Peter Neururer gibt schon wieder Vollgas. Nicht nur auf der Sauerlandlinie, auf der er gestern gemeinsam mit Frank Fahrenhorst zu einem Termin beim Hauptsponsor DWS düste, und nicht nur Sonntag, als er gleich vier Termine in seinem Kalender stehen hatte, sondern auch in Sachen Zielvorgaben.

BOCHUM: Ab Dienstag gibt der VfL wieder "Gas" - Gegen die Wölfe im Saft

og
30. Juni 2003, 20:09 Uhr

Peter Neururer gibt schon wieder Vollgas. Nicht nur auf der Sauerlandlinie, auf der er gestern gemeinsam mit Frank Fahrenhorst zu einem Termin beim Hauptsponsor DWS düste, und nicht nur Sonntag, als er gleich vier Termine in seinem Kalender stehen hatte, sondern auch in Sachen Zielvorgaben.

Peter Neururer gibt schon wieder Vollgas. Nicht nur auf der Sauerlandlinie, auf der er gestern gemeinsam mit Frank Fahrenhorst zu einem Termin beim Hauptsponsor DWS düste, und nicht nur heute, wenn er gleich vier Termine in seinem Kalender stehen hat, sondern auch in Sachen Zielvorgaben. Schon vor einem Jahr war Neururer belächelt worden, als er dem "Last minute-Aufsteiger" einen einstelligen Tabellenplatz voraussagte. Und wer geglaubt hat, Peter Neururer würde nun mit einer etwas gedämpfteren Erwartungshaltung in das zweite Jahr gehen, der wird schon zwei Tage vor dem Trainingsstart (Dienstag, 10 Uhr) eines besseren belehrt. Neururer: "Wir wollen mindestens einen Platz besser abschneiden als in der abgelaufenen Spielzeit." Auf die Frage, ob dies nicht des Guten zu viel sei und seine Mannschaft vielleicht überfordere, antwortet der Coach mit einem klaren "Nein": "Warum, um Himmelswillen, soll ich im Vorfeld einer Saison meiner Mannschaft und dem Umfeld erklären, dass man sich mit dem Erreichten zufrieden gibt. Wir haben die Mannschaft verstärkt, haben hoffentlich wieder alle gesund an Bord. Da muss man doch einfach versuchen, sich zu verbessern."
Dass Bochum als einer der letzten Erstligisten ins Training einsteigt, sieht Neururer nicht als Handicap: "Der Trainingsplan ist so ausgelegt, dass wir bis Wolfsburg so richtig im Saft sind und unsere Kondition dann die komplette Hinrunde bis Dezember reicht."
Das kann man Neururer getrost abnehmen, denn wer ein Mal die Spielverläufe verfolgt, der sieht, dass die Bochumer gerade in der Schlussviertelstunde immer noch zuzulegen hatten. 19 Treffer zwischen der 76. und 90. Minute - das schaffte sonst nur der FC Bayern München - sprechen eine eindeutige Sprache.
Wenn Dienstag der Laktattest auf dem Programm steht, dann wird sich die Mannschaft auf keine Neuerungen einstellen müssen. Der Coach: "Warum sollen wir Bewährtes ändern?" Das gilt auch für die Testspiele. Ausgeklammert das Ligapokal-Spiel, wird Neururer in allen anderen Vorbereitungsspielen zur Halbzeit jeweils komplett wechseln. In den Blöcken und Positionen wird regelmäßig variiert, um heraus zu finden, was am besten passt. Zur Generalprobe beim RSC Antwerpen (26.7.) wird sich dann die Formation, plus drei weiterer Spieler, heraus kristallisiert haben, die eine Woche später beim Ligastart in Wolfsburg aufläuft.
Die Mannschafts-Hierarchie bleibt gleichfalls bestehen. Kapitän und Mannschaftsrat sind weiterhin eine feste Größe. Für den nach Köln wechselnden Sebastian Schindzielorz wird Sunday Oliseh in den Spielerrat rücken.
Inzwischen sind beim VfL auch die Rückennummern vergeben worden. Die Nummer neun bleibt dabei zunächst verwaist. Neururer: "Wir arbeiten daran." Und das geschieht offensichtlich sehr akribisch. So waren der Vorstand Ansgar Schwenken und Dieter Meinhold am Freitag im Süden unterwegs, traf sich Neururer mit einem Kandidaten in Norddeutschland. Doch Neururer betont: "Wir müssen nicht einen Panikkauf vollziehen. Notfalls können wir auch noch in der Winterpause reagieren." Das gilt auch im Abwehrbereich, wobei Neururer allerdings die Aufregung zahlreicher Anhänger nicht versteht. Trotzig erwidert er: "Ein Neuzugang sitzt im Auto gerade neben mir, der heißt Frank Fahrenhorst und ist endlich wieder 100-prozentig fit." Dies gilt übrigens nicht nur für "Fahne", sondern auch für die lange angeschlagenen Filip Tapalovic, Martin Meichelbeck und Raymond Kalla. Neururer: "Außerdem hat zum Ende der Saison Michael Bemben beweisen können, wie wertvoll er für uns ist."

Autor: og

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