honigkuchenpferd.

„Wir haben es geschafft und dem Verein den größten Triumph seiner Geschichte beschert. Mehr geht einfach nicht. Das war das I-Tüpfelchen auf eine tolle Saison. Jetzt freuen wir uns auf das nächste Jahr.“

Für den Trainer, der mit dem Einzug in den bundesweiten Cup auch den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert hat, ist es ein ganz besonderes Erlebnis. Und das merkte man ihm auch während des Spiels an. Dass er aufgeschreckt und wild gestikulierend an der Außenlinie wie ein HB-Männchen herumspringt, ist ja bekannt. Aber was der ehemalige Homberger kurz vor dem Elfmeterschießen gegen den BSC abgeliefert hat, verwundert nicht nur die emotionalsten Kollegen seiner Zunft. „Die können ruhig gucken, das macht mir nichts“, zuckt Boris nur mit den Schultern. „Jeder hat seine Macken und ich bin nun einmal verrückt.“

Was war passiert? Kurz vor dem Beginn des Punktschießen spurtete Boris zum Dattenfelder Fanblock und peitschte die mitgereisten Anhänger an. „Ich bin in den Block reingerannt und die Leute sind komplett durcheinander gelaufen“, lacht Boris. „Die haben ein Theater gemacht und das hat uns gepusht. Ich war einfach mit Adrenalin vollgepumpt und wollte der Truppe helfen.“ Sein Vorbild bei dieser Aktion war Frank Kurth. Der ehemalige Torwart sprang nach jedem Sieg der Essener Rot-Weissen auf den Zaun und feierte mit den Zuschauern. „Curtis war die Stimmungskanone. Von daher wusste ich, was es ausmacht, wenn man angepeitscht wird“, erzählt Boris, der seit Samstag mit seiner Freundin Ina für 14 Tage in der Dominikanischen Republik weilt.

Und es hat geholfen, denn vom Punkt aus behielt die Germania die Oberhand. „Jetzt hoffe ich, dass wir nicht Ahlen, Wehen oder Ingolstadt zugelost bekommen“, hat Boris keine Lust darauf, ein Profiteam zu erhalten, bei dem keine Zuschauer kommen. Allerdings hat er auch einen Wunsch: „Super wäre Köln. Dann ist die ganze Region bei uns.“ Sein Zusatz: „Schalke und Dortmund wären aber auch noch okay.“

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