SCHÖNEBECK: Zwischen "Kaffee auf" und Inspiration

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15. Oktober 2004, 11:12 Uhr

Zweischneidig! Das war die Erfahrung der SG Schönebeck beim Gastspiel in Frankfurt. Das 0:6 gegen den 1.FFC wurmt insbesondere Coach Ralf Agolli noch mächtig, die Ambiente-Erfahrung inspiriert SG-Manager Willi Wißing.

Zweischneidig! Das war die Erfahrung der SG Schönebeck beim Gastspiel in Frankfurt. Das 0:6 gegen den 1.FFC wurmt insbesondere Coach Ralf Agolli noch mächtig, die Ambiente-Erfahrung inspiriert SG-Manager Willi Wißing. "Sehr profihaft", erinnert sich Wißing, "Fan-Shop, VIP-Raum, Eventcharakter, so sehe ich auch unsere Endbaustufe." Was Wißing aber ohne Berührungsangst feststellt: "Unser Stadion am Hallo ist besser." Am Sonntag gastiert dort der SC Freiburg (11 Uhr).
Agollis Emotionen sind noch immer etwas bedrückter, der B-Lizenzinhaber spricht davon, "den Kaffee auf" zu haben. Eine mögliche Pleite hatte der Trainer prognostiziert, ist kein Fantast, der sich als Aufsteiger mit dem FFC messen will. Es ist eine Frage des Wie. "Emotionslos, Totalausfälle", sind zwei Agolli-Stichworte, "ich will Spielerinnen sehen, die die Ärmel hoch krempeln. Hängen lassen darf man sich nicht, diese Signale will ich nie mehr sehen. Mumm und Courage fehlten." Auf der Team-Sitzung am Dienstag-Abend wurden "Ross und Reiter genannt", bleibt Agolli völlig trocken. Außerdem wurde auch eine Pensum-Erhöhung festgelegt, ein weiterer Trainingstag.
Für Agolli steht allerdings auch fest. "Bei mir hat jede Spielerin das Recht, auch einmal schlecht auszusehen. Ich bin doch nicht verrückt und stelle alles nur aufgrund einer Niederlage in Frage." Das nicht, genau deshalb haut der 42-Jährige auch bewusst bei den ersten negativen Wallungen auf den Tisch. Darin begründet, weil "ich eigentlich kein Team habe, in dem es Charakterprobleme gibt."
Ein Sonderlob bekommen von Agolli Torhüterin Steffi Löhr, "die eine höhere Niederlage verhinderte", sowie Youngster Karina Hellmann, "die sich unheimlich reinhängte." Und vor allen Dingen in Durchgang eins Nationalspielerin Kerstin Garefrekes ziemlich auf die Nerven ging. Und das trotz Schlafmangels, "unsere Fahrt ging bereits um sechs Uhr los", erinnert sich Wißing, "auch ein Grund für eine solche Niederlage. Warum das Match um 11 Uhr ausgetragen werden musste, konnte mir der FFC nicht überzeugend erklären." Agolli nimmt es zur Kenntnis, lässt sich allerdings nicht beirren: "Trotzdem, so darf man sich nicht in einem solchen Spiel verkaufen. Selbstkritik muss sein. Das nächste richtige Highlight ist das Match beim FCR Duisburg." Nach dem Sonntags-Konkurrenten Freiburg.og

Autor: og

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