Bochums Trainer Peter Neururer hat sich erneut zu Wort gemeldet und zum wiederholten Male das Verhalten von Bayer Leverkusen im Transfergerangel um Nationalspieler Paul Freier heftig kritisiert.

Neururer kritisiert Leverkusener Geschäftsgebahren

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01. April 2004, 17:15 Uhr

Bochums Trainer Peter Neururer hat sich erneut zu Wort gemeldet und zum wiederholten Male das Verhalten von Bayer Leverkusen im Transfergerangel um Nationalspieler Paul Freier heftig kritisiert.

Im Transfergerangel um Bochums Nationalspieler Paul Freier wird ein vorzeitiger Transfer im Sommer zu Bundesliga-Konkurrent Bayer Leverkusen immer wahrscheinlicher. "Wir haben uns in sehr vernünftigen Gesprächen mit der Vereinsführung des VfL darüber verständigt, dass es irgendwelche Szenarien gibt, die wir versuchen zu realisieren, damit Paul Freier schon zum 1. Juli 2004 nach Leverkusen kommt", sagte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund am Donnerstag dem DSF.

Freier-Transfer im Sommer von Ablöseforderung abhängig

Über den Stand der Gespräche wollte Calmund aber nichts Konkreteres sagen. Ein Transfer des Offensivspielers, der bis 2005 beim VfL und danach bei Bayer unter Vertrag steht, schon in diesem Jahr hänge von den Ablöseforderungen der Bochumer ab.

Neururer attackiert Leverkusen und die DFL

Zuvor hatte VfL-Trainer Peter Neururer Leverkusen erneut scharf kritisiert. "Durch die Verhaltensweise der Leverkusener wird unser Spieler vorgeführt. Auf eine üble Weise, die ich nicht mehr nachvollziehen kann", sagte der Coach dem Fachmagazin kicker. Leverkusen, das sich mit Bochum derzeit um die Plätze im internationalen Geschäft konkurriert, hatte Freier frühzeitig für 2005 verpflichtet, in Verhandlungen mit dem Offensivspieler aber bisher noch keine Entscheidung über einen früheren Wechsel getroffen. "Freier will sich damit nicht belasten, wo seine fußballerische Zukunft liegt, doch es belastet ihn nunmal. Wie ist es möglich, dass die DFL eine so direkte Einflussnahme auf einen meiner Profis gestattet", erklärte Neururer.

Kaenzig: "Neururer nicht richtig informiert."

Bayer konterte am Mittag die Vorwürfe Neururers. "Er ist nicht richtig informiert. Die Vereine stehen im ständigen Kontakt. Es ist nicht nötig, dass der Trainer was dazu sagt, aber vielleicht will er nur von eigenen Problemen ablenken", sagte Manager Ilja Kaenzig: "So weit ich weiß, ist Bochum selbst an einen Spielern rangetreten, der längerfristig gebunden ist. Das ist in der Bundesliga gang und gäbe." Neururer hofft allerdings, das bald eine Entscheidung fällt: "Ich habe die Hoffnung, das unser Präsident Werner Altegoer in Kürze mit Reiner Calmund oder einem anderen Vertreter von Bayer Leverkusen eine Lösung findet." Neururer hatte schon vor einigen Wochen bei Bayer für Aufregung gesorgt, indem er behauptet hatte, Leverkusen habe Freier zur Vertragsunterschrift "genötigt".

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