Trainer Felix Magath von Bayern München hat sich dafür ausgesprochen, Sebastian Deisler eine Nationalmannschaftspause zu gewähren:

Magath: "Deisler erst im Sommer wieder zum DFB"

17. Dezember 2004, 10:26 Uhr

Trainer Felix Magath von Bayern München hat sich dafür ausgesprochen, Sebastian Deisler eine Nationalmannschaftspause zu gewähren: "Es reicht doch, wenn er nächste Saison wieder zum Team stößt."

Trainer Felix Magath von Rekordmeister Bayern München hat sich dafür ausgesprochen, dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann erst im Spätsommer 2005 wieder mit Sebastian Deisler planen soll. "Es reicht doch, wenn er nächste Saison zur Nationalelf stößt", sagte Magath in einem Interview mit der Bild-Zeitung und wiederholte seine Forderung, dem Mittelfeldspieler mehr Zeit zu geben. Deisler müsse erst wieder beim FC Bayern mitspielen, "ohne eine tragende Rolle zu haben. Aus dem Stand der Strahlemann zu sein, das schafft er nicht".

"Deisler setzt sich zu sehr unter Druck"

Magath hatte schon zu Beginn dieser Saison davor gewarnt, den damals überzeugenden Deisler nicht zu verheizen. "Sebastian ist in einer schwierigen Situation, weil er seit Jahren keinen Rhythmus hat, immer mal gespielt hat, dann wieder verletzt war. Gerade er setzt sich dann zu sehr unter Druck, weil er die Erwartungen erfüllen will." Deisler war Anfang September gegen Brasilien in die Nationalmannschaft zurückgekehrt, Mitte Oktober musste er wegen seiner gesundheitlichen Probleme eine vierwöchige Pause einlegen.

Magath verwies darauf, dass Deisler in den kommenden Monaten in München schon genug gefordert sei. "Die Anforderungen werden jetzt erst richtig hoch, jetzt geht es um was. Da brauchen wir Stabilität, Spieler, die dem standhalten", sagte der 51-Jährige. Er und Deisler lägen aber mittlerweile auf einer Wellenlänge, sagte der Bayern-Coach: "Es ist wichtig, dass er mir vertraut. Wir hatten zuletzt gute Gespräche. Ich glaube, er weiß jetzt, dass ich ihm helfen will und akzeptiert meine Entscheidungen."

Scholl ein "Augenschmaus"

Lobende Worte fand Magath für Mehmet Scholl, der in der Endphase der Hinrunde wieder Anschluss an die Mannschaft gefunden hatte. "Er hat mir gesagt, dass er noch mal Meister werden will, und ich habe ihm freie Hand gelassen, fit zu werden." Es sei für ihn ein "Augenschmaus", dem mittlerweile 34-Jährigen zuzusehen, sagte der Bayern-Trainer, der darüber hinaus die Leistungen von Neuzugang Lucio hervorhob: "Er ist der Einzige, der immer gewinnen will, seine Einstellung ist überragend, wenn auch nicht immer im Training."

Dagegen hält Magath den von Borussia Dortmund gekommenen Torsten Frings noch nicht für einen Volltreffer. Der Nationalspieler habe beim FC Bayern "nicht eingeschlagen", so der Trainer: "Er hat noch Potenzial. Insgesamt war ich mit ihm nicht zufrieden, aber ich bin überzeugt, dass er in der Rückrunde besser spielen wird." Der von 1860 München verpflichtete Andreas Görlitz habe sich dagegen bis zu seinem Kreuzbandriss Anfang November "gut entwickelt", Stürmer Vahid Hashemian riet Magath, künftig die Ellenbogen auszufahren: "Er ist bisher einfach zu lieb."

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