Für den ETB Schwarz-Weiß Essen und deren Defensiv-Allrounder Sunay Acar läuft es dieser Tage richtig gut. In der Liga sind die Schwarz-Weißen nach einem schwierigen Saisonstart in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Neben der aufsteigenden Form ihrer erfahrenen Offensivkräfte, haben die Essener auch in der Defensive mittlerweile die richtige Mischung gefunden. Nicht zuletzt einer stabilen Abwehr sind die letzten Erfolge in der Liga geschuldet. Seit drei Spielen gehört der, im Mai aus Passau in die Stahlstadt gewechselte Sunay Acar, zur Stammelf der Kontny-Schützlinge. Vor dem Spiel gegen Ligakonkurrent Kleve II sprach revierkick.de mit dem erklärten  Bayern-Fan über seinen Ausflug in den Freistaat, den bisherigen Saisonverlauf mit Essen und die Gründe für den mangelnden Zuschauerzuspruch.

Im Interview: Sunay Acar (ETB SW Essen)

"Wir haben das Potenzial, unter den ersten Fünf zu landen"

Moritz Rieckhoff
17. November 2006, 14:21 Uhr

Für den ETB Schwarz-Weiß Essen und deren Defensiv-Allrounder Sunay Acar läuft es dieser Tage richtig gut. In der Liga sind die Schwarz-Weißen nach einem schwierigen Saisonstart in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Neben der aufsteigenden Form ihrer erfahrenen Offensivkräfte, haben die Essener auch in der Defensive mittlerweile die richtige Mischung gefunden. Nicht zuletzt einer stabilen Abwehr sind die letzten Erfolge in der Liga geschuldet. Seit drei Spielen gehört der, im Mai aus Passau in die Stahlstadt gewechselte Sunay Acar, zur Stammelf der Kontny-Schützlinge. Vor dem Spiel gegen Ligakonkurrent Kleve II sprach revierkick.de mit dem erklärten Bayern-Fan über seinen Ausflug in den Freistaat, den bisherigen Saisonverlauf mit Essen und die Gründe für den mangelnden Zuschauerzuspruch.

revierkick.de: Hallo Herr Acar. Bis Mai 2006 haben Sie für eine kurze Zeit beim 1.FC Passau gespielt. Was hat Sie dazu bewogen ihre Heimat, das Ruhrgebiet, zu verlassen?

Acar: "Ich war beruflich in Passau und da hat es sich angeboten für den ortsansässigen Klub zu spielen. Der 1.FC Passau spielt in der Bayernliga und zumindest sportlich war der Ausflug an den Inn eine Erfahrung wert."

revierkick.de: Und menschlich?
Acar: "Das war eine ziemliche Umstellung für mich. Trainer und Mannschaft waren schon ok, aber die Menschen dort sind verschlossener und weniger kontaktfreudig, als ich das aus meiner Heimat kenne. Hier im "Pott" sind die Leute einfach herzlicher und pflegen einen ehrlicheren Umgang miteinander."

revierkick.de: Also sind Sie froh wieder zuhause zu sein?

Acar: "Ja klar. Wir haben hier in Essen eine super Truppe zusammen und es macht momentan riesig Spaß für den ETB aufzulaufen."

revierkick.de: Als Ex- Spieler von Hamborn 07, dem VfB Homberg und Wattenscheid 09 kannten sie die Strukturen vor Ort wahrscheinlich schon recht gut. Inwiefern hat ihnen das geholfen, sich in der neuen Mannschaft zurechtzufinden?[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_168.jpg In Aktion: Sunay Acar.[/imgbox]

Acar: "Das war gar kein Problem. Ich habe entweder gegen oder mit den meisten meiner Mannschaftskameraden schon gespielt. Ich wurde sehr gut aufgenommen und obwohl ich erst ab dem vierten Spieltag spielberechtigt war, hatte ich immer das Gefühl zur Mannschaft zu gehören."

revierkick.de: Was sind die Gründe für den momentanen Erfolg der Mannschaft?

Acar: "Zum einen ist da die Kameradschaft untereinander zu nennen. Wir unternehmen auch außerhalb des Platzes viel miteinander. Ganz wichtig ist auch die Rolle des Trainers einzuschätzen. Er ist ein Mann vom Fach, hat selbst lange gegen den Ball getreten und weiß genau wie er uns Spieler zu händeln hat. Er macht auch sonst viele Dinge im Verein. Er ist eine absolute Respektperson.

revierkick.de: Als es zu Beginn der Saison nicht so gut lief - nach dem fünften Spieltag stand der ETB mit nur einem Sieg auf dem fünfzehnten Platz der Tabelle - gab es im Umfeld des Vereins Stimmen, die die Entlassung des Trainers forderten. War das in der Mannschaft auch ein Thema?

Acar: "Nein. Wir standen immer hinter unserem Trainer. Wir wussten, dass sich früher oder später der Erfolg einstellen würde."

revierkick.de: Was hat die Mannschaft in den letzten Spielen anders gemacht, als am Anfang der Spielzeit?

Acar: "Wir haben auch in den ersten Spielen nicht schlecht gespielt. Was uns gefehlt hat, war die nötige Cleverness und die Ergebnisse stimmten nicht. In der Zwischenzeit ist die Mannschaft zusammengewachsen. Jeder kennt jetzt die Laufwege des anderen und ganz wichtig: Wir stehen in der Defensive gut."

revierkick.de: Daran sind sie nicht ganz schuldlos. Wie beurteilen sie ihre eigene Leistung?

Acar: "Das ist immer schwierig zu beantworten. Die letzten drei Spiele habe ich von Anfang an bestritten und ich denke, dass ich meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beitragen konnte."

revierkick.de: Wo sehen sie den ETB am Ende der Spielzeit?

Acar: "Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit. Wer sich bis zur Winterpause oben festbeißt, der wird auch in der Rückserie eine gute Rolle spielen."

revierkick.de: Ist der Aufstieg in Essen noch ein Thema?

Acar: "Nein, wir werden in dieser Saison definitiv nicht aufsteigen. Oberhausen ist in dieser Spielzeit eine Klasse für sich."

revierkick.de: Und auf welchem Platz landet Schwarz-Weiß?

Acar: "Wir haben das Potential unter den ersten Fünf zu landen. Allerdings müssen wir dafür kontinuierlich arbeiten und dürfen unser Ziel nicht eine Minute aus den Augen verlieren."

revierkick.de: Am Wochenende kommt mit dem 1.FC Kleve II eine Mannschaft an den Uhlenhorst, mit der sie in der laufenden Spielzeit schon unangenehme Erfahrung gemacht haben.

Acar: "Ja, die haben uns im Pokal rausgekegelt. Allerdings war das in Kleve nach Elfmeterschießen. Am Sonntag spielen wir zuhause. Wir wollen unbedingt gewinnen und ich wüsste nicht, warum uns dies nicht auch gelingen sollte."

revierkick.de: Die Fans würde es mit Sicherheit freuen. Leider werden ihnen aber auch am Sonntag wieder nur knappe 200 Zuschauer zujubeln. Woran liegt das?

Acar: "Das ist ein großes Problem bei uns. In Essen gibt es eben Rot-Weiß und dann kommt lange gar nichts. Trotzdem appelliere ich an unsere Fans ins Stadion zu kommen. Ich denke, momentan hätten wir aufgrund unserer Leistung ein paar mehr Leute im Stadion verdient."

Autor: Moritz Rieckhoff

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