Verbandspokal: Kayabasi-Doppelpack bringt Mengede eine Runde weiter

"Unser Sieg war wohl ein bisschen glücklich"

nh
07. August 2006, 20:05 Uhr

Einen glücklichen und am Ende mindestens um ein Tor zu hoch ausgefallenen 3:0-Sieg des favorisierten Landesligisten Mengede 08/20 gegen den SV Brackel sahen die etwa 250 Zuschauer in der 1. Runde des Verbandspokals am Hallenbad in Brackel.

Dabei hatte der Landesligist durch das aggressive Forechecking der Brackeler erhebliche Probleme, ins Spiel zu finden. Die Elf wirkte nervös und unkonzentriert. Das färbte auch auf den ansonsten sicheren Torhüter Sascha Piontek ab, dessen Querschläger nach einem Rückpasse direkt vor den Füßen von Boris Röpke landete, der aber zu hektisch reagierte und damit eine mögliche Brackeler Führung leichtfertig vergab (3.).

Bis zur Mitte der ersten Halbzeit neutralisierten sich die beiden Teams. Dennoch bot sich Hüseyin Kücük nach einem schnell vorgetragenen Konter eine gute Einschussmöglichkeit. Völlig freistehend vor dem Tor konnte er die Flanke von Sascha Ambacher aber auf dem holprigen Platz nicht kontrollieren (28.). Vier Minuten später eröffnete sich den Mengedern dann die bis dahin größte Möglichkeit. Nach schönem Zuspiel von Andreas Toetz marschierte Salie Njie in Richtung Brackeler Gehäuse, scheiterte mit seinem schwachen Abschluss aber an Altherren-Torwart Dirk Kroll (35.). Die erste wirkliche Prüfung hatte der Brackeler Keeper dann aber kurz darauf zu bestehen. Nach einer Ecke von Oliver Ridder landete die zu kurze Kopfball-Abwehr vor den Füßen des eingewechselten Alexander Braun. Der ließ sich nicht lang bitten und zog aus etwa zwanzig Metern ab. Den harten und platzierten Schuss wehrte der erfahrene Brackeler Zerberus aber sicher zur Ecke ab (38).

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine und auch am Spielverlauf änderte sich wenig. Mit der Hereinnahme von Stefan Hübenthal (53.) und Tuna Kayabasi (64.) wurde das Mengeder Offensivspiel dann allerdings druckvoller, die wirklich gefährlichen Torchancen gab es aber dennoch auf der anderen Seite. Die wurden dann aber kläglich vergeben. So setzte erst Brackels Kapitän Michael Mackowiak einen von Alexander Braun verursachten Foulelfmeter neben das Tor (73.), kurz darauf konnte Sascha Ambacher aus kürzester Distanz Sascha Piontek nicht überwinden.

Die Brackeler erarbeiteten sich zwar ein immer größeres Übergewicht, wurden aber durch eine technisch feine Einzelleistung von Tuna Kayabasi eiskalt erwischt, der mit einem tollem Drehschuss zum 1:0 (79.). Der Gastgeber, die nun deutlich offensiver agieren mussten, bekamen prompt noch zwei weitere Gegentore eingeschenkt. In der 88 Minute hämmerte wiederum Kayabasi den Ball aus 18 Metern, nicht ganz unhaltbar, ins linke obere Eck und in der Nachspielzeit setzte Nije mit dem dritten Treffer den Schlusspunkt.

Nach dem Spiel zeigten sich beide Trainer nicht unzufrieden mit den Leistungen ihrer Teams. So fand Brackels Trainer Karl Bracklow seine taktischen Vorgaben gut umgesetzt: „Sowohl mit dem variablen Spiel als auch mit dem aggressiven Pressing - vor allem in der ersten Halbzeit – war ich sehr zufrieden. Hätten wir noch die Kaltschnäuzigkeit der Mengeder vor dem Tor gehabt, wären wir mit Sicherheit als Sieger vom Platz gegangen“. Mengedes Coach Mario Plechaty wusste wohl schon vorher, dass es in Brackel ein hartes Stück Arbeit werden würde und sparte dementsprechend nicht mit Lob für den Gegner: „Brackel hat ein junges, laufstarkes Team, das uns heute das Leben sehr schwer gemacht hat. Unser Sieg war wohl ein bisschen glücklich, aber wir wollten unbedingt eine Runde weiter kommen und da muss man auch einmal solche Spiele gewinnen.“

Autor: nh

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